Opipramol 

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Opipramol ist ein Arzneistoff, der Spannungen und Ängste löst, die Stimmung hebt und beruhigt. Es handelt sich um ein Psychopharmakon, das in Deutschland häufig von Ärzten verordnet wird.

 

Anwendungsgebiete

Zu den Anwendungsgebieten von Opipramol gehören:

  • somatoforme Störungen
  • generalisierte Angststörungen
  • psychische Erkrankungen
  • Schlafstörungen
  • Herzrasen, psychosomatisch bedingt

Patienten, die unter anhaltenden Ängsten leiden, die auf bestimmte Objekte oder Situationen bezogen sind oder unter körperlichen Beschwerden leiden, die sich organisch nicht erklären lassen, werden häufig mit Opipramol therapiert.
Opipramol gehört zu der Gruppe von Trizyklischen Antidepressiva, obwohl sich diese von ihrer Wirkungsweise deutlich von der Wirkungsweise von Opripramol unterscheiden. Die behandelnden Ärzte bestimmen anhand der auftretenden Symptomatik die notwendige Behandlungsdauer, die in der Regel zwischen 4 und 8 Wochen liegt.

 

Kurze Geschichte über Opipramol

Opipramol ist seit 1961 im Handel erhältlich. Als Erstes war es in der Schweiz verfügbar. Es wurde von Novartis auf den Markt eingeführt. Mittlerweile ist es weit verbreitet und in den unterschiedlichsten Medikamenten enthalten. Eigentlich handelt es sich um ein trizyklisches Antidepressivum, obwohl es sich von den typischen Wirkweisen dieser sehr unterscheidet. Zumeist wird Opipramol in der heutigen Zeit als Angstlöser bezeichnet, der stimmungsaufhellend wirkt. Opipramol ist als Wirkstoff in den USA nicht zugelassen und wird daher nur in afrikanischen und europäischen Ländern als Antidepressiva verwendet.

 

Wirkung / Wirkstoff

Die Wirkung vom Wirkstoff Opipramol ist noch nicht vollständig erforscht und kann daher wissenschaftlich nicht umfassend erklärt werden. Es wirkt stimmungsaufhellend, sedierend und angstlösend. Bei Patienten, die aufgrund von Ängsten zu Herzrasen neigen, kann der Wirkung diesen entgegenwirken. Sigma-1-Rezeptoren konnten im Gehirn nachgewiesen werden, was bedeutet, dass Opipramol im Gehirn an bestimmten Bindungsstellen eine starke Bindung aufbaut. Hinzu kommen im zentralen Nervensystem weitere Regionen, deren Bindungsstellen ebenfalls vom Wirkstoff besetzt werden. Aufgrund der stimmungsaufhellenden, beruhigenden und angstlösenden Wirkung wird Opipramol häufig zur Therapie von generalisierten Angststörungen und somatoformen Störungen verschrieben.

 

Wirkungseintritt

Eine maximale Konzentration des eingenommenen Opipramol ist im Blut nach etwa drei Stunden erkennbar. Je nach Geschwindigkeit der Verstoffwechselung in der Leber dauert es etwa 6 bis 9 Stunden, bis die Hälfte der eingenommenen Wirkstoffmenge über die Nieren ausgeschieden ist.

Die Wirkung der Präparate, die Opipramol enthalten, verändert sich im Laufe der Einnahmezeit. Die beruhigende und sedierende Wirkung von Opipramol ist zu Beginn der Therapie bedeutend intensiver spürbar, wie nach ca. 14 Tagen. Je nach Patient wechselt nach 7 bis 14 Tagen die sedierende Wirkung in eine stimmungsaufhellende Wirkung. Aus diesem Grund sollte eine Behandlung mit Opipramol mindestens 2 Wochen andauern, eher einen bis zwei Monate, damit der Wirkstoff seine volle Wirkung entfalten kann. Die sedierende Wirkung ist dagegen gleich nach der ersten Einnahme, bereits am ersten Tag, deutlich spürbar.

 

Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen von Opipramol können sehr unterschiedlich sein. Folgende, aufgelistete Nebenwirkungen sind bekannt, müssen aber nicht zwangsweise bei jedem Patienten auftreten, der eine Behandlung mit Opipramol durchführt:

  • niedriger Blutdruck
  • Mundtrockenheit
  • Müdigkeit
  • Anstieg der Leberenzymwerte
  • Erster Stichpunkt
  • allergische Hautreaktionen
  • Gewichtszunahme
  • Schwindel
  • Veränderungen des Blutbilds
  • Benommenheit
  • bei älteren Patienten treten hin und wieder Verwirrtheitszustände auf

Aufgrund der sedierenden und beruhigenden Wirkung von Opipramol sollte der Wirkstoff nicht eingenommen werden, wenn eine aktive Teilnahme am Straßenverkehr (z. B. das Fahren von einem Auto) geplant ist. Die aufgeführten Nebenwirkungen treten je nach körperlicher Verfassung der Patienten mehr oder weniger intensiv auf, häufig auch gar nicht.

 

Langzeitschäden

Trotz der vielfältigen Nebenwirkungen, die durch einen therapeutischen Einsatz von Opipramol spürbar werden können, sind Langzeitschäden bisher nicht erkannt worden. Opipramol macht nicht abhängig, somit besteht kein Suchtrisiko. Es kann lediglich passieren, dass die Befindlichkeitsstörungen, gegen die Opipramol verordnet wurde, nach Beendigung der Therapie wieder spürbar werden.

 

Wechselwirkungen

Opipramol kann bedenkenlos Patienten verordnet werden, die keine Vorerkrankungen, wie z. B.:

  • Prostatavergrößerungen
  • Schwangerschaft / Stillzeit
  • Nieren- und Lebererkrankungen
  • Herzerkrankungen, wie z. B. Herzrhythmusstörungen

Selbst Kinder, die älter als 6 Jahre sind, können therapeutisch mit Opipramol behandelt werden. Aufgrund befürchteter Wechselwirkungen sollte Opipramol nicht gemeinsam mit folgenden Medikamenten und Wirkstoffen eingenommen werden:

  • Alkohol
  • Johanniskraut
  • Schlafmittel
  • Beruhigungsmittel
  • andere Antidepressiva
  • MAO-Hemmer
  • Betablocker
  • Antibiotika
  • Antihistamine
  • Medikamente gegen Malaria

Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob Sie Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel regelmäßig einnehmen, die in Kombination mit Opipramol Wechselwirkungen zeigen, sollten Sie bei der ersten Verordnung von Opipramol durch Ihren Arzt, diesem alle weiteren Medikamente und Nahrungsmittel auflisten, die Sie regelmäßig oder bei Bedarf einnehmen.

 

Dosierung

Häufig werden Dosierungen von Opipramol zwischen 50 und 300 mg / Tag ärztlich verordnet. Allgemeingültige Dosierungshinweise gibt es nicht, da jeweils der behandelnde Arzt die Dosierung des verordneten Opipramol anordnet, abhängig von der Schwere und der Art der Erkrankung. Von diesen Aspekten hängt zudem ab, ob das Opipramol einmal, zweimal oder dreimal am Tag eingenommen werden muss. Lassen Sie sich daher nach der Verordnung durch Ihren Arzt umgehend beraten.

 

Opipramol absetzen

Obwohl Opipramol nicht süchtig macht, sollte das Medikament nicht schlagartig abgesetzt werden, vor allem dann nicht, wenn es hoch dosiert, über einen längeren Zeitraum, eingenommen wurde. Die bisher verordnete Dosierung sollte beim Absetzen von Opipramol langsam minimiert werden. Diese langsame Entwöhnung wird auch als “Ausschleichen” bezeichnet. Würde das Absetzen von Opipramol zu schnell erfolgen, könnte der Therapieerfolg infrage gestellt werden, weil die zuvor verspürten Symptome plötzlich wieder auftreten. In der Regel erfolgt das Absetzen von Opipramol nicht nur auf ärztliches Anraten hin, sondern auch unter ärztlicher Begleitung. Halten Sie sich daher beim Absetzen von Opipramol an die Dosierungshinweise und Ratschläge von Ihrem behandelnden Arzt. Sollten Sie Symptome verspüren, die unter der Therapie verschwunden waren, sollten Sie diese Befindlichkeitsänderungen Ihrem Arzt mitteilen.

 

Erfahrungen mit Opipramol

Da Opipramol in Deutschland sehr häufig verordnet wird, finden sich viele Erfahrungsberichte von ehemaligen Patienten, die mit Opipramol ärztlich therapiert wurden.

Die meisten Erfahrungen der Patienten beziehen sich auf die Nebenwirkungen, die oben aufgelistet wurden, die auch dann auftreten, wenn die Dosis verändert wird. Hinzu kommt die Zufriedenheit der Patienten, die immer wieder gerne darstellen, dass sie bei der Therapierung mit Opipramol keinerlei Nebenwirkungen verspüren. Vor allem wird deutlich, dass es nicht nur durch die Hersteller dargestellt keinerlei Entzugserscheinungen gibt, sondern auch, bestätigt durch die Verwender, in der Realität.

Interessant sind die Darstellungen der Verwender, die anderen Patienten Tipps und Trick verraten, die das “Ausschleichen” von Opipramol vereinfachen. Sie können dann selber als Verwender diese Erfahrungen von anderen Patienten nutzen, wenn Sie eigene Fragen an Ihren Arzt stellen möchten. Nutzen Sie als Patient die Erfahrungen anderer Patienten, damit Sie mit Ihrem behandelnden Arzt eine Diskussionsgrundlage finden können, wenn Sie kurz vor einer Therapie mit Opipramol stehen. Sie können alle Ihre:

  • Ängste
  • Sorgen
  • Zweifel
  • Fragen

anbringen, wen Sie ein offenes Gespräch mit Ihrem behandelnden Arzt führen möchten. Erfahren Sie mit gezielten Fragen, basierend auf den Erfahrungen anderer Patienten, wie Ihre Behandlung mit Opipramol aussehen wird und was Sie Ihnen bringen kann.

Quellen: