Trazodon

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Die Depression ist eine psychische Erkrankung, die vielfältige Ursachen haben kann. Ihre Ausprägung finden Sie dabei regelmäßig vor allem in einer Antriebslosigkeit, die sich auf alle Lebenbereiche der Betroffenen massiv auswirken kann. Somit können Depressive oftmals nur noch mit Medikamenten behandelt werden, die als Psychopharmaka bezeichnet werden. Ein wirksames Mittel gegen Depressionen ist dabei Tradozodon, das zudem gelegentlich auch bei anderen Gesundheitsstörungen angewendet wird.

 

Anwendungsgebiete von Trazodon

Das Medikament Tradozon gehört zu Gruppe der Psychopharmaka. Es hat eine sedierende – also stark beruhigende – sowie antidepressive Wirkung und wird daher klassischerweise bei Depressionen verabreicht. Es kommt zudem bei Angsstörungen und Schlafstörungen zum Einsatz. Außerdem wird es bei erektilen Dysfunktionen, die im Rahmen depressiver Störungen auftreten und keine organische Ursache haben, angewendet. Schließlich wird Tradozon auch im sogenannten ‘Off-Level-Use’ – also im nicht durch die Arzneimittelbehörden zugelassenen Gebrauch – bei Schlafstörungen nicht depressiver Patienten beispielsweise in der Intensivmedizin eingesetzt.

 

Einschränkungen des Anwendungsgebietes und Kontrindikationen

Trazodon gehört zu den stärkeren Antidepressiva und sollte daher nicht bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet werden. Insofern kann mangels Langzeitstudien nicht ausgeschlossen werden, dass in dieser Altersgruppe Wachstums- und Reifungsstörungn sowie Einschränkungen in der kognitiven und verhaltensbezogenen Entwicklung auftreten. Außerdem wird von einer Einnahme in der Schwangerschaft und Stillzeit grundsätzlich abgeraten; die Einnahme sollte hier nur in Ausnahmefällen nach sorgfältiger Risiko-Nutzen-Abschätzung durch den Arzt erfolgen. Schließlich sollte Trazodon auch nicht bei Vergiftungen mit Schlafmitteln und Alkohol sowie bei akuten Herzinfarkten gegeben werden.

 

Entwicklung und Zulassung

Der Wirkstoff Trazdon wurde 1966 von dem Pharmaunternehmen Angelini in Italien entwickelt. Im Jahr 1985 erfolgte die Zulassung zunächst in der Schweiz, danach verbreitete sich Trazodon oder sogenannte Generika des Wirkstoffes europaweit.

 

Die Wirkung von Trazodon

Das Medikament gehört zur Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Als solcher blockiert er – zumeist jedoch erst in höreren Dosen – den Transport des sogenannten ‘Glückshormons’ Serotonin, welches ein wichtiger Botenstoff zur Erregung der Nervenzellen ist. Durch die Blockade des Serotonin-Transportes kommt es zu einer starken Konzentration dieses Hormons im Gehirn. Zudem blockiert Trazodon die 5HT2A-Rezeptoren, welche wiederrum mit Unruhe, Schlaflosigkeit und Angst in Verbindung gebracht werden. Die darüber hinaus nachgewiesene libido-steigernde Wirkung des Medikamentes konnte bislang nicht erforscht werden, wird jedoch mit seiner Wirkungsweise als Alpha-Blocker in Verbindung gebracht.

 

Die Dosierung von Trazodon

Trazodon wird oral in Tablettenform eingenommen. Bei der Dosierung wird dabei mit geringen Dosen begonnen, die nach und nach gesteigert werden. So werden üblicherweise zunächst 100 Milligramm pro Tag – als Einzeldosen oder über mehrere kleinere Dosen – verabreicht. Nach etwa einer Woche kann die Dosis dann um weitere 100 Milligramm erhöht werden. Insgesamt sollten jedoch nicht mehr als 400 Milligramm Trazodon pro Tag verabreicht werden. Die Einnahme sollte zudem stets nach den Mahlzeiten und über einen längeren Zeitraum erfolgen.

 

Der Wirkungseintritt

Die Wirkung von Trazodon tritt vergleichsweise schnell ein. So werden bereits nach einer halben bis ganzen Stunde die Höchstspiegel des Wirkstoffes im Blut gemessen.

 

Abbau und Ausscheidung von Trazodon

Nach der oralen Einnahme wird Trazodon vollständig über den Darm aufgenommen. Nachdem der Wirkstoff allmählich in der Leber abgebaut wurde, wird er zu drei Vierteln über die Nieren mit dem Harn ausgeschieden. Je nach Dosis hat etwa nach 5 bis 8 Stunden die Hälfte des Wirkstoffes den Körper wieder verlassen.

 

Bekannte Nebenwirkungen

Wie die meisten Medikamente können auch nach der Einnahme von Trazodon Nebenwirkungen auftreten.
Dabei sind die am Häufigsten auftretenden Nebenwirkungen Folgende:

    • Schlafstörungen und Unruhe
    • Kopfschmerzen
    • Schwindel
    • Müdigkeit
    • Blutdruckabfall und Hypotonie
    • Herzrhythmusstörungen
    • gastrointestinale Beschwerden

sowie

  • Mundtrockenheit

.
Darüber hinaus können gelegentlich

    • Blutdruckerhöhung
    • Sehstörungen (verschwommenes Sehen ec. )
    • Verstopfung
    • Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme
    • Verwirrtheitszustände

sowie

  • Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschläge

auftreten. Als seltene und sehr seltene Nebenwirkungen bei einer Einnahme von Trazodon sind zudem unter anderem Priapismus, epileptische Krampfanfälle oder Leberfunktionsstörungen bekannt. Die in ihrer Häufigkeit nicht messbaren, aber dennoch bekannten Nebenwirkung von Trazodon sind schließlich sehr vielfältig. So können als unerwünschte Nebenwirkungen unter anderem Halluzinationen, aggressive Reaktionen, Schläfrigkeit, Atemnot, Ödeme, Miktionsstörungen oder grippeähnliche Symptome auftreten.

 

Wechselwirkungen von Trazodon

Bei der gleichzeitigen Einnahme von Trazodon und anderen die Gehirnfunktion dämpfenden Medikamenten wie Flurazepam, Alprazolam und Chlorprothixen kann es zu einer Verstärkung der Wirkung von Trazodon kommen. Außerdem verstäkt das Medikament die ebenfalls beruhigende Wirkung von Alkohol und sollte daher nicht zusammen mit alkoholischen Getränken eingenommen werden. Darüber hinaus kann Trazon die blutdrucksenkende Wirkung von Clonidin und Methyldopa abschwächen. Eine Verstärkung der blutdrucksenkenden Wirkung kann wiederrum bei der gleichzeitigen Einnnahme anderer Antidepressiva wie Fluphenazin und Levomepromazin eintreten. Darüber hinaus sollte eine ärztliche Überwachung bei der gleichzeitigen Einnahme von Trazodon und dem Blutverdünner Warfarin erfolgen. Schließlich kann auch eine gefährliche Wechselwirkung von Trazodon und anderer, den Herzrhytmus ebenso verändernder Medikamente wie Neuroleptika, Antibiotika, Malaria-Mittel, Antiallergika sowie Antiarrhythmika der Klasse IA oder III eintreten.

 

Einschränkungen der Verkehrstüchtigkeit

Aufgrund seiner sedierenden Wirkung besteht bei der Einnahme von Trazodon eine wesentliche Einschränkung der Verkehrstüchtigkeit. Daher sollten Patienten, die mit Trazodon behandelt werden, selbst nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen und darüber hinaus auch die Bedienung von größeren Maschienen unterlassen.

 

Das Medikament Absetzen

Trazodon ist ein klassisches Antidepressiva, das über einen längeren Zeitraum (mehrere Woche bis hin zu Monaten) eingenommen werden sollte. Das Absetzen des Medikamentes sollte erst dann erfolgen, wenn sich die Betroffenen und ihr Lebensumfeld stabilisiert haben. Um unerwünschte Nebenwirkungen wie Entzugserscheinungen zu vermeiden, sollte Trazodon schließlich ausgeschlichen werden. Dabei wird die Dosis schrittweise verringert und es lässt sich gut beobachten, wie der jeweilige Patient auf die geringere Dosis reagiert. Durch das langsame Absetzen kann sich zudem das Gehirn auf das neue chemische Gleichhgewicht einstellen und das Absetzen des Medikamentes wird verträglicher.

 

Erfahrungen mit Trazodon

Eine Auswertung von Erfahrungen mit Trazodon hat ergeben, dass es eine hohe Wirksamkeit bei gleichzeitig guter Verträglichkeit hat. Zudem ist seine Anwendung einfach und das Preis-Leistungsverhältnis günstig. Schließlich sprechen auch die Erfahrungen mit Trazodon hinsichtlich der Nebenwirkungen für das Medikament, da schwere Nebenwirkungen nur sehr selten eintreten.

 

Fazit

Im Ergbenis lässt sich feststellen, dass Trazodon ein wirksames Medikament bei Depressionen für Erwachsene ist, welches zugleich einfach anzuwenden ist und gute Heilungschancen aufweist. Zudem beschreiben die meisten Patienten gute Erfahrungen mit dem Medikament. Bei seiner Einnahme sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die Dosierung schrittweise gesteigert und es zu Therapieende langsam ausgeschlichen wird.

Quellen