Nortroptylin / Amitriptylin

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Zur Behandlung von depressiven Erkrankungen kann auch der stimmungsaufhellende Wirkstoff Nortroptylin aus den trizyklischen Antidepressiva eingesetzt werden. Bei dieser Therapie soll vor allem verhindert werden, dass Noradrenalin in das präsynaptische Neuron wieder aufgenommen wird. Wie die Anwendung erfolgen sollte und welche Nebenwirkungen und möglichen Wechselwirkungen es gibt, erfahren Sie im folgenden Artikel.

 

Anwendungsgebiete

Bei einer stark ausgeprägten Depression soll Nortroptylin Anwendung finden. Suchen Sie jedoch sofort einen Arzt auf, wenn sich Ihre Erkrankung nicht bessert oder sogar noch verschlimmert. Gerade auch dann, wenn Ihre Gedanken um Selbstverletzung oder -tötung kreisen.

Bei einer Einnahme sollten die folgenden Anwendungshinweise beachtet werden und ohne Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker die vorgeschlagene Gesamtdosis nicht überschritten werden.

Nortroptylin wird in Form von Filmtabletten verabreicht, diese sollten jeweils mit Flüssigkeit, idealerweise mit einem Glas Wasser eingenommen werden. Wie lange die Einnahme dauert, richtet sich nach der Art der Beschwerden. Daher wird die Dauer immer vom Arzt bestimmt.

 

Gegenanzeigen

Bei den Gegenanzeigen wird aufgezeigt, wann Sie Nortroptylin Sie nicht einnehmen sollten oder wann Sie nur nach Rücksprache mit dem Arzt dieses Arzneimittel einnehmen können. So sprechen vor allem eine Überempfindlichkeit/Allergie bei Aufnahme eines oder mehrerer der Inhaltsstoffe, ein erst kürzlich erfolgter Herzinfarkt, Herzrythmusstörungen sowie eine koronare Herzkrankheit gegen die Einnahme.

Ebenso sollte auf die Einnahme verzichtet werden, wenn die entsprechende Person das 18. Lebensjahr noch nicht erreicht hat. In diesem Fall darf Nortroptylin gar nicht verabreicht werden. Bei älteren Patienten hingegen sollte immer ein Arzt zu Rate gezogen und die Einnahme genau abgestimmt werden. Ebenso sind hier engmaschige Kontrollen durch den Arzt einzuhalten.

Während der Schwangerschaft und der Stillzeit ist die Einnahme ebenfalls nicht empfehlenswert. Sind Sie schwanger, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen. So kann das Mittel während einer Schwangerschaft aus ärztlicher Sicht eventuell erforderlich sein. Sind Sie in der Stillzeit ist es ratsam abzustillen, wenn Sie das Arzneimittel einnehmen wollen oder müssen, etwa wegen einer Wochenbettdepression.

Oftmals werden Arzneimittel trotz der aufgeführten Gegenanzeigen vom Arzt verschrieben. Sind Sie sich unsicher, dann sprechen Sie mit Ihrem Arzt der Ihnen erklären kann, warum der therapeutische Nutzen in Ihrem Fall bei der Einnahme höher ist, als das Risiko einer Gegenanzeige.

 

Die Geschichte des Mediakements

Nortroptylin ist ein Arzneimittel der Firma Glenmark Pharmaceuticals Ltd. Hierbei handelt es sich um ein Pharmaunternehmen mit Hauptsitz in Indien, Mumbai. Der Hauptmerk der Forschung liegt auf biologischen und chemischen Wirkstoffen. Seit 2010 hat die Tochtergesellschaft Glenmark Arzneimittel GmbH Ihren Sitz in Deutschland in Gröbenzell in Bayern.

Doch bereits im Jahr 1964 wurde der Wirkstoff in der Schweiz zugelassen und kam hier in Form von Filmtabletten in den Handel. Im Jahr 2016 wurde der Vertrieb in der Schweiz eingestellt. In Deutschland läuft der Vertrieb von Nortroptylin jedoch weiter.

 

Wirkung / Wirkstoff

Der aktive Wirkstoff in dem Arzneimittel besteht zu 10 mg pro einer Filmtablette aus Nortroptylin hydrochlorid. Zusätzlich enthalten sind Lactose-1-Wasser, Maisstärke, Calciumhydrogenphosphat-2-Wasser, pflanzliches Magnesium, Hypromellose sowie Glycorol, Titanoxid und Ethylcellulose.

Der in Nortroptylin enthaltende vorwiegende Wirkstoff greift in die Signalübermittlung im Gehirn ein. Hierbei wird die Dauer der Wirkung der Botenstoffe erhöht, die stimmungsaufhellend das Gehirn beeinflussen. So kann die allgemeine Stimmungslage verbessert und einer Depression gegengewirkt werden.

 

Wirkungseintritt

Das Arzneimittel wird oral mittels einer Filmtablette verabreicht. Durch die hohe Bioverfügbarkeit wird das Arzneimittel hepatisch im Stoffwechsel aufgenommen und schnell verarbeitet. Bis zu 90 Stunden kann die Plasmahalbwertszeit betragen, danach wird der Wirkstoff über den Urin ausgeschieden. So ist der Wirkstoff bereits bei einer täglichen Dosis von nur einer Tablette ständig im Körper verfügbar. Je nach Schwere der Depression wird die Dosis dann entsprechend erhöht.

 

Nebenwirkungen

Es gibt eine Reihe von Nebenwirkungen, die eintreten können, aber nicht zwingend eintreten müssen. Dennoch müssen diese Nebenwirkungen im Beipackzettel aufgeführt werden, auch wenn diese bei der Mehrzahl der Patienten, die das Medikament eingenommen haben, gar nicht aufgetreten sind und diese während der Einnahmezeit keine Nebenwirkungen aufzählen können.

Hinzu kommt, dass die Nebenwirkungen auch vereinzelt auftreten können. So wurden in der Auflistung gerade die Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei 1:1000 Patienten und mehr aufgetreten sind. Mögliche Nebenwirkungen sind daher:

  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Erbrechen, Verstopfung, Durchfall oder Übelkeit
  • Durstgefühl
  • Mundtrockenheit
  • Geschmackstörungen
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Gewichtszunahme
  • Schlafstörungen
  • Schlaflosigkeit
  • Benommenheit
  • Müdigkeit
  • Alpträume
  • Krampfanfälle
  • Delirium (Verwirrtheit)
  • Zittern
  • Koordinationsstörung
  • Manie
  • Konzentrationsstörungen
  • Missempfindungen
  • Paradoxe (sonderbare) Reaktionen
  • Nervosität, Selbstmordgedanken, Angstzustände
  • Schwitzen
  • Tinnitus (Ohrgeräusche)
  • Nervenschädigungen
  • Sehstörungen
  • gestörtes Nah- und Fern-, oder verschwommenes Sehen
  • Augeninnendruck wird erhöht
  • Nase scheint verstopft
  • Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut
  • Nessel- oder Hautausschlag, Gesichtsschwellungen
  • Niedriger Blutdruck
  • damit verbundene Kreislaufstörungen
  • Kollapsneigung
  • Bluthochdruck
  • Herzrhythmusstörungen und bedingte Herzrythmusstörungen
  • Herzklopfen
  • Pulsbeschleunigung
  • Störung der Blase
  • Leberfunktionsstörungen
  • Störung der Sexualfunktion
  • bei Frauen Milchabsonderung (Galaktorrhoe)

Bemerken Sie eine der oben genannten Störungen in der Befindlichkeit und waren diese vor der Einnahme noch nicht in Erscheinung getreten, sollten Sie sich sofort an Ihren Arzt wenden.

 

Wechselwirkungen

Zu den sogenannten Wechselwirkungen kommt es immer dann, wenn Sie mehrere Arzneimittel gleichzeitig anwenden. Hierbei kommt es dann dazu, dass die Nebenwirkungen oder sogar auch die Wirkung der gleichzeitig eingenommenen Arzneimittel sich verändern. Daher sollten Sie bei einer regelmäßigen Einnahme von Arzneimitteln dies vorab mit Ihrem Arzt abklären.

Aber auch sporadisch eingenommene Kopfschmerz- oder Magentabletten können eine Wechselwirkung verursachen oder die eigene Wirkung verlieren.

Die Wirkstoffe der verschiedenen Arzneimittel können sich hierbei unterschiedlich beeinflussen. So kann es zu einer Behinderung der Aufnahme eines der Mittel im Darm kommen. Aber auch das schnellere Ausscheiden über die Nieren ist möglich. So kann ein Arzneimittel die Wirkung des zweiten abschwächen, aufheben oder verstärken. Ebenso können die Nebenwirkungen eines Arzneimittels bei gleichzeitiger Einnahme intensiviert werden.

Auf sämtliche alkoholische Getränke sowie auch Speisen sollten Sie im Fall der Einnahme von Nortroptylin verzichten. Ebenfalls sollten Sie auf Vitamin- oder Mineralstoffpräparate verzichten

 

Dosierung

Haben Sie die Einnahme einmal vergessen, sollten Sie nicht bei der nächsten Einnahme die doppelte Dosierung wählen. Denn dann kann es zu einer Überdosierung kommen, die das Folgende verursachen kann:

  • Schwindel
  • Sehstörungen
  • Pupillenerweiterung,
  • Erbrechen
  • Mundtrockenheit
  • Atemstörungen
  • Blutdruckabfall
  • Krämpfe

Gerade bei älteren Menschen, Kleinkindern und Säuglingen sollte immer auf die richtige Dosierung aller Medikamente besonders gewissenhaft geachtet werden. Eine Dosierung, die der Arzt verordnet hat, kann immer von der Dosierungsangabe in der Packungsbeilage abweichen. Denn bei einer individuellen Dosierung bestimmt der Arzt und Nortroptylin sollte genau nach dessen Anweisungen eingenommen werden.

Wurde die Dosierung nicht von Ihrem Arzt geändert, dann sieht diese bei Nortroptylin Filmtabletten 10 mg wie folgt aus:

Erwachsene sollten auf eine Einzeldosis von einer Tablette bis zu einer täglichen Gesamtdosis von drei bis vier Mal täglich eine Tablette achten. Die Einnahme ist hierbei unerheblich von Mahlzeiten. Alternativ kann auch eine tägliche Einzeldosis von drei bis vier Tabletten einmal am Tag und hier entsprechend am Abend eingenommen werden.

Sie sollten jedoch immer darauf achten, gerade dann, wenn der Arzt die Dosis festgelegt hat, dass Sie nicht mehr als 15 Tabletten pro Tag einnehmen. Gerade ältere Patienten sowie Patienten mit einer Leberfunktionsstörung sollten vor der Einnahme den Arzt für ihre persönliche Dosierung fragen.

 

Nortroptylin / Amitriptylin absetzen

Wurde vom Arzt das Arzneimittel verschrieben, sollte es auf keinen Fall ohne vorherige Rücksprache abgesetzt werden. Bemerken Sie jedoch bei der Selbstmedikation eine oder mehrere der genannten Nebenwirkungen und sind diese vor der Einnahme von Nortroptylinbzw. Amitriptylin  noch nicht aufgetreten, dann sollten Sie das Arzneimittel absetzen und Ihren Arzt aufsuchen.

Ebenso, wenn es zu vermehrt auftretenden Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommt. Haben Sie während der Einnahme Alkohol konsumiert ist es hilfreich, die nächsten Stunden auf die Einnahme von Nortroptylin / Amitriptylin zu verzichten und später mit der normalen Dosierung wieder fortzufahren.

 

Erfahrungen mit Nortroptylin / Amitriptylin

Die Erfahrungen, die die meisten Patienten mit Nortroptylin / Amitroptylin gemacht haben, sind in der Wirksamkeit als überdurchschnittlich gut zu bezeichnen. So gaben etwa 70 % an, dass das Mittel sehr wirksam sei. Hierbei wurden vor allem Männer und Frauen in einem Alter zwischen 40 und 60 Jahren befragt, die am häufigsten dieses Mittel einnehmen. Bei über 70 Jahren kam es zu keiner Einnahme mehr, bei den 18 bis 40 jährigen lag die Einnahmequote bei unter 15 %.

Dementgegen wurde jedoch auch ermittelt, dass die Anzahl der Nebenwirkung bei über 50 % im Durchschnitt liegt, wobei hier schon von einem sehr hohen Wert gesprochen werden kann.

Dennoch sind Patienten der Meinung, dass sie aufgrund der guten Wirkung die ein oder andere Nebenwirkung gerne in Kauf nehmen. Häufig wurde jedoch bei Frauen mittleren Alters ein extremer Haarausfall beschrieben.