Omega 3 Fettsäuren

Omega 3 Fettsäuren bei Depressionen

Bislang galten Omega-3-Fettsäuren als entzündungshemmend und gefäßgesund, doch neuste Studien zeigen, dass auch Depressionen durch die Einnahme gelindert werden können.

Omega-3-Fettsäuren gehören zu den Wundermitteln unserer Nahrung. Viele Menschen nehmen täglich zu wenig davon zu sich, kein Wunder also, dass ein Omega-3-Mangel häufig ist. Studien zufolge sollen Depressionen durch die Einnahme von Omega-3 nicht nur gelindert, sondern sogar geheilt werden. Eine der neusten Studien stammt aus der Schweiz.

In natürlicher Form kommt Omega-3 vor allem in Fisch vor, daher werden Nahrungsergänzungsmittel auch als Fischölkapseln vertrieben. Eine Studie in der ebendiese Kapseln gemeinsam mit Placebos eingesetzt wurden zeigt, dass die Stimmung durch das Fischöl deutlich besser wurde. Darüber hinaus war Omega-3 in der Lage die Aufmerksamkeit der Patienten zu erhöhen.

Auch eine italienische Studie belegte die Wirksamkeit. Insgesamt 47 Frauen wurden wahlweise mit zwei Gramm Omega-3-Fettsäuren oder einem Placebo behandelt. Das Ergebnis zeigte klar, dass die mit Fischöl behandelten Teilnehmerinnen an Lebensqualität hinzugewinnen konnten, während die Placeboeinnahme zu keinem Effekt führte. Beide Studien wurden unabhängig voneinander durchgeführt und zeigen die Wirksamkeit der Präparate.

Wirkung von Omega-3 Fettsäuren

Jedes Land hat individuelle Ernährungsschwerpunkte. Statistisch hat sich gezeigt dass Länder, in denen häufig Fisch konsumiert wird, weit weniger depressive Patienten zu verzeichnen haben. Ein weiterer Beweis für die Wirkung ist, dass viele, depressive Patienten einen erniedrigten Eicosapentaensäurespiegel aufweisen. Ungesättigte Fettsäuren, zu denen Omega-3 gehört, finden sich im Blutspiegel depressiver Menschen oft nur in geringer Menge. Auch bei anderen, psychiatrischen Beschwerdebildern, wie z.B. der Schizophrenie, ist der Anteil an Eicosapentaensäure (EPA), Arachidonsäure und Docosahexaensäure (DHA) oft verringert.

In einer Studie mit 380 Frauen wurde deutlich, dass bereits eine einprozentige Steigerung des DHA-Gehalts im Blut mit einer um 59 Prozent verbesserten Grundstimmung assoziiert war. Es sind vor allem diese Studienergebnisse, die depressiven Menschen Hoffnung geben und Wissenschaftler zur Annahme verleiten, dass Omega-3-Fettsäuren positive Auswirkungen bei Depressionen haben. Ein direkter Wirkungsmechanismus konnte bislang jedoch nicht nachgewiesen werden. Als sehr günstig hat sich eine Kombination aus modernen Antidepressiva und Omega-3-Fettsäuren bewiesen. Es wird davon ausgegangen, dass Omega-3 in der Lage ist die Wirkung der Antidepressiva zu verstärken.

Einsatz bei Depression und bipolarer Erkrankung

Die positiven Studienergebnisse beim Einsatz von Omega-3 bei Depressionen führten dazu, dass auch die Wirkung bei anderen Krankheitsbildern getestet wurde. So ist auch bei bipolaren Störungen, die sich durch einen Wechsel zwischen Manie und Depression zeigen, eine Wirksamkeit verzeichnet. Es wurde in einer groß angelegten Doppelblindstudie nachgewiesen, dass Patienten unter der Einnahme von hochdosiertem Omega-3 (täglich 9,6 Gramm) weniger selten einen Krankheitsrückfall erlitten.

EPA als besonders wirksam bewiesen

Es ist vor allem die Eicosapentaensäure, welche sich als äußerst wirksam bei der Behandlung von Depressionen gezeigt hat. Sie wird gern parallel zur antidepressiven Therapie eingesetzt. Nach rund zwei Wochen der Einnahme zeigt sich bei Patienten in Tests deutlich, dass die depressive Symptomatik rückläufig ist. Hiervon profitieren vor allem jene Patienten, die auf die Gabe von Antidepressiva nicht oder nur unzureichend ansprechen.

Wurden depressive Patienten hingegen mit Docosahexaensäure (DHA) behandelt, hat sich keine signifikante Verbesserung der Symptome gezeigt. In einer Testgruppe wurden 18 Patienten jeden Tag mit zwei Gramm DHA behandelt, weitere 17 Patienten erhielten ein Placebo. Der Unterschied im Effekt war nicht deutlich hervorzuheben was die Annahme zulässt, dass es vor allem die Omega-3 Fettsäure EPA ist, die einen positiven Einfluss auf psychiatrische Erkrankungen hat.

Kann Omega-3 Antidepressiva ersetzen?

Auch wenn positive Ansätze zu erkennen sind, können die wenigsten Menschen vollkommen auf ihre antidepressive Therapie verzichten. Es darf nicht außer Acht gelassen werden, dass es sich bei Depressionen um eine schwerwiegende, potentiell tödliche Erkrankung handelt. Patienten die von Suizidgedanken gequält werden haben einen extrem hohen Leidensdruck und sollten nicht experimentell behandelt werden. Die Gabe von Omega-3 Fettsäuren ist als Zusatzmedikation zur normalen, antidepressiven Therapie zu sehen. Die natürlichen Johanniskrautpräparate, die bereits seit Jahren gute Effekte bei der Therapie von Depressionen erzielen, sollten nach wie vor bevorzugt werden.

Haben Omega-3-Fettsäuren Nebenwirkungen?

Die FDA ist sich einig, dass eine Einnahme von bis zu 3,5 Gramm Fischöl pro Tag ohne Risiko ist. In dieser Dosierung sollen Studien zufolge keine Nebenwirkungen zu Tage treten. Größere Mengen über 3,5 Gramm pro Tag sollten nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden. Sehr hohe Dosierungen über 20 Gramm täglich können zu Nebenwirkungen führen. Sehr häufig treten Blähungen, Durchfall, Übelkeit und Völlegefühl auf. Werden minderwertige Fischölkapseln verwendet, kann es zu einem fischigen Nachgeschmack im Mund kommen.

Sehr selten konnte unter der Einnahme von Omega-3 eine Erhöhung des Blutzuckers festgestellt werden. Insbesondere Patienten mit einer Erkrankung der Bauchspeicheldrüse sollten fetthaltige Omega-3 Kapseln nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt einnehmen.

Darf jeder Patient Omega-3 einnehmen?

Menschen die bereits mit Blutverdünnern behandelt werden, sollten vor dem Beginn einer Therapie mit Fischölkapseln Rücksprache mit dem Arzt halten. Es ist möglich, dass die Wirkstoffe EPA und DHA die Blutgerinnung noch weiter hinabsetzen. Ein vorhandener Diabetes ist zwar keine Kontraindikation, erfordert aber eine engmaschige Kontrolle des Blutzuckerspiegels.

Auch die gemeinsame Einnahme von Medikamenten zur Unterdrückung des Immunsystems und Omega-3 darf kritisch betrachtet werden. Omega-3 Fettsäuren sollen die körpereigene Abwehr noch stärker unterdrücken und können Anwender somit anfällig für Infektionskrankheiten machen.