Citalopram

Citalopram – Wirkstoff zur Behandlung von psychischen Störungen

Insbesondere bei der Behandlung von Depressionen kommt der Wirkstoff Citalopram zum Einsatz. Der Wirkstoff gehört zur Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI). Entwickelt wurde der Wirkstoff im Jahr 1989, die Zulassung in Deutschland erfolgte allerdings erst im Jahre 1996. Inzwischen ist der Wirkstoff in zahlreichen Medikamenten und unterschiedlichen Psychoparmaka gegen psychische Störungen und Depressionen enthalten. Citalopram ist ein allgemein gut verträglicher Wirkstoff, kann aber trotzdem bei manchen Menschen leichte Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Gewichtsveränderungen hervorrufen.

Wirkungsweise von Citalopram

Citalopram greift in den Stoffwechsel des Gehirns ein, indem Neurotransmitter wie Serotonin beeinflusst werden. Solche Botenstoffe übermitteln Signale zwischen den Nerven und den Hirnzellen. Die Transmitter werden von einer Zelle ausgeschüttet und docken an bestimmten Rezeptoren der nächsten Zelle an. Die Nervenzelle nimmt anschließend die Botenstoffe wieder auf, was diese inaktiviert. Die Entstehung von depressiven und psychosomatischen Symptomen wird von Experten unter anderem darauf zurückgeführt, dass eine zu niedrige Dosis Serotonin freigesetzt wird. Medikamente, die Citalopram enthalten, setzen an dieser Stelle an. Die Wiederaufnahme von Serotonin in die Zellen wird selektiv gehemmt. So kann der Botenstoff länger seine angstlindernde und stimmungsaufhellende Wirkung entfalten. Die Konzentration des Botenstoffes wird gesteigert und es kommt zu einer dauerhaft höheren Reizung und Verminderung der Rezeptorenanzahl. Entsprechend wirkt während als auch nach der Therapie eine gleichbleibende Menge Botenstoff stärker nach. Die Zusammenhänge sind zwar wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt, doch lassen sich Depressionen mit Citalopram in vielen Fällen in den Griff bekommen. Allerdings setzt die Wirkung von Citalopram erst einige Wochen nach dem Beginn der Behandlung ein.

Citalopram – wann und wie wird der Wirkstoff angewandt?

Medikamente, die Citalopram enthalten, werden zur Behandlung von Panikattacken, Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen angewandt. Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Genesungserfolg, den natürlich der behandelnde Arzt festlegt. Häufig beträgt die Behandlungsdauer ein bis mehrere Jahre. Im Regelfall wird einmal täglich eine Citalopram als Filmtablette verabreicht. Nach der Aufnahme in den Blutkreislauf vergehen 36 Stunden bevor die Leber die Hälfte des Wirkstoffs abgebaut hat. Daher reicht in der Regel eine einmalige Dosis am Tag. In seltenen Fällen wird Citalopram bei Patienten in stationärer Behandlung auch als Infusionslösung verabreicht.

Nebenwirkungen von Citalopram

Zu Beginn der Therapie, meist in den ersten zwei Wochen, können in einigen Fällen folgende Nebenwirkungen beobachtet werden:
  • Schlaflosigkeit
  • vermehrtes Schwitzen
  • Durchfall
  • verminderter Appetit
  • Gewichtsabnahme
  • Herzklopfen
  • Ängstlichkeit
  • Nervosität
  • Sehstörungen
  • Verwirrtheit
  • Hörstörungen
  • selten Gewichtszunahme und zügelloser Appetit
Bei Patienten mit Suizidgefährdung ist eine engmaschige Überwachung in den ersten zwei bis vier Wochen notwendig, bevor die antidepressive Wirkung des Präparats eintritt. Da Citalopram direkt im zentralen Nervensystem wirkt, können noch andere Nebenwirkungen auftreten, die allerdings in ihrer Bedeutung eine untergeordnete Rolle spielen.

Was muss bei der Einnahme von Citalopram beachtet werden?

Grundsätzlich sollte Citalopram nicht an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren verabreicht werden. Personen, die das 65. Lebensjahr bereits vollendet haben, sollten nur eine geringere Dosis erhalten. Die Hälfte der normalerweise verordneten Menge ist hier ausreichend. Citalopram wird über die Leber abgebaut. Daher muss die Dosierung bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion entsprechend auf eine niedrigere Dosis eingestellt werden, bevor der Arzt die Dosis langsam steigern kann. Eine kontinuierliche Überprüfung der Leberwerte auf eine individuell verträgliche Dosierung des Citaloprams.

Citalopram-Einnahme während der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft sollte die Einnahme von Citalopram nur im äußersten Notfall erfolgen. Der Arzt wird sorgfältig eine Nutzen-Risiko-Abwägung vornehmen. Der Wirkstoff überwindet nämlich die Plazenta. Im letzten Drittel der Schwangerschaft können nach der Anwendung von Citalopram beim Neugeborenen Absetzerscheinungen ausgelöst werden. Die Absetzerscheinungen wie Kopfschmerzen, Unwohlsein und Übelkeit können bei einem schlagartigen Abbruch der Therapie auch beim erwachsenen Patienten auftreten. Wenn das Medikament abgesetzt werden soll, muss die Dosis daher schrittweise verringert werden, um etwaige Nebenwirkungen zu minimieren.

Wechselwirkungen von Citalopram mit anderen Substanzen

Citalorpram erhöht während der Therapie die Empfindlichkeit gegen Alkohol. Daher sollte die gleichzeitige Einnahme vermieden werden. Bereits nach dem Konsum von gängigen Alkoholmengen zeigen sich heftiges Unwohlsein und schwerste Kater-Erfahrungen. Zudem darf Citalopram nicht zusammen mit anderen Antidepressiva der MAO-Hemmer-Gruppe eingenommen werden. Aufgrund der Wechselwirkung der Wirkstoffe besteht die Gefahr eines lebensbedrohlichen Serotonin-Syndroms. Symptome, mit denen sich ein Serotonin-Syndrom äußert, sind Muskelstarre, Überhitzung, Zittern, Reizbarkeit, Verwirrtheit bis hin zum Delirium und Koma. Während der Citalopram-Therapie sollte ebenso auf alle anderen Medikamente, die auf den Serotonin-Haushalt einwirken, verzichtet werden. Einige Medikamente gegen Migräne, Triptane, Opioide, Fentanyl, Tramadol, Tryptophan, 5-http und Vorstufen von Serotonin-Schlafmitteln oder -Stimmungsaufhellern sollten immer nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt mit Citalopram kombiniert werden. Bei einigen Menschen kann Citalopram zu einer QT-Zeit-Verlängerung, also einer Veränderung des Herzschlags, kommen. Daher darf Citalopram auch nicht mit QT-Zeit-verlängernden Medikamenten zusammen eingenommen werden. Ansonsten kann es zu Herzrhytmusstörungen und im schlimmsten Fall zum Herzstillstand kommen. Zu den Medikamenten, bei denen mit einer Wechselwirkung gerechnet werden muss, gehören beispielsweise bestimmte Antibiotika, Medikamente gegen Pilzinfektionen, Asthma-Mittel und Erkältungspräparate. Wem nach der Einnahme von Citalopram-haltigen Medikamenten Nebenwirkungen oder unregelmäßige Herzschläge auffallen, so sollte sofort ein Arzt informiert werden.

Citalopram – Medikamente mit diesem Wirkstoff nur mit ärztlicher Verordnung?

In der Regel geht der Verordnung von Medikamenten, die Citalopram enthalten, eine Untersuchung durch einen Facharzt für Neurologie oder Psychiatrie voraus. Meist wird der Facharzt eine begleitende Psychotherapie empfehlen. Beziehen kann der Patient den Wirkstoff, der auf das Zentralnervensystem einwirkt, ausschließlich über Apotheken. Da viele Wirkstoffe mit Citalopram eine Wechselwirkung eingehen, sollten Patienten nicht versäumen, den Arzt und den Apotheker über alle Medikamente, die bereits eingenommen werden, zu informieren.

Wann wurde Citalopram entdeckt?

Die dänische Firma Lundbeck war auf der Suche nach einem Anti-Epileptikum mit einer neuartigen, krampflösenden Wirkung. Dann stellte das Unternehmen aber fest, dass der Wirkstoff Citalopram zwar nicht die gewünschte antiepileptische Wirkung hatte, aber eine antidepressive. 1989 ließ das Unternehmen den Wirkstoff patentieren. Da dieses Patent im Jahr 2003 ausgelaufen war, zogen nun zahlreiche Pharmafirmen nach und entwickelten Medikamente, die Citalopram enthalten. Natürlich konterte die Firma Lundbeck und ließ sich die stärkere Variante des Wirkstoffs unter der Bezeichnung Escitalopram erneut patentieren. Damit wurde der Patentschutz für den Wirkstoff effektiv auf einen längeren Zeitraum erneuert.

Citalopram – das Wichtigste in der Übersicht

  • hilft gegen Panikstörungen und Depressionen.
  • Eine bemerkbare Wirkung ist erst nach einigen Wochen erkennbar.
  • kann einige Nebenwirkungen haben.
  • darf nicht mit Johanniskraut kombiniert werden.
  • darf nicht abrupt abgesetzt werden.
Wie die meisten Psychopharmaka sollten Präparate mit Citalopram nicht ohne ärztlichen Rat eingenommen werden. Insbesondere wenn Vorerkrankungen mit anderen Medikamenten behandelt werden, ist die Gefahr von Wechselwirkungen enorm.
 Quellen und weiterführende Informationen: