Buspiron

Was ist Buspiron?

Buspiron gehört zur Gruppe der Benzodiazepine. Ein Arzt verordnet ein Medikament mit dem Wirkstoff, wenn er bei einem Patienten eine Angststörung feststellt. Auf dem Weg von der Entdeckung des Wirkstoffs Anfang der 1970er Jahre bis heute hat Buspiron die folgenden Stationen durchlaufen:

  • 1972: Wissenschaftler an der Mead Johnson Nutrition in den USA entdecken den Wirkstoff.
  • 1975: Buspiron wird zum Patent angemeldet.
  • 1986: Das Pharmaunternehmen Bristol Myers Squibb bringt Buspiron in den USA auf den Markt.
  • 1996: Buspiron wird auf dem deutschen Markt zugelassen.
  • 2001: Der Patentschutz für Buspiron läuft aus.
  • 2020: Heute verordnen die Ärzte ein Generikum, das den Wirkstoff Buspiron enthält.

Eine Angststörung macht sich durch oft unbegründete Angstattacken des Patienten bemerkbar. Die Attacken greifen auf alle Lebensbereiche des Patienten über.

Die Angstzustände beziehen sich z.B. auf das Verlassenwerden vom Partner oder andere soziale Bereiche. Auch Existenzsorgen, die Gesundheit oder Geldnöte lösen bei vielen Menschen Angstzustände aus. Begleitet werden diese Angstzustände von unterschiedlichen körperlichen Beschwerden wie Übelkeit, Zittern, Herzrasen, Kopfschmerzen und Schlafstörungen.

Um die Angstzustände und die Begleiterscheinungen zu lindern, werden Benzodiazepine eingesetzt. Diese helfen schnell und zuverlässig. Nachteilig wirkt sich bei den meisten Benzodiazepinen aus, dass die Einnahme schnell zur Abhängigkeit führt. Wird das Medikament ohne vorherige Absprache mit dem behandelnden Arzt abgesetzt, können die Angstattacken schwerer sein, als sie am Anfang in Erscheinung sind.

Buspiron soll sich nach dem derzeitigen Forschungsstand anders verhalten. Die Wissenschaftler sind sich einig, dass Buspiron nicht sedierend wirkt und nicht abhängig macht.

 

Welche Wirkung hat das Medikament?

Buspiron wirkt nicht unmittelbar, nachdem der Anwender es eingenommen hat. Wird Buspiron regelmäßig eingenommen, tritt der erste Erfolg oft erst nach einer Woche ein. Der Wirkstoff gelangt über den Darm ins Blut. Über das Blut wird das Buspiron zur Leber transportiert und über den Harn wieder ausgeschieden.

Im menschlichen Gehirn findet nach der Entfaltung des Wirkstoffs eine Neuorganisation der neuronalen Strukturen statt, die für das Auslösen der Angst verantwortlich sind. Buspiron wirkt unmittelbar auf die menschliche Hormone Serotonin und Dopamin ein. Serotonin und Dopamin sind als Glückshormone bekannt. Die Botenstoffe wirken sich positiv auf alle menschlichen Emotionen aus. Dadurch, dass das Buspiron diese Wirkung unterstützt, wird eine Angstattacke gelindert.

 

Für welche Anwendungsgebiete ist Buspiron gedacht?

Buspiron wird hauptsächlich zur Bekämpfung von Angstzuständen eingesetzt. Daneben kommt der Wirkstoff aber auch zum Einsatz, wenn ein Patient über Spannungszustände klagt. Zudem soll der Wirkstoff auch bei Nervosität und innerer Unruhe eine heilende Wirkung haben.

 

Welche Nebenwirkungen sind zu Buspiron bekannt?

Zu den Nebenwirkungen von Buspiron kann es keine allgemeingültige Aussage geben. Einige Patienten klagen über Schwindelgefühle oder werden mitten am Tag von Schläfrigkeit übermannt. Andere litten unter vermehrtem Schwitzen und leichten Magen-Darmbeschwerden. Mitunter wurden auch Übelkeit, Erbrechen Ekzeme und feuchte Hände als Nebenwirkungen von Buspiron angegeben. Einer von hundert Patienten gab an, dass er nach der Einnahme von Buspiron über einen längeren Zeitraum an einer Erkrankung des Herzmuskels oder einem Herzinfarkt erkrankt war.

Eher selten werden im Zusammenhang mit Buspiron auch die folgenden Nebenwirkungen genannt:

  • Schmerzen in der Brust
  • Feindseligkeit
  • Albträume
  • Ohrensausen (Tinnitus)
  • Halsentzündungen
  • Missempfindungen
  • Hautausschläge
  • nachlassende Sehfähigkeit
  • Durchblutungsstörungen

Obwohl nicht erwiesen ist, dass Busprion sich unter Alkoholeinfluss anders auswirkt, sollten Sie bei der Einnahme auf den Verzehr alkoholischer Getränke verzichten und auch kein Auto fahren, da Buspiron das Reaktionsvermögen einschränken kann.

 

Welche Wechselwirkungen muss ein Anwender von Buspiron beachten?

Patienten, die Probleme mit ihren Nieren haben oder an einer Funktionsstörung der Leber leiden, wird dringend geraten, auf die Einnahme von Buspiron zu verzichten. Weitere negative Wechselwirkungen können sich ergeben, wenn der Patient unter Krampfanfällen oder dem Engwinkelglaukom leidet. Das Engwinkelglaukom ist eine Augenerkrankung. Sie wird dadurch hervorgerufen, dass der Sehnerv – durch verschiedene Ursachen bedingt – geschädigt wurde.

Leiden Sie an einer dieser Krankheiten oder sind Sie schwanger, sollten Sie Ihren Arzt darauf hinweisen, wenn er Ihnen als Therapie die Verabreichung von Buspiron vorschlägt. Auch minderjährige Kinder sollten von der Einnahme von Buspiron absehen.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten können sich zudem abzeichnen, wenn Sie Bluthochdruckmittel, Gerinnungshemmer wie Marcumar, Herzmittel oder die Antibabypille nehmen.

 

In welcher Dosierung sollte das Medikament eingenommen werden?

Buspiron gehört zu den verschreibungspflichtigen Medikamenten. Falls nicht anders vom Arzt verordnet, sollten Sie hinsichtlich der Dosierung das Folgende beachten:

Buspiron wird in Tablettenform verabreicht. Diese Tabletten enthalten fünf bzw. zehn Milligramm des Wirkstoffs. Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt zwischen fünfzehn und dreißig Milligramm am Tag. Nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt kann die Tagesdosis auf maximal sechzig Milligramm täglich erhöht werden.

Die Einnahme von Buspiron kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Nehmen Sie die Tabletten mit einem Glas Wasser ein.

 

Kann Buspiron einfach abgesetzt werden?

Möchten Sie Buspiron nicht mehr nehmen oder sind Sie der Meinung, dass Sie das Medikament nicht mehr benötigen, empfiehlt es sich nicht, das Medikament sofort abzusetzen. Informieren Sie Ihren Arzt darüber, dass Sie in Zukunft auf die Behandlung mit Buspiron verzichten möchten. Der Mediziner wird die Dosierung langsam drosseln, bevor Sie das Medikament gar nicht mehr zu nehmen brauchen.

 

Buspiron – Welche Erfahrungen haben andere Anwender gemacht?

Im Folgenden berichten vier weibliche Anwenderinnen und ein männlicher Anwender über die Erfahrungen, die sie mit dem Wirkstoff Buspiron gemacht haben. Die weiblichen Anwenderinnen sind zwischen 18 und 34 Jahren alt.

Der männliche Patient ist über 55 Jahre alt. Seine Dosis lag bei 15 Milligramm am Tag. Das Medikament wurde über zwei Monate von ihm eingenommen. Die Behandlung verlief in seinem Fall erfolglos.

Die erste weibliche Anwenderin berichtete davon, dass sie schon mehrere Jahren an Angststörungen litt, bis sie ärztliche Hilfe in Anspruch nahm. Der Arzt verordnete seiner Patientin eine Dosis von fünf Milligramm täglich für die ersten fünf Tage. Dann wurde die Dosis für eine Woche auf zehn Milligramm erhöht. Die erste Wirkung zeigte sich bei der Frau sieben bis acht Tage nach der ersten Einnahme. Nach zwei Wochen konnte sie wieder klare Gedanken fassen. Nebenwirkungen konnte diese Dame nicht feststellen.

Bei der zweiten Anwenderin wurden die Angststörungen von Panikattacken begleitet. Als sie einen Arzt konsultierte, wurde ihr Buspiron verschrieben. Nach der ersten Einnahme hatte sie mit Schwindelgefühlen und Schläfrigkeit zu kämpfen. Sie führte dies darauf zurück, dass sie die Tabletten morgens einnahm. Nach der Änderung der Einnahmezeit auf einen Zeitpunkt direkt vor dem Schlafengehen verschwanden diese Symptome. Die Anwenderin nimmt bis zu zehn Milligramm täglich.

Auch die dritte Anwenderin spricht sich für eine Behandlung von Angstzuständen durch Buspiron aus. Zum Zeitpunkt ihrer Befragung nahm sie die Tabletten seit zwei Wochen. In den ersten fünf Tagen hatte sie Kopfschmerzen und leichte depressive Anfälle. Diese Symptome sind mittlerweile verschwunden. Auch hinsichtlich der Angstzustände konnte die Dame eine deutliche Verbesserung feststellen.

Die letzte Patientin litt seit Jahren an sozialen Angstzuständen. Da sie die Angst ihrer Meinung nach gut im Griff hatte, hatte sie bisher auf die Einnahme von Medikamenten verzichtet. Einen Monat vor dieser Befragung hatte sie sich dazu entschieden, einen Arzt aufzusuchen. Dieser verschrieb ihr Buspiron. Seitdem hat die Dame klare Gedanken und ruhige Nächte. Heute ist sie froh, dass sie zum Arzt gegangen ist und er ihr diese Therapie vorgeschlagen hat.

Quellen und weiterführende Informationen