Mianserin

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Was verbirgt sich hinter Mianserin?

Mianserin ist ein Antidepressiva. Der Wirkstoff wird eingesetzt, um Depressionen zu behandeln. Bisher hat das Medikament den folgenden Weg genommen:

  • 1967: Die Firma Organon lässt Mianserin patentieren.
  • 1975: Mianserin wird in Deutschland unter dem Namen Tolvin zugelassen.
  • 1981: Mianserin wird in der Schweiz zugelassen.
  • 2020: Mianserin ist der Wirkstoff in zahlreichen Generika.

Eine Depression im medizinischen Sinn unterscheidet sich von den negativen Phasen, die uns übermannen, weil der Himmel grau ist, im Job nicht alles so läuft, wie es soll oder es Probleme in der Partnerschaft gibt.

Sind wir im alltäglichen Sprachgebrauch deprimiert, fühlen wir uns schlecht. Aber sobald die Sonne wieder scheint oder eine Gehaltserhöhung in Aussicht steht, steigt unser Wohlbefinden. Eine richtige Depression verläuft jedoch anders. Wenn das Denken, Handeln und Fühlen eines Betroffenen so stark beeinflusst wird, dass durch die Störungen einiger Körperfunktionen gesundheitliche Probleme verursacht werden, helfen oft nur noch Antidepressiva wie Mianserin.

 

In welchen Bereichen kann Mianserin angewendet werden?

Mianserin ist nicht nur eine gute Arznei gegen Depressionen. Der Wirkstoff kommt – wie andere Antidepressiva auch – bei der Behandlung chronischer Schmerzen zum Einsatz. Sie sollten es jedoch nicht zu sich nehmen, ohne vorher einen Arzt konsultiert zu haben. Die Behandlung beginnt mit einem aufklärenden Gespräch über den Wirkstoff und seine Anwendungsgebiete.

Handelt es sich um eine leichtere Form der Depression, wird der Arzt vor einer medikamentösen Behandlung eine Psychotherapie vorschlagen. Erst, wenn diese nicht anschlägt oder von vornherein feststeht, dass es sich um eine mittelstark bis stark ausgeprägte Depression handelt, wird der Art eine medikamentöse Behandlung in die Wege leiten.

 

Wie wirkt Mianserin?

Mianserin gehört zu den trizyklischen Antidepressiva. Es wirkt auf die Neutronansmitter-Systeme im menschlichen Körper ein. Bei dem Betroffenen stellt sich in innerhalb kürzester Zeit eine stimmungsaufhellende und angstbefreiende Wirkung ein. Zudem wirkt Mianserin bei dem Patienten sehr schlaffördernd.

 

Welche Nebenwirkungen gibt es in Zusammenhang mit der Einnahme von Mianserin?

Mianserin – als trizyklisches Antidepressiva – gehört zu der ersten Generation von Wirkstoffen, die zur Behandlung mittelstarker und starker Depressionen eingesetzt wird. Im Gegensatz zu neueren Produkten kann die Einnahme von Mianserin mit vielen Nebenwirkungen verbunden sein.

Einige Patienten klagten kurz nach der ersten Einnahme darüber, dass sie ein benommenes Gefühl verspürten und gelegentliche Zitteranfälle bekommen hätten. Zudem neigten sie zu unwillkürlichen Bewegungen. Einige Anwender litten besonders in den ersten Behandlungstagen über starke Müdigkeitserscheinungen. Wenige Ärzte stellten bei ihren Patienten Veränderungen des Blutbilds wie Leukopenie, Agranulozytose oder Thrombozytopenie fest.

Bei der Leukopenie sind zu wenige weiße Blutkörperchen im menschlichen Körper vorhanden. Die Agranulozytose ist mit einem schweren Krankheitsgefühl verbunden. Bakterielle Infektionen werden von Fieber und Schüttelfrost begleitet. Durch Thrombozytopenie werden im menschlichen Körper Thrombosen ausgelöst, weil die Zahl der Thrombozyten zu niedrig ist.

Unter Krampfanfällen und Hypotonie litten einige Patienten, nachdem ihnen Mianserin verschrieben worden war.

Darüber hinaus wurden von Patienten vereinzelt auch die folgenden Nebenwirkungen geschildert:

  • Ödeme
  • Gynäkomastie
  • Hypomanie
  • Hautausschlag
  • Gelenkschmerzen
  • Schwellungen an den Gelenken
  • Leberfunktionsstörungen

 

Welche Wechselwirkungen sind bei Mianserin bekannt?

In Zusammenhang mit dem Medikament Mianserin sind die folgenden Wechselwirkungen bekannt:

MAO Hemmer sollten mindestens 14 Tage vor einer Medikation mit Mianserin abgesetzt werden. MAO Hemmer gehören zur Gruppe der Psychopharmaka, die ebenfalls zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden.

Bei der gleichzeitigen Einnahme von Alkohol und Mianserin tritt eine gleichzeitige Wirkungsverstärkung ein. Der Wirkstoff sollte auch nicht mit Antihypertonika eingenommen werden, da die blutsenkende Wirkung der Antihypertonika stark vermindert werden würde.

In einer Schwangerschaft bzw. in der Stillzeit sollte die Anwenderin vor der Einnahme von Mianserin in jedem Fall einen Arzt konsultieren. Auch im umgekehrten Fall – die Anwenderin stellt während der Einnahme von Mianserin fest, dass sie schwanger ist – sollte der Arzt über eine weitere Behandlung entscheiden.

Wenn Sie bei mittelstarken oder starken Depressionen auf eine Behandlung von Mianserin zurückgreifen wollen, sollten Sie besondere Vorsicht walten lassen, wenn sie zu den folgenden Risikogruppen gehören:

  • Sie leiden unter schweren Nierenschäden.
  • Sie haben ein Anfallsleiden.
  • Bei Ihnen wurde ein Engwinkelglaukom diagnostiziert.
  • Sie leiden unter Prostatahypertrophie.
  • Sie haben ein chronisches Herzleiden oder eine Erregungsleitungsstörung.

 

Welche Dosierung ist für das Medikament empfehlenswert?

Mianserin wird in Form von Filmtabletten verabreicht. Falls vom behandelnden Arzt nicht anders verordnet, erfolgt die Einnahme direkt vor dem Schlafengehen. Die Behandlung wird etappenweise eingeleitet. Dies bedeutet, dass die Tagesdosis zunächst auf maximal 30 Milligramm pro Tag festgelegt ist. Je nach Schwere der Depression sollte die Dosis der antidepressiven Stimmung des Patienten angepasst werden. Eine höhere Dosierung sollte jedoch immer in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

 

Können Sie Mianserin jederzeit absetzen?

Ebenso wie der Anfang der Behandlung sollte auch das Ende schleichend erfolgen. In keinem Fall ist zu empfehlen, das Medikament sofort abzusetzen. Möchte der Anwender auf Mianserin verzichten, ist im ihm zu raten, einen Arzt zu konsultieren.

 

Diese Erfahrungen haben andere Anwender gemacht

Im Folgenden werden einige Erfahrungen beschrieben, die Patientinnen und Patienten bei der Anwendung von Mianserin gemacht haben:

Die erste Anwenderin steht am Anfang der Behandlung. Von ihrem behandelnden Arzt wurde ihr empfohlen, zunächst die Tagesdosis von 7,5 Milligramm vor dem Schlafengehen zu nehmen. Nach circa einer Stunde stellt sich die Wirkung ein. Die Anwenderin wird sehr müde und kann sich kaum noch auf den Beinen halten. Das Schlafen stellt bei der Anwenderin ebenfalls kein Problem. Allerdings beklagt die Dame, dass das Mianserin in dieser Konzentration kaum Wirkung zeige.

Der zweite Patient ist ein älterer Herr, der das Medikament schon seit neun Jahren nimmt. Die anfänglichen Nebenwirkungen – Müdigkeit, Gewichtszunahme und Mundtrockenheit – haben mit der Zeit nachgelassen. Das Mianserin hat bei ihm eine hervorragende Wirkung gezeigt. Er lacht viel, ist mehr unterwegs als früher und hat mehr Spaß am Leben. Selbst das trübste Novemberwetter kann seiner guten Laune jetzt nichts mehr anhaben.

Eine weitere Anwenderin nimmt Mianserin seit ungefähr 15 Jahren. Die schweren Depressionen wurden bei ihr von Angstzuständen begleitet. Gerade gegen dies Angstzustände zeigt das Minaserin bei dieser Patientin eine sehr schnelle Wirkung. Die antidepressive Wirkung tritt bei ihr nach knapp einer Woche ein. Negativ wirkt sich ihr zunehmender Appetit aus. Auch der Hunger auf etwas Süßes ist bei ihr sehr groß. An weiteren Nebenwirkungen hat sie Trägheit und Müdigkeit festgestellt. Trotzdem möchte diese Anwenderin nicht auf Mianserin zur Behandlung ihrer Depressionen und Angstzustände verzichten.

Die letzte Patientin nimmt das Medikament seit fünf Tagen. Wegen ihrer Depressionen ist sie schon länger in ärztlicher Behandlung. Die ihr bisher verordneten Medikamente haben nicht angeschlagen. Bei Mianserin scheint dies anders zu sein. Der erste antidepressive Effekt ist bereits am 2. Tag aufgetreten. Als negative Aspekte stellen sich bei ihr Müdigkeit und Heißhunger ein.

Quellen