Olanzapin

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Olanzapin ist ein weit verbreiteter Arzneistoff, der häufig bei der Behandlung von Schizophrenie eingesetzt wird. Im deutschsprachigen Raum, wurde das Mittel vor rund 25 Jahren unter dem Namen Zyprexa eingeführt und wird seitdem häufig verwendet.
Im Vergleich zu anderen Medikamenten in diesem Bereich, gilt Olanzapin als besser verträglich, kann jedoch zu starker Gewichtszunahme führen.

Wo wird Olanzapin angewendet?

Verschiedene Botenstoffe im zentralen Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) sind dafür zuständig, dass ein Mensch in bestimmten Situationen des Lebens, entweder ausgeglichen oder angemessen reagiert. Botenstoffe wie zum Beispiel “Dopamin” oder auch “Serotonin”, werden bei gesunden Menschen je nach Bedarf von den Nervenzellen reguliert und ausgeschüttet. Diese werden anschließend auch wieder vom Körper aufgenommen und gespeichert.
Bei Menschen, die unter Schizophrenie leiden, ist dieser Einklang im Körper gestört, hier kommt das Mittel Olanzapin ins Spiel.
Das Mittel wird also am häufigsten bei einer Schizophrenie und manischen Episoden eingesetzt.

Wie wirkt Olanzapin?

Olanzapin ist in der Gruppe der “atypischen Neuroleptika” zu finden, der Wirkstoff blockiert Rezeptoren, hauptsächlich von Serotonin und teilweise von Dopamin. Botenstoffe und deren Wirkung werden so wieder in Einklang gebracht, eine Linderung der Beschwerden erfolgt und Symptome bessern sich. Ein zusätzlicher Effekt bei der Einnahme, ist die leicht beruhigende Wirkung, diese beugt zudem Manien vor.
Der Wirkstoff wird oral eingenommen und über den Darm ins Blut aufgenommen, anschließend über die Leber abgebaut und hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden.

Die richtige Dosierung

Die Einnahme erfolgt üblicherweise in Form von Tabletten, im akuten Anwendungsfall (z.B.: bei starken Schüben), kann das Mittel auch direkt ins Blut injiziert werden. Grundsätzlich beläuft sich die tägliche Dosierung auf rund zehn Milligramm. Wird jedoch eine höhere Dosierung für die Behandlung benötigt, so kann in kleinen Schritten die Dosis auf bis zu zwanzig Milligramm angehoben werden.

Der Wirkungseintritt von Olanzapin

Die volle Entfaltung der Wirkung tritt nicht gleich nach Behandlungsbeginn ein. Olanzapin braucht für die volle Entfaltung meist mehrere Tage bis Wochen. Erst nach diesem Zeitraum kann festgestellt werden, wie gut der Patient auf das Medikament reagiert und anspricht.

Mögliche Nebenwirkungen bei der Einnahme

Des Öfteren, bei mehr als zehn Prozent der Patienten, löst Olanzapin verschiedene Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Schläfrigkeit oder Gewichtszunahme aus.
Weitere Nebenwirkungen die von Patienten angegeben wurden sind Schwindel, eine dauerhafte Mundtrockenheit, niedriger Blutdruck und Verstopfung.
Zudem kann die Behandlung und Anwendung dieses Medikaments, bei rund zehn Prozent der Patienten, zu einem veränderten Blutbild führen.

Bekannte Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Wie bei den meisten Medikamenten gibt es auch bei Olanzapin bekannte Wechselwirkungen. Vor allem das Mittel “Carbamazepin”, ein bekanntes und gern verwendetes Epilepsie-Mittel, kann nachweislich die Wirkung von Olanzapin abschwächen.
Der Abbau des Wirkstoffes wird dadurch beschleunigt, auch das Rauchen hat denselben Effekt auf Olanzapin. Ein weiteres Mittel das sich auf den Abbau auswirkt, ist ein Medikament das bei Depressionen eingesetzt wird und trägt den Namen “Fluvoxamin.”

Wann sollte das Medikament nicht angewendet werden?

Es gibt Gegebenheiten oder Situationen, bei denen das Mittel nicht angewendet werden sollte. Unter anderem sollten Patienten mit einem sogenannten “Engwinkelglaukom”, Medikamente in denen Olanzapin enthalten ist, nicht einnehmen.
Auch bei Krankheiten wie Diabetes oder Demenz, kann der Wirkstoff negative Auswirkungen auf den Patienten haben.
Das Mittel sollte auch nicht während dem Autofahren, oder beim bedienen von Maschinen (also während der Arbeit) angewendet werden.
Aufgrund der Nebenwirkungen von Schwindel oder Schläfrigkeit, kann dies ein hohes Risiko für Unfälle darstellen.
Auch bei Kindern und Jugendlichen muss eine Behandlung mit dem Arzt abgesprochen werden. In diesem Bereich liegen im Zusammenhang mit Olanzapin wenige Erfahrungen vor.
Ein sehr hohes Risiko betrifft auch die Schwangerschaft und Stillzeit, während dieser Zeit sollte nach Erfahrungen eher auf besser erprobte Medikamente, wie zum Beispiel Risperidon zurückgegriffen werden.
Alkohol ist während der Einnahme und Behandlung zu vermeiden. Olanzapin verstärkt die Wirkung von Alkohol um ein vielfaches und kann deshalb das Bewusstsein, sowie die Atmung beeinträchtigen.

 

Olanzapin absetzen

Mit der eventuellen Gewichtszunahme, steigt auch das Risiko im weiteren Verlauf Diabetes zu entwickeln. Dies sollte auf jeden Fall durch regelmäßige Bluttests durch den Arzt, beobachtet werden. Bei einer geringen Anzahl von Patienten, wird durch Olanzapin der Zucker- oder Fettstoffwechsel gestört, etwaige Veränderungen müssen durch geeignete Maßnahmen vom Arzt behandelt werden.

Sehr selten kommen Nebenwirkungen wie Hautauschläge, oder Probleme beim Wasserlassen vor. In den seltensten Fällen kann es sogar zu Leberschäden kommen, der Arzt sollte bei regelmäßigen Kontrollen, eventuelle Probleme jedoch schnell bemerken.
Es gibt bestimmte Anzeichen bei denen ein Patient sofort zum Arzt gehen sollte. Die Einnahme von Olanzapin sollte sofort bei Halsschmerzen oder grippeartigen Beschwerden abgesetzt werden. Bei diesen Anzeichen besteht nämlich die Gefahr, dass die Zahl der weißen Blutkörperchen drastisch abgesunken ist, die Folge können Infektionen sein.

Sehr kritisch kann die Situation auch bei Bewusstseinsstörungen in Kombination mit hohem Fieber sein, wenn hinzu noch Herzrasen und Atemnot kommen, dann sollte schnellstens der Notarzt verständigt werden. Das Mittel muss in diesem Fall sofort abgesetzt werden und der Patient braucht dringend eine intensivmedizinische Versorgung.

Es gibt noch weitere Symptome die durch die Einnahme von Olanzapin ausgelöst werden können. Zu diesen zählen die Rhabdomyolyse, eine lebensgefährliche Erkrankung mit akuten Muskelschmerzen, bei der sich im weiteren Verlauf Muskelzellen auflösen können.

Auf eine Überempfindlichkeit können unter anderem geschwollene Lymphdrüsen, Schwellungen und Fieber hinweisen.

Das Absetzen von Olanzapin sollte schrittweise in Absprache mit dem Arzt erfolgen.

Welche Erfahrungen liegen mit Olanzapin vor?

Das Mittel ist im Vergleich zu anderen Medikamenten, ein noch sehr junger Arzneistoff. Aus diesem Grund gibt es zu diesem Mittel noch nicht so viele Erfahrungswerte wie bei anderen in diesem Bereich. Bekannt ist, dass das Mittel gegen psychische Beschwerden entwickelt wurde und bereits seit über 20 Jahren angewendet wird. Des Weiteren ist wissenschaftlich erwiesen, dass Olanzapin weniger Nebenwirkungen im Vergleich zu anderen Neuroleptika aufweist. Allerdings gibt es auch bei diesem Mittel gewisse Nachteile, wie zum Beispiel die starke Gewichtszunahme.

Medikamente die Olanzapin enthalten, sind daher verschreibungspflichtig, denn die Behandlung darf nur unter regelmäßiger Kontrolle durch einen Arzt erfolgen. Ohne Rezept besteht daher keine Möglichkeit dieses Medikament zu erhalten.
Beim Absetzen des Medikaments, muss vom Arzt sehr genau darauf geachtet werden, wie der Patient auf die Reduzierung reagiert.

Quellen: