Tryptophan bei Depressionen: Wirkung, Einnahme, Dosierung und Nebenwirkungen

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Tryptophan bei Depressionen

Tryptophan ist kein Medikament, sondern eine körpereignee Aminosäure. Nahrungsergänzungsmittel mit diesem Inhaltsstoff können Körper und Psyche beim Kampf gegen Depressionen unterstützen. Dieser Text handelt davon, was Depressionen überhaupt sind. Hauptsächlich wird jedoch die Wirkung des Nahrungsergänzungsmittels Tryptophan betrachtet, sowie Lebensmittel, die viel Tryptophan enthalten und die Behandlung von Depressionen unterstützen können.

 

Depressionen – ein kurzer Exkurs

Bei einer Depression handelt es sich um eine psychische Erkrankung, die mitunter auch körperliche Symptome hervorrufen kann. Betroffene können an unterschiedlichen Symptomen leiden. Dazu zählen gedrückte Stimmung, Appetitlosigkeit, Angstzustände, Antrieblosigkeit und die Hemmung zu denken, sowie Schlaflosigkeit. Bei einer starken Depression sind es nicht selten Suizidgedanken, die aus den Symptomen resultieren. Umso wichtiger ist es, eine Depression früh zu erkennen und zu behandeln.

Bei der Behandlung kann ein körpereigener Stoff helfen: Tryptophan. Dieser kann über die Nahrung oder als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden, um die Behandlung von Depressionen zu unterstützen. Die Hauptbehandlung erfordert jedoch immer die Therapie mit einem Psychologen oder einem Psychiater, um die Symptome von Depressionen schnellstmöglich zu behandeln und die Auswirkungen auf das Leben und den Alltag so schnell wie möglich zu minimieren.

 

Was ist Tryptophan?

Wissenschaftlich betrachtet, handelt es sich bei Tryptophan um eine Aminosäure. Sie wird in der Regel über die Nahrung aufgenommen. Da sie jedoch nicht wasserlöslich ist, beläuft sich die Aufnahme über Nahrungsmittel in kleinen und manchmal zu geringen Mengen. Dies liegt an der chemischen Bindung der Aminosäure an Proteine. Die Einnahme von Tryptophan als Nahrungsergänzungsmittel hat viele positive Auswirkungen. Es kann Depressionen und Angstzustände mildern.

 

Wirkungsweise von Tryptophan

Nun stellt sich natürlich die Frage, was Tryptophan mit Depressionen zu tun hat. Schlicht: Tryptophan gilt als Stimmungsaufheller in natürlicher Form. Im Körper wird die Aminosäure Tryptophan in Serotonin, ein körpereigener Transmitter, umgewandelt. Damit handelt es sich bei Tryptophan um eine Vorstufe des Transmitters, durch welche sich die Gefühlslage im Menschen von Natur aus regulieren kann. Darüber hinaus wird die sogenannte Niacin-Synthese angeregt, aus welcher die Produktion des Vitamins B3 hervorgeht.

Daraus folgend ergibt sich die Tatsache, dass es auch zu depressiven Verstimmungen führen kann, wenn der Körper an einem Mangel an Tryptophan leidet. Depressive Verhaltensweisen, sowie Stimmungsschwankungen liegen häufig einem Mangel zugrunde. Dies beruht darauf, dass eine gesunde psychische Verfassung nur dann möglich ist, wenn sich der Hormonhaushalt im Gleichgewicht befindet. So kommt es ohne die passenden Neurotransmitter, wie beispielsweise Serotonin, dazu, dass depressive Stimmungen verstärkt oder gar hervorgerufen werden können. Darüber hinaus kann der Stress, der bei manchen Betroffenen ebenfalls zu depressiven Verhaltensweisen führt, durch ungesunde Handlungen hervorgerufen werden, wozu nicht zuletzt die Ernährung zählt. Dies sollte auch bei der Behandlung von Depressionen berücksichtigt werden. Im Folgenden wird daher die Rolle von Nahrungsergänzungsmitteln und einer tryptophanhaltigen Ernährungsweise betrachtet.

 

Die Geschichte von Tryptophan und Depressionen

Bereits in den 70er Jahren wurde die Wirkung von Trypthophan entdeckt. Der appetitzügelnde Wirkstoff wird von da an bei leichten und mittelschweren Depressionen als Nahrungsergänzungsmittel verschrieben, da Studien dessen Wirkung bei diesen Krankheitsbildern nachweisen. Etlichen Studien ist es außerdem zu verdanken, dass der Wirkstoff Tryptophan in Nahrungsergänzungsmitteln frei verkäuflich ist.

 

Wenn der Stress steigt

Wie bei anderen Nährstoffen ist der Bedarf von Tryptophan von Person zu Person unterschiedlich. Als Faustregel gilt jedoch: Je höher der Stress, desto wahrscheinlicher ist ein Mangel an Tryptophan. Wenn dieser durch Stress und Hektik entsteht, kommt es nicht selten zu Stimmungsschwanken, Depressionen, sowie zu Müdigkeit und Schlafstörungen. Dies kann durch eine tryptophanhaltige Ernährung und vor allem durch Nahrungsergänzungsmittel wieder eingependelt werden.

 

Tryptophanhaltige Lebensmittel – Health Food ist Soul Food

Oft ist es ein Teufelskreis. Der Mangel an Tryptophan führt zu Depressionen, welche sich in Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit auswirken. Umso schlimmer sind die Folgen. Denn diese Antriebslosigkeit macht sogenanntes Soulfood besonders verführerisch. Schließlich müssen Schokolade, Pommes, Pizza und Co nicht aufwendig zubereitet werden. Die ungesunde Ernährung zieht in den Alltag ein und macht es immer schwieriger, Tryptophan über die Ernährung aufnehmen zu können, da gesunde Lebensmittel weniger konsumiert werden. Umso wichtiger ist es, sich eine gesunde Ernährung mit jenen Lebensmitteln zu entwickeln, die viel Tryptophan enthalten. Dazu zählen besonders Lebensmittel mit viel pflanzlichem oder tierischem Eiweiß. Besonders viel Tryptophan ist in Sojabohnen enthalten. Aber auch Cashewkerne, Kakaopulver und Lachs sind zu empfehlen, um den Tryptophanhaushalt wieder aufzustocken und Depressionen zu bekämpfen. Denn gesunde Ernährung trägt nicht nur zur körperlichen, sondern auch zur seelischen Gesundheit bei.

 

Einnahme von Tryptophan

Da Tryptophan in der Nahrung an Proteine gebunden ist und die Bioverfügbarkeit von Tryptophan in Form von Nahrungsmitteln daher gering ist, lohnt sich die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, um gegen leichte bis mittelschwere Depressionen anzugehen. Der Bedarf an Tryptophan beträgt zwischen 3,5 und 6 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Kann dies durch die Nahrung nicht gewährleistet werden oder besteht ein großer Mangel an Tryptophan, kommen Nahrungsergänzungsmittel zum Einsatz. Deren Dosierung liegt je nach Bedarf zwischen 400 und 1000 Milligramm täglich. Bei einer Überdosierung sind keine toxischen Wirkungen und demnach auch keine Nebenwirkungen zu erwarten, da es sich bei Tryptophan um einen körpereigenen Stoff handelt. Bei der Einnahme gilt es lediglich zu bedenken, dass Tryptophan zu Schläfrigkeit führen kann. Daher sollte das Nahrungsergänzungsmittel ungefähr eine Stunde vor dem Schlafen eingenommen werden, um den Alltag weiterhin meistern zu können.

Wie bei allen Nahrungsergänzungsmitteln ist es wichtig, die Einnahme im Vorhinein mit dem Hausarzt zu besprechen, um den Serotoninspiegel nicht zu sehr zu beeinflussen.

 

Tryptophan oder 5-HTP?

Bevor herausgefunden werden kann, welcher der beiden Stoffe geeigneter ist, gilt es zu klären, was 5-HTP eigentlich ist. Wie bei Tryptophan handelt es sich hierbei um eine Aminosäure. Der Körper verwendet sie ebenfalls, um Serotonin herzustellen. Dabei handelt es sich bei 5-HTP um ein Nebenprodukt von Tryptophan, welches gewonnen wird, während Tryptophan im Körper aufgegliedert wird.

In Nahrungsergänzungsmitteln werden Samen des afrikanischen Strauchs Griffonia simplicifolia verwendet, die 5-HTP enthalten. Nahrungsmittel mit 5-HTP werden eingesetzt, um Stress zu lindern, die Stimmung aufzuhellen und Appetit zu steigern.

Die Beschreibung von 5-HTP zeigt die Gemeinsamkeit, die zwischen diesem Stoff und seinem Vorgänger Tryptophan bestehen. Da stellt sich die Frage, welchen Stoff das Nahrungsergänzungsmittel enthalten soll, mit dem Depressionen gelindert werden sollen.

Ein Vorteil von 5-HTP ist die Tatsache, dass dieser Stoff nur für die Herstellung von Serotonin zur Verfügung steht, während Tryptophan für andere Vorgänge im Körper verwendet wird.

Die Beantwortung der Frage, welcher der Stoffe besser ist, orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen und Leiden des Einzelnen, da sich die beiden Stoffe in ihrer Wirkung unterscheiden. Für Momente depressiver Stimmung, die nur ab und zu aufkommen, eignet sich 5-HTP besser, während Tryptophan für eine dauerhafte Anwendung von Vorteil ist.