Sertralin

Sertralin: Anwendungsgebiete, Wirkung und Nebenwirkungen

Sertralin ist ein Arzneimittel aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, kurz SSRI. Es ist ursprünglich unter dem Originalnamen Zoloft erschienen, heute aber von vielen Firmen als günstiges Generikum zu erhalten.

Es wird als Antidepressivum verwendet. Es wird zur Behandlung von Depressionen, Angst- und Panikstörungen, Zwangserkrankungen und auch der sozialen Phobie und der Posttraumatischen Belastungsstörung auschließlich ärztlich verordnet. Sertralin ist in Deutschland und den meisten anderen Ländern in denen es zur Behandlung psychischer Erkrankungen zugelassen ist, verschreibungspflichtig.

Die Wirkungsweise

Sertralin wirkt durch die Hemmung der Wiederaufnahme von Serotonin in die Nervenzelle und sorgt auf diese Weise dafür, dass sich das Hormon Serotonin somit länger im synaptischen Spalt zwischen den Zellfortsätzen zweier Nervenzellen befindet. Auf diese Weise bleibt das für seine stimmungshebende Wirkung bekannte Serotonin länger im Gehirn verfügbar. Dies ist die Wirkungsweise aller selektiven Serotonin Wiederaufnahme-Hemmer und trifft nicht nur auf Sertralin zu. Einen tatsächlichen physischen Beweis für die stimmungsaufhellende Wirkung gibt es nicht, der genaue Mechanismus ist noch unbekannt.
Sertralin wird ausschließlich oral eingenommen und sehr langsam vom menschlichen Körper resorbiert, erst nach 6-8 Stunden ist die volle Plasmakonzentration erreicht, nur 32% des Wirkstoffes können vom menschlichen Körper überhaupt aufgenommen werden. Nach etwa einer Woche ist der sogenannte Steady State erreicht, bei dem das Medikament seine volle Wirksamkeit erreichen kann. Bei den meisten Patienten dauert es bis zum Wirkungseintritt im Sinne einer Stimmungsaufhellung aber mehrere Wochen, während ein rein antriebssteigernder Effekt bereits früher wahrgenommen werden kann.

Die Wirksamkeit von Sertralin

Die Wirksamkeit von Sertralin konnte in vielen von den Pharmaunternehmen durchgeführten Studien belegt werden. So wirkt Sertralin in jeder stattgefundenen Doppelblindstudie gegen die Indikationen Depression oder Dysthymia, Panik, soziale Phobie und Zwangsstörung nachweislich besser als ein Placebo und ebenso gut wie ein klassisches trizyklisches Antidepressivum. Bei der Posttraumatischen Belastungsstörung, insbesondere bei Kriegsgeschädigten, stellte sich Linderung erst nach längerer Behandlungsdauer und bei höherer Dosierung ein.

Die Risiken und Nebenwirkungen bei Sertralin sind geringer ausgeprägt als bei trizyklischen Antidepressiva. Die Messinstrumente zur Feststellung der Wirksamkeit, beziehungsweise zur Festlegung der Stimmung und einer Stimmungsaufhellung waren klassische Fragebögen wie die Hamilton Depression Rating Scale und die Clinical Global Impression Scale, wie sie auch tagtäglich zur Diagnostik von psychischen Erkrankungen verwendet werden. Höhere Dosierungen zeigten von Beginn der Studien an auch bessere Wirkungen.

Die Nebenwirkungen

Leider sind auch die Arzneimittel aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer nicht nebenwirkungsfrei. So gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen Übelkeit, Erbrechen, unspezifische Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit und auch erektile Dysfunktion. Auch die Nebenwirkungen stehen in starkem Zusammenhang mit der Höhe der Dosierung, so dass zu Minimierung der Nebenwirkungen Sertralin langsam aufdosiert werden sollte.

MAO-Hemmer dürfen nicht mit Sertralin kombiniert eingenommen werden, da diese die Gefahr für ein lebensgefährliches Serotonin-Syndrom signifikant erhöhen. Für Kinder und Jugendliche ist Sertralin aufgrund der starken Nebenwirkungen nur zur Behandlung von ausgeprägten Zwangsstörungen zugelassen. Bei Kindern und Jugendlichen zeigte sich unter Einnahme von Sertralin eine massiv erhöhte Suizidalität, was bereits 2004 zu kontroversen Diskussionen über den Einsatz von SSRI geführt hat.

Kritik

Die gesamte Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, darunter auch Sertralin, muss sich einer herben Kritik aussetzen. Tatsächlich konnten unabhängige Studien die Wirksamkeit der SSRI nicht belegen, stattdessen blieb laut dieser Studien die Wirkung auf dem reinen Placeboniveau. Auch wurde im Jahr 2004 belegt, dass die SSRI-produzierenden Pharmaunternehmen in einigen Studien zum gleichen Ergebnis gekommen waren, diese Ergebnisse jedoch nicht veröffentlicht hatten und unter Verschluss hielten.

Auch die Tatsache, dass es sich um Medikamente mit einem hohen Potenzial an unerwünschten Nebenwirkungen handelt und dass die Einnahme bei Kindern und Jugendlichen sogar zu Selbstmordversuchen geführt hat, kann nicht ohne Kritik bleiben.

Daten und Fakten

Weltweit nehmen Millionen Menschen Antidepressiva ein, circa 45 Millionen Menschen setzen auf Linderung durch selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Circa 30-50% der Patienten leiden während der Einnahme unter mehr oder minder ausgeprägten Nebenwirkungen. Bei den meisten Patienten stellt sich innerhalb der ersten 12 Wochen der Einnahme eine stimmungsaufhellende Wirkung ein, unter denjenigen Patienten, die innerhalb dieser Zeitspanne keine Linderung verspürt haben, stellt sich bei 50% unter Dosiserhöhung und längerer Einnahme auch noch eine Linderung ein.

Auch die zunehmende Kritik hat den Verordnungszahlen der selektiven Wiederaufnahmehemmern keinen Einbruch beschert, der Trend zur Einnahme von Antidepressiva, und aktuell eben den SSRI, hält weiter an und die Verordnungen weltweit steigen unvermindert an. Inzwischen halten viele Neurologen die SSRI für die Antidepressiva der ersten Wahl, was bislang den trizyklischen Antidepressiva zukam. Tatsächlich werden die meisten Verordnungen über Antidepressiva allerdings nicht von Neurologen, sondern von Hausärzten vorgenommen. SSRI sind dabei erheblich teurer als trizyklische Antidepressiva.

Fazit

Bei Sertralin handelt es sich um einen selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, der die Wiederaufnahme von Serotonin an den Verbindungsstellen der Nervenzellen blockiert, so dass es länger verfügbar bleibt. In zahlreichen Studien konnte die Wirksamkeit von Sertralin belegt werden, wenn auch die Pharmaunternehmen wegen zurückgehaltener Studienergebnisse sowie den Nebenwirkungen des Präparates, insbesondere bei der Anwendung bei Kindern und Jugendlichen, stark kritisiert werden. Insgesamt aber werden SSRI, und eben auch Sertralin immer häufiger verordnet, weil fachärztlich tätige Neurologen von den positiven Wirkeffekten überzeugt sind.

Quellen:

Fluoxetin

Fluoxetin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahmehemmern, kurz SSRI genannt. Die Pharmafirma Eli Lilly untersuchte den Wirkstoff bereits 1972, in den USA erfolgte die Zulassung im Jahr 1987 unter dem Handelsnamen Prozac (in Deutschland 1990 als „Fluctin“). Dort gehört das Medikament zu den am häufigsten verabreichten Substanzen bei Depressionen und anderen, psychiatrischen Erkrankungen. Fluoxetin gilt als Vorreiter der ganzen Wirkstoffgruppe, da es eines der ersten Medikamente dieser Art war.

 

Auf welche Art wirkt Fluoxetin?

Die Wirkungsweise von Fluoxetin besteht auf einem direkten Eingriff in den Hirnstoffwechsel. Durch Neurotransmitter werden verschiedene Signale zwischen Nervenzellen transportiert. Diese docken dann an die entsprechenden Rezeptoren an und übermitteln so das Signal. Ein Ungleichgewicht des Botenstoffs Serotonin gilt unter anderem als Auslöser für Depressionen. Die Einnahme von Fluoxetin bewirkt, dass bereits ausgeschüttetes Serotonin wieder zurück in die Zelle findet und für eine langfristige, stimmungsaufhellende Wirkung sorgt. Bis zum Wirkungseintritt vergehen rund 14 Tage.

Wie lange wirkt Fluoxetin und wie wird es verstoffwechselt?

Der Wirkstoff von Fluoxetin gelangt über die Darmwand ins Blut. Bis zur maximalen Konzentration vergehen ab der Einnahme rund sechs Stunden. Verstoffwechselt wird Fluoxetin in der Leber, durch eine extrem lange Halbwertszeit von ca. vier Tagen (bei regelmäßiger Einnahme) wird der Wirkstoff langsam abgebaut. Die Wirkung entfaltet das Medikament direkt im Hirn.

Welche Menschen werden mit Fluoxetin behandelt?

Grundsätzlich wird der Wirkstoff vor allem zur Linderung von Depressionen eingesetzt. Auch bei Zwangsstörungen konnte die Wirkung nachgewiesen werden und das Medikament ist hiergegen zugelassen. Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Essstörung Bulimie, allerdings wird Fluoxetin hier nur in Kombination mit einer Psychotherapie empfohlen.

Die Anwendungsdauer ist abhängig von der Grunderkrankung. Bei Depressionen sollte ein halbes Jahr nicht unterschritten werden. In der Praxis hat es sich bei Zwangsstörungen hingegen gezeigt, dass auch kurzfristige Einnahmezeiträume, insbesondere in Kombination mit einer Verhaltenstherapie, möglich sind.

 

Gibt es bei der Einnahme von Fluoxetin Nebenwirkungen?

Ein großer Nachteil der langen Halbwertszeit von Fluoxetin sind Nebenwirkungen. Treten sie auf, können sie aufgrund der langen Verweildauer im Körper noch tagelang anhalten. Das ist insbesondere bei schweren Nebenwirkungen gefährlich, die jedoch nur sehr selten auftreten. Im Zweifel kann medizinische Beratung und Behandlung erforderlich sein.

Zu den häufigsten, unerwünschten Wirkungen gehören eine rasche Gewichtsabnahme, gastrointernale Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, sowie Beschwerden des zentralen Nervensystems (Schwindel, Müdigkeit, Kopfschmerzen). Gelegentlich kann es zu Missempfindungen wie Kribbeln in den Extremitäten, Juckreiz oder Schmerzen in der Brust kommen. Bei Männern ist eine sehr unbeliebte Nebenwirkung die Störung der männlichen Potenz. In sehr seltenen Fällen kann sich außerdem eine schmerzende Dauererrektion entwickeln, die ärztlich therapiert werden muss.

Herzpatienten und auch alle gesunden Patienten müssen auf eine mögliche Veränderung des Herzrhythmus hingewiesen werden. Vor Beginn der Einnahme und regelmäßig im Verlauf sollte eine EKG-Untersuchung durchgeführt werden, um den Herzrhythmus zu überprüfen. Der QT-Intervall ist relevant, denn dieser kann sich durch die Einnahme von Fluoxetin verlängern, was zu Herzrhythmusstörungen führen kann.

Verträgt sich Fluoxetin mit anderen Medikamenten?

Bei der Einnahme von SSRI, zu denen auch Fluoxetin gehören, besteht das Risiko eines Serotoninsyndroms. Dies tritt besonders häufig dann auf, wenn andere Präparate eingenommen werden, die eine Wirkung auf das zentrale Nervensystem haben. Hierzu gehören u.a. Tramadol, Migränemittel sowie MAO-Hemmer. Die gemeinsame Einnahme ist nur nach Absprache mit dem Arzt erlaubt und sollte nie eigenmächtig erfolgen.

Die Einnahme von Benzodiazepinen, Medikamenten gegen Epilepsie und Bluthochdrucksenker wie Metoprolol können zu Wechselwirkungen führen. Eine genaue Auflistung aller inkompatiblen Medikamente sind im Beipackzettel zu finden. Bevor die Therapie mit Fluoxetin begonnen wird, sollte der behandelnde Arzt über alle Medikamente informiert werden, die der Patient einnimmt.

Der Konsum von Alkohol ist während der Therapie nicht empfehlenswert, da die Leber bereits mit der Verstoffwechselung von Fluoxetin ausgelastet ist.

Gibt es besondere Hinweise bei der Einnahme von Fluoxetin?

Unter nahezu allen SSRI gibt es das Risiko von Suizidgedanken, die insbesondere während der ersten sechs Wochen der Einnahme auftreten. Auch bei Fluoxetin gab es bereits derartige Fälle, die schließlich tatsächlich zum vollendeten Suizid geführt haben. Es ist daher erforderlich die Patienten in den ersten Wochen sorgfältig zu überwachen.

Besonders junge Menschen sind gefährdet, allerdings ist die Ursache hierfür wissenschaftlich noch nicht belegt.

Bei großer Gefahr empfiehlt sich die Einleitung der Therapie unter stationären Bedingungen. Patienten werden dazu angehalten im Fall von Suizidgedanken ihren Arzt zu kontaktieren.

 

Venlafaxin

Venlafaxin: Wirkungsweise, Anwendungsgebiete und Nebenwirkungen

Bei Venlafaxin handelt es sich um einen Wirkstoff, der zu der Gruppe der Antidepressiva gehört und bei medikamentösen Behandlungen von Angststörungen und Depressionen zum Einsatz kommt.

Die Wirkungsweise von Venlafaxin

Grundsätzlich gehört das Antidepressivum Venlafaxin zur Gruppe der Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer. Dabei übernehmen die Botenstoffe Noradrenalin und Serotonin die Aufgabe, Nervensignale zwischen den Hirnzellen zu übermitteln. Dies funktioniert, indem sie zunächst von einer Zelle ausgeschüttet werden und im Anschluss daran an spezielle Rezeptoren oder Andockstellen der nächsten Zelle binden. Danach nimmt die erste Nervenzelle die Botenstoffe wieder auf, sodass es zu einer Inaktivierung kommt. Venlafaxin sorgt dafür, dass diese Wiederaufnahme gehemmt wird. Auf diese Weise bleiben Serotonin und Noradrenalin länger aktiv und dadurch auch länger wirksam. Dies hat einen antriebssteigernden und stimmungsaufhellenden Effekt.

In der Regel kommt Venlafaxin als Venlafaxinhydrochlorid in Salzform zum Einsatz und wird oral eingenommen. Nach dieser oralen Aufnahme wird Venlafaxin insbesondere über die Leber verstoffwechselt. Zudem besitzt es über eine Bioverfügbarkeit von 40 Prozent. Das bedeutet konkret, dass 40 Prozent der Wirkstoffmenge, die über den Mund eingenommen wird, vom Körper verwertet werden kann.

Ist die Verstoffwechslung durch die Leber abgeschlossen, wird Venlafaxin zum größten Teil über die Nieren ausgeschieden. Nach rund zwei Stunden ist dabei die maximale Konzentration im Blutserum erreicht. Wird Venlafaxin mehrfach nacheinander eingenommen, sind nach etwa drei Tagen konstante Werte im Blutspiegel erreicht.

Die Anwendungsgebiete von Venlafaxin

Bevorzugt wird Venlafaxin grundsätzlich in der medikamentösen Therapie von Depressionen eingesetzt. Dies bezieht sich natürlich auch auf die Erhaltungstherapie, welche verhindern soll, dass neue depressive Episoden auftreten. Auch Patienten, die an Angststörungen leiden, profitieren von der Wirkung des Venlafaxins.

In manchen Fällen wird Venlafaxin nicht nur bei Angststörungen oder Depressionen eingesetzt, sondern auch vorbeugend gegen Kopfschmerzen beziehungsweise gegen Migräne und Spannungskopfschmerzen und bei ADHS. Eigentlich ist Venlafaxin nicht für Anwendungsgebiete wie ADHS und Kopfschmerzen zugelassen und kommt aus diesem Grund für beide Anwendungsgebiete kaum zum Einsatz.

Wie wird Venlafaxin angewendet?

In oraler Form wird Venlafaxin vor allem als Kapsel oder Tablette angewendet. Dabei ist auch eine verzögerte Wirkstofffreisetzung möglich. Bei einer generalisierten Angststörung oder depressiven Syndromen erfolgt in der Regel eine ambulante Therapie mit einer Dosierung von 75 Milligramm am Tag. Dabei handelt es sich jedoch nur um die anfängliche Dosierung, denn bei Bedarf kann die Dosis vom Arzt auf bis zu 150 Milligramm pro Tag erhöht werden. Zu beachten ist jedoch, dass die Maximaldosis von 375 Milligramm pro Tag nicht überschritten werden sollte.

Damit ein Therapieerfolg möglich ist, ist es wichtig, dass Venlafaxin regelmäßig eingenommen wird. Ansonsten kann es passieren, dass die Menge an aktivem Serotonin und Noradrenalin sinken kann. Zusätzlich zur Einnahme von Venlafaxin sollte kein zusätzliches Kombinationspräparat eingenommen werden, ohne, dass dies vorher mit dem Arzt abgesprochen worden ist.

Wenn Venlafaxin abgesetzt werden soll, muss dies unbedingt schrittweise und nicht sofort passieren. Ansonsten können Absetzerscheinungen auftreten. Beispiele hierfür sind Wahrnehmungsstörungen, Angstgefühle oder Verwirrtheit. Auch neurologische Störungen wie Schwindel, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen oder Empfindungsstörungen sind möglich, wenn Venlafaxin nicht schrittweise abgesetzt wird.

Die Nebenwirkungen von Venlafaxin

Die Nebenwirkungen, die bei der Einnahme von Venlafaxin häufig auftreten, sind Magen-Darm-Störungen, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Schwitzen und ein erhöhtes Kariesrisiko. Diese Nebenwirkungen treten bei mehr als einem von zehn Patienten auf, die mit Venlafaxin behandelt werden. Bei einem von zehn bis hundert Patienten treten hingegen Schlaflosigkeit, eine Abnahme der sexuellen Lust, Gewichtsabnahme und ungewöhnliche Träume auf. Bei hingegen nur einem von hundert bis tausend Patienten kann die Einnahme von Venlafaxin dazu führen, dass es zu Orgasmusstörungen bei Frauen, zu einer Gewichtsabnahme, zu Hautreaktionen oder zu Geschmacksveränderungen kommt.

Was muss bei der Einnahme von Venlafaxin beachtet werden?

Grundsätzlich dürfen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren kein Venlafaxin einnehmen. Auch in der Stillzeit oder in der Schwangerschaft sollte Venlafaxin nur dann eingenommen werden, wenn seine Wirkung als Antidepressivum unbedingt notwendig ist. Während der Einnahme von Venlafaxin sollten Patienten darauf verzichten, Alkohol zu konsumieren.

Angewendet werden darf das Antidepressivum außerdem nicht mit anderen Antidepressiva beziehungsweise MAO-Hemmern sowie zusammen mit Serotoninvorläufern. In Kombination mit diesen Medikamenten kann es zum sogenannten „Serotonin-Syndrom“ kommen. Bei diesem Syndrom handelt es sich um ein Zustand mit Blutdruckanstieg, Körperüberhitzung, Erregung und Krämpfen, der dementsprechend lebensbedrohlich ist. Aus diesem Grund sollten zwischen der Einnahme von einem MAO-Hemmer und Venlafaxin mindestens zwei Wochen Abstand gehalten werden.

Welche Wechselwirkungen sind möglich?

Wird nicht nur Venlafaxin, sondern zugleich ein anderes Medikament eingenommen, kann es unter Umständen zu Wechselwirkungen kommen. Wechselwirkungen sind insbesondere dann möglich, wenn gleichzeitig Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems eingenommen werden. Beispiele hierfür sind Immunsuppressiva wie Sirolimus oder Tacrolimus.

Auch bei Anti-Pilzmitteln wie Itraconazol, Clotrimazol oder Ketocanazol sowie mit verschiedenen Antidepressiva sind Wechselwirkungen möglich. Antidepressiva wie Imipramin, Fluoxetin, Sertralin, Amitripylin oder Norfluoxetin dürfen demnach nicht zusammen mit Venlafaxin eingenommen werden. Auch mit starken Schmerzmitteln aus der Gruppe der Opioide und Opiate, mit Mitteln gegen erektile Dysfunktionen oder mit Cholesterinsenkern sind Wechselwirkungen möglich.

Wann sollte Venlafaxin nicht angewendet werden?

Mit Vorsicht sollte die Anwendung von Venlafaxin als Antidepressivum bei Suizidgedanken, Epilepsie und bei einem erhöhten Augeninnendruck erfolgen. Nicht nur beim Absetzen von Venlafaxin, sondern auch zu Beginn der Behandlung kann es dazu kommen, dass das Reaktions- und Urteilsvermögen eingeschränkt sein kann. Aus diesem Grund sollten Patienten insbesondere bei Bedienen von Maschinen oder bei Autofahren vorsichtig sein.

Venlafaxin ist grundsätzlich rezeptpflichtig, ganz gleich, in welcher Dosierung. Dies ist aufgrund der vielen Wechselwirkungen und Nebenwirkungen der Fall. Auch darf Venlafaxin natürlich nur auf ärztliche Anweisung und in der empfohlenen Dosierung angewendet werden.

Das Wichtigste im Überblick

  • Venlafaxin ist ein rezeptpflichtiges Antidepressivum
  • Die Dosierung darf nicht überschritten werden
  • Mit einigen Medikamenten sind Wechselwirkungen möglich
  • Venlafaxin darf nur auf eine ärztliche Anweisung hin eingenommen werden
  • Nicht nur zu Beginn und während der Einnahme, sondern auch beim Absetzen von Venlafaxin sind einige Nebenwirkungen möglich

 

Quellen und weiterführende Informationen:

Trimipramin

Was man über Trimipramin wissen sollte

Früher wurde Trimipramin häufig als Antidepressivum eingesetzt. Inzwischen wird der Wirkstoff, der zu den trizyklischen Antidepressiva zählt, eher in der Schlafmedizin angewandt. Die Wirkung von Trimipramin kann als beruhigend, schlaffördernd, angstlösend und stimmungsaufhellend bezeichnet werden. Daher wird Trimipramin in erster Linie zur Behandlung von Schlafstörungen, Angstzuständen und davon geprägten Depressionen verordnet.

Geschichte des Wirkstoffs Trimipramin

Trimipramin zählt zu den ältesten trizyklischen Antidepressiva. Bereits in den 1950er Jahren wurde als erste Substanz dieser Gruppe das Imipramin mit antidepressiver Wirkung. Aus diesem Wirkstoff entwickelten die Wissenschaftler zahlreiche chemisch ähnliche Antidepressiva. Trimipramin wurde im Jahre 1961 auf den Markt gebracht. Da dieser Wirkstoff ausgeprägte Nebenwirkungen auslösen kann, wird seit der Entwicklung besser verträglicher SSRI Trimipramin eher als Schlafmittel verordnet. Üblicherweise kommt der Wirkstoff bei Depressionen in Kombination mit einem gut verträglichen SSRI-Wirkstoff zum Einsatz.

Wirkungsweise von Trimipramin

Eine gestörte Signalübertragung zwischen den Neuronen (Nervenzellen) im Gehirn wird als Ursache von psychischen Erkrankungen und Depressionen angesehen. Damit verbunden ist eine Funktionsstörung des Gehirns. Sogenannte Neurotransmitter, die chemische Botenstoffe darstellen, übernehmen die Aufgabe der Signalübertragung. Nervenzellen schütten diese Botenstoffe aus, die sich an bestimmten Rezeptoren (Andockstellen) mit den Nachbarzellen verbinden. Dadurch wird ein erregendes oder hemmendes Signal weitergegeben. Anschließend kehrt der Botenstoff wieder in seine Ursprungszelle zurück, womit seine Signalwirkung beendet wird. Diese Signalübertragung ist bei depressiven Menschen gestört. An dieser Stelle greifen Antidepressiva ein, indem sie die Wirkung bestimmter Botenstoffe hemmen oder verlängern. Damit wird die gewünschte angstlösende, beruhigende oder stimmungsaufhellende Wirkung erzielt. Allerdings unterscheidet sich die Wirkung des trizyklischen Antidepressivas Trimipramin von anderen Wirkstoffen dieser Klasse. Trimipramin hemmt die Wiederaufnahme der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin in die ursprüngliche Zelle kaum. Dadurch ergibt sich eine schwächere antidepressive Wirkung als bei den typischen trizyklischen Antidepressiva. Die sedative, angstlösende und beruhigende Wirkung ist dafür stärker ausgeprägt. Diese Wirkung beruht darauf, dass Trimipramin die entsprechenden Rezeptoren der Neurotransmitter von Dopamin, Acetylcholin, Histamin und Serotonin besetzt.

Trimipramin – Aufnahme und Ausscheidung des Wirkstoffs

Von der eingenommenen Trimipramin-Dosis gelangen lediglich 40 Prozent tatsächlin in den Blutkreislauf. Entsprechend verfügt der Wirkstoff Trimipramin über eine geringe Bioverfügbarkeit. Der Abbau des Wirkstoffs dauert dafür länger. Nach der Aufnahme wird Trimipramin innerhalb von 24 Stunden gerade einmal zur Hälfte vom Körper abgebaut bzw. ausgeschieden. Der Wirkstoff verfügt entsprechend über eine lange Halbwertszeit.

Die Wirkung im Überblick

  • Die stark sedierende Wirkung hält über mehrere Stunden an.
  • Trimipramin verfügt über antikistaminerge und anticholinerge Wirkungen.
  • Über eine Blockade der 5-HT2-Rezeptoren wirkt Trimipramin schlafanstoßend.
  • Trimipramin wird überwiegend als Schlafmittel eingesetzt, da es keine REM-Schlaf-Störungen und keine Abhängigkeit bewirkt.
  • Der Wirkstoff zeigt kaum eine Noradrenalin- und Serotonin-Wiederaufnahmehemmung, weshalb nur eine schwach antidepressive Wirkung erzielt wird.

Wann wird Trimipramin verordnet?

Aufgrund seiner beruhigenden, antidepressiven, schlaffördernden, anxiolytischen und angstlösenden Wirkung wird Trimipramin bei:
  • Schlafstörungen
  • Angstzuständen
  • innerer Unruhe
  • depressiven Erkrankungen

eingesetzt. Trimipramin kann im Rahmen einer längerfristigen Schmerztherapie die Wirkung der Schmerzmittel fördern. Das Antidepressivum hilft nämlich dem Patienten, von den Schmerzen einen gewissen Abstand zu gewinnen. Eine analgetische, schmerzlindernde Wirkung besitzt der Wirkstoff allerdings nicht. Bei der Behandlung von endogenen Depressionen, die teils genetische Ursachen haben, stellt Trimipramin eher ein Mittel zweiter Wahl. Eine wichtigere Anwendung von Trimipramin liegt in der Behandlung von Opioid-Abhängigen, da der Wirkstoff in diesen Fällen die Entzugssymptome wie Unruhe und Angst lindert.

Anwendung von Trimipramin

Der Wirkstoff kann in Form von Tabletten, Tropfen und Lösungen angewandt werden. Die Dosierung muss natürlich vom behandelnden Arzt festgelegt werden. Üblicherweise wird bei depressiven Störungen mit einer Dosierung von 25 bis 50 Milligramm Trimipramin täglich begonnen. Nach Anweisung des Arztes kann die Dosis bei Bedarf langsam erhöht werden. Bei mittelschweren Beschwerden kann die Tagesgesamtdosis auf 100 bis 150 Milligramm und bei schweren depressiven Schüben auch auf 300 bis 400 Milligramm gesetzt werden. Die Höchstdosis von 400 Milligramm darf jedoch nicht überschritten werden. Die Hauptdosis sollte am Abend eingenommen werden, da Trimipramin eine sedierende und stark beruhigende Wirkung hat. Die Trimipramin-Dosierung bei der Behandlung von chronischen Schmerzzuständen liegt in der Regel bei 50 Milligramm pro Tag und einer maximalen Tagesdosis von 150 Milligramm. Bei Schlafstörungen ohne depressive Symptome kann am Abend eine Dosis von 25 bis 50 Milligramm eingenommen werden. Eine Anpassung der Dosierung ist insbesondere bei Patienten mit Nieren- oder Leberschwäche und bei älteren Patienten notwendig.

Absetzen von Medikamenten mit Trimipramin

Wenn die Behandlung mit Trimipramin beendet werden soll, so ist es unbedingt notwendig das Medikament langsam abzusetzen. Ein plötzliches Beenden der Einnahme kann zu einer erhöhten Suizidgefahr, zu grippeähnlichen Symptomen, zu Unruhe und Stimmungsschwankungen kommen.

Nebenwirkungen von Trimipramin

Trimipramin ist ein recht nebenwirkungsintensiver Wirkstoff. Von Fall zu Fall können unterschiedlichste Nebenwirkungen auftreten. Die wichtigsten bisher beobachteten Nebenwirkungen sind:

  • Müdigkeit
  • Schwindel
  • Benommenheit
  • Ostipation bzw. Verstopfung
  • Appetitzunahme
  • Gewichtszunahme
  • Mundtrockenheit
  • Schwitzen
  • Akkomodationsstörungen bei der Anpassung der Augen an Nah- und Fernsicht
  • innere Unruhe
  • Schlafstörungen
  • Übelkeit
  • Magenschmerzen
  • sexuelle Disfunktionen
  • Miktionsstörungen bei der Blasenentleerung
  • Hautausschläge
  • Blutbildveränderungen
  • Leberfunktionsstörungen
  • Tinnitus bzw. Ohrgeräusche
  • Ileus (Darmverschluss)
  • Haarausfall

Was muss bei der Einnahme von Trimiprmin-Medikamenten beachtet werden?

Für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen ist Trimiparmin nicht empfehlenswert. Bei zwingender Notwendigkeit können Medikamente mit diesem Wirkstoff jedoch verordnet werden. Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte ebenfalls auf eine Einnahme verzichtet werden. Begonnene Therapien sollten jedoch fortgeführt werden. Wenn erstmalig ein Antidepressivum in der Schwangerschaft benötigt wird, so sollten andere Mittel bevorzugt werden. Das Trimipramin einen schädigenden Effekt auf die Kindesentwicklung im Mutterleib hat, ist bisher noch nicht festgestellt worden. Allerdings kann es bei Neugeborenen häufig zu verschiedenen Anpassungsstörungen wie Atemstörungen, Trinkschwächen oder Übererregbarkeit kommen. Wenn Trimipramin Schwangeren verabreicht wird, so ist es notwendig die Entwicklung des Kindes im Mutterleib und den Zustand in den ersten Tagen nach der Geburt zu kontrollieren.

Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen

Mit folgenden Substanzen darf Trimipramin nicht eingenommen werden:

  • starken Schmerzmitteln
  • Schlafmitteln und Hypnotika
  • Alkohol
  • Opioide
  • Atropin
  • Antiparkinsonmittel
  • Anticholinergika
  • Mittel gegen Herzrhythmusstörungen
  • Antiarrhythmika
  • Cinidin
  • Amiodaron

Trimipramin darf nur mit ärztlicher Verordnung und entsprechendem Rezept von der Apotheke ausgegeben werden. Präparate mit diesem Wirkstoff sind also verschreibungspflichtig. Dies gilt auch für Präparate mit niedriger Dosierung.

 

Quellen und weiterführende Infos:

  • https://chem.nlm.nih.gov/chemidplus/rn/739-71-9
  • Lapierre Y.D. A review of trimipramine. 30 years of clinical use. Drugs, 1989, 38, Suppl 1, 17-24 Pubmed
  • Hippius, B. et al, Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie, 7. Auflage, Springer Berlin Heidelberg, 2009
  • Aktories, W. et al.: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, Urban & Fischer Verlag,10. Auflage, 2009
  • Karow,T. & Lang-Roth, R.: Allgemeine und Spezielle Pharmakologie und Toxikologie, Thomas Karow Verlag, 20. Auflage, 2012

 

Doxepin

Doxepin

Unruhe, Angstzustände, damit einhergehende Schlafstörungen und weitere depressive Erkrankungen werden effektiv mit Antidepressiva behandelt, die körperliche und gesteigerte geistige Aktivitäten eindämmen und stark beruhigend wirken. Dexopin, ist ein solches trizyklisches Antidepressiva, das stimmungsaufhellend wirkt und sich zur Behandlung von Depressionen eignet.

Dexopin verhindert die Aufnahme von Serotonin, Dopamin und Noradrenalin in die Nervenzellen des Gehirns. Diese Botenstoffe stehen jetzt vermehrt zur Verfügung und können den Mangel ausgleichen. Dexopin übt eine stark beruhigende Wirkung aus, was beispielsweise folgenden, typischen Symptomen einer Depression entgegenwirken kann:

  • Traurigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • ständigem getrieben fühlen
  • inneren Unruhezuständen
  • Schlaflosigkeit

Die Wirkungsweise von Doxepin

Wie Doxepin exakt auf den menschlichen Organismus wirkt, ist noch nicht vollständig erforscht. Bekannt ist aber, dass Doxepin den Stoffwechsel von Botenstoffen im Gehirn beeinflusst und stark stimmungsaufhellend wirkt. Gerade die dem Organismus vermehrt zur Verfügung stehenden Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin, lösen verstärkt Glücksgefühle aus und können auf diese Weise akute depressive Schüben lindern und deren Dauer verkürzen.

Wann kann Doxepin angewendet werden?

Doxepin kann verabreicht werden, wenn:

  • depressive Erkrankungen auftreten und längerfristig behandelt werden sollen
  • sich leichte Entzugserscheinungen bei einem Drogen-, Alkohol und Arzneimittelentzug einstellen

 

Ab welchem Zeitpunkt entfaltet sich die Wirkung von Doxepin?

Die Wirkung von Doxepin macht sich schon kurze Zeit nach der Einnahme bemerkbar. Der Patient wird schläfrig, unaufmerksam und gleichgültig, wodurch beispielsweise hervorragend akute Angstzustände und Panikattacken eingedämmt werden können. Die volle Wirkung auf die Psyche entfaltet Doxepin jedoch erst nach einigen Tagen der Einnahme. Bei manchen Patienten sogar erst nach mehrwöchiger Einnahme.

 

Stark beruhigende Wirkung

Doxepin macht schläfrig, weil es diejenigen Eiweißmoleküle in den Zellen hemmt, welche Signale von außen übermitteln. Dadurch wird die Informationsüberflutung, die Depressionen begünstigt, bei depressiven Patienten stark eingedämmt. Diese Phasen sind von einer starken Müdigkeit geprägt. Äußere Einflüsse werden nur mehr stark abgeschwächt und verstärkt mit Desinteresse wahrgenommen.

 

Wie wird Doxepin verabreicht?

Doxepin wird bei depressiven Erkrankungen und Angstzuständen vor dem Schlafengehen verabreicht, damit die Wirkstoffe den Tagesablauf des Patienten so wenig wie möglich beeinträchtigen. Die Einnahme kann aber auch vor oder nach einer Mahlzeit erfolgen. Doxepin wird unzerkaut und mit ausreichend Flüssigkeit zur Unterstützung geschluckt. Die Dosis wird im Laufe einer Behandlung schrittweise erhöht.

 

Wie wird Doxepin vom Körper verarbeitet und ausgeschieden?

Über die orale Einnahme gelangen die Wirkstoffe von Doxepin über den Magen-Darm-Trakt in den Körper und in das Gehirn. Zwei Wirkstoffe, wie beispielsweise Desmethyldoxepin, das direkt in der Leber umgewandelte wird, sind fettlöslich und können dem Gehirn deshalb sehr schnell zur Verfügung gestellt werden. Der Abbau der Wirkstoffe findet durch die Leber statt. Die Ausscheidung erfolgt über den Stuhl und Urin.

 

Längerfristige Gabe von Doxepin ist erforderlich

Nach einer erfolgreich verlaufenen Behandlung mit Doxepin darf die Behandlung nicht abrupt abgesetzt werden. Eine weitere Behandlungsdauer von bis zu sechs Monaten ist erforderlich, damit Rückfälle vermieden werden können. Damit Doxepin möglichst ohne Entzugserscheinungen hervorzurufen abgesetzt werden kann, ist eine möglichst langsame Reduzierung der Dosierungen zu empfehlen.

Absetzerscheinungen, die auftreten können, sind beispielsweise:

  • Unruhe
  • Schweißausbrüche
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Schlafstörungen

Auf die Einnahme von Doxepin sollten Sie verzichten, wenn Sie:

  • überempfindlich gegen das Medikament oder auch gegen verwandte Dibenzoxepine sind.
  • unter akuten Delirien leiden oder mit solchen zu rechnen haben.
  • unter einer Darmlähmung leiden.
  • Nicht in der Lage sind, Wasser zu lassen.

Wichtig zu wissen: Bei der Anwendung unter 18 Jahren ist keine medizinische Wirksamkeit vorhanden.

 

Welche Nebenwirkungen kann Doxepin hervorrufen?

Folgende Nebenwirkungen nach der Einnahme von Doxepin wurden am häufigsten beobachtet:

  • Trockener Mund
  • trockene Nase
  • verstärktes Schwitzen
  • Zittern (Tremor)
  • Schwindel
  • Benommenheit
  • niedriger Blutdruck
  • Herzrhythmusstörungen
  • Herzrasen
  • Zittern
  • Sehstörungen, gerade beim Nah-Fernsehen
  • Verstopfung
  • Gewichtszunahme
  • erhöhte Leberenzymaktivität

Rund 10 Prozent aller Doxepin Patienten berichten nach der Einnahme über eine oder mehre der oben genannten Symptome

Über diese Nebenwirkungen sollte unbedingt mit dem behandelnden Arzt gesprochen werden:

    • Durstgefühl
    • Juckreiz
    • allergischen Hautreaktionen
    • Verlust der Libido
    • Störungen bei der Entleerung der Blase
    • große innere Unruhe
    • Verwirrtheit
    • Libidoverlust
    • Impotenz

Was ist bei der Einnahme von Doxepin hinsichtlich dem Umgang mit Maschinen und Straßenverkehr zu beachten?

Die Reaktionsfähigkeit, kann während einer Behandlung mit Doxepin stark eingeschränkt sein. Es ist nicht zu empfehlen, Maschinen zu bedienen und auch nicht ratsam, mit einem Verkehrsmittel am Straßenverkehr teilzunehmen.

 

Ist die Einnahme von Doxepin während der Schwangerschaft und Stillzeit gestattet?

Es liegen noch zu wenige Studienergebnisse und Erkenntnisse über die Wirksamkeit von Doxepin während der Schwangerschaft, weshalb von einer Einnahme besser abgesehen werden sollte. Während der Stillzeit ist die Verwendung von Doxepin ebenso nicht zu empfehlen, weil die Wirkstoffe von Medikamenten in die Muttermilch übergehen, was zu ernsthaften Auswirkungen für das ungeborene Leben führen kann.

Die Einnahme mit weiteren Medikamenten sollte unbedingt mit dem Arzt abgesprochen werden

Mit bestimmten Wirkstoffen, gegen psychische Störungen, Epilepsie oder Depressionen sollte Doxepin nicht zusammen eingenommen werden, weil es zu sogenannten Wechselwirkungen kommen kann. Einzelne Wirkungen können sich beispielsweise verstärken. Es kann aber auch vorkommen, dass eines der Medikamente seine Wirksamkeit vollständig verliert.

Auch mit folgenden Arzneien sollte Doxepin nicht zusammen eingenommen werden:

        • Schmerzmittel, die Morphine enthalten
        • Beruhigungsmittel
        • Schlafmittel
        • H1-Antihistaminika
        • Antidepressiva (MAO-Hemmer)
        • Droperidol
        • Pimozid
        • Sertindol
        • Amiodaron
        • Chinidin
        • Lumefantrin

Wichtig: Während einer Behandlung mit Doxepin sollte auf Hautkontakt mit der Sonne verzichtet werden. Doxepin kann die Lichtempfindlichkeit der Haut deutlich steigern.

Doxepin ist verschreibungspflichtig und nur über Rezept in Apotheken erhältlich.

Quellen:

Amitriptylin

Amitriptylin: Anwendungsgebiete, Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Grundsätzlich handelt es sich bei Amitriptylin um einen Wirkstoff, der in erster Linie eingesetzt wird, um Depressionen zu behandeln. Zusätzlich eignet er sich jedoch auch zur Behandlung und zur Therapie von chronischen Schmerzen. Da Amitriptylin ein Antidepressivum ist, kommt bei neben der Einnahme oftmals zu Nebenwirkungen. Im folgenden Artikel erfahren Sie alles über die Nebenwirkungen, die Wirkungsweise, die Dosierung und die Gegenanzeigen von Amitriptylin.

Die Wirkungsweise von Amitriptylin

Amitriptylin ist ein Wirkstoff, der aus der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva. Im Normalfall liegt Amitriptylin also als Amitriptylinhydrochlorid in Salzform vor. Zur Gruppe der trizyklischen Antidepressiva gehören nicht nur Amitriptylin, sondern auch die Wirkstoffe Trimipramin und Doxepin. Da Amitriptylin stimmungsaufhellend und beruhigend wirkt, wird es in der Regel zur Behandlung von Depressionen eingesetzt, die mit Unruhegefühlen und mit Angst verbunden sind.

Amitriptylin wird jedoch nicht nur bei Depressionen eingesetzt, sondern auch zur Behandlung von chronischen Schmerzen. Der Wirkstoff ist auch zur Vorbeugung von Spannungskopfschmerzen oder von Migräneattacken geeignet. Da Amitriptylin auch beruhigend wirkt, wird der Wirkstoff in manchen Fällen auch eingesetzt, um Schlafstörungen zu behandeln, die krankheitsbedingt sind.

Amitriptylin hat den Vorteil, dass es seine Wirkung sehr schnell entfalten kann, so dass die Wirkung bereits innerhalb einer kurzen Zeit nach der Einnahme einsetzt. Die stimmungsaufhellende Wirkung entfaltet sich hingegen nicht schnell, sodass bis zu dieser Wirkung durchaus einige Tage oder Wochen vergehen können. Wird ein Patient mit Amitriptylin behandelt, sind Selbstmordgedanken insbesondere zu Beginn der Behandlung durchaus möglich. Aus diesem Grund sollten Patienten, die gefährdet sind, stets überwacht werden.

Die Dosierung und Einnahme von Amitriptylin

Für die Einnahme von Amitriptylin gibt es grundsätzlich mehrere Möglichkeiten, denn es kann entweder als Injektionslösung gespritzt oder oral in Form von Tropfen oder Tabletten eingenommen werden. Hinsichtlich der Dosierung des Wirkstoffes ist es wichtig, dass diese vom behandelnden Arzt festgelegt wird. Die Dosierung variiert von Patient zu Patient. Aus diesem Grund sind die folgenden Dosierungsangaben keine Richtlinien, die für jeden Patienten gültig sind.

Erfolgt eine Behandlung mit Amitriptylin, wird die Dosis langsam gesteigert. Das Ziel ist es hierbei, die Dosis zu ermitteln, die so klein wie möglich ist und dennoch wirkt. Häufig werden bei Depressionen zu Beginn zwischen 50 und 75 Milligramm auf zwei oder drei Dosen verteilt eingenommen. Ambulant beträgt die maximale Dosis jedoch 150 Milligramm. Bei älteren Patienten genügt eine Behandlung mit einer deutlich geringeren Dosis häufig. Insbesondere ältere Menschen sollten den Wirkstoff jedoch nicht unüberlegt, sondern erst nach einer sorgfältigen Abwägung einnehmen.

Wir der Wirkstoff hingegen nicht zur Behandlung von Depressionen, sondern zur Behandlung von chronischen Schmerzen eingenommen, wird oftmals mit einer geringen Dosis von 25 Milligramm begonnen. Auch hier kann die Dosis in kleinen Schritt auf bis zu 100 Milligramm gesteigert werden. Amitriptylin sollte in der Regel immer vor dem Einschlafen eingenommen werden. Dies gilt auch dann, wenn der Wirkstoff zur Behandlung von Schlafstörungen eingenommen wird.

 

Die Nebenwirkungen von Amitriptylin

Insbesondere zu Beginn der Einnahme von Amitriptylin kann es häufig zu Nebenwirkungen kommen, die jedoch oftmals mit der Zeit nachlassen. Die meisten Patienten klagen zu Beginn der Einnahme über Schwindel, Zittern, Kreislaufstörungen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, niedrigen Blutdruck und Benommenheit. Zudem können auch Herzrasen, Verstopfungen, Herzrhythmusstörungen, Mundtrockenheit oder eine Gewichtszunahme auftreten.

In einigen Fällen treten durch die Einnahme des Wirkstoffs auch Durstgefühl, Verwirrtheit, Konzentrationsstörungen, Hautausschläge, Störungen der sexuellen Erregbarkeit, innere Unruhe, Blasenentleerungsstörungen oder Geschmacks- und Bewegungsstörungen auf. Manchmal kann es außerdem zu Angst, Verfolgungswahn, Durchfall, Ohrensausen oder zu Bluthochdruck kommen. Nebenwirkungen, die nur selten auftreten sind ein Darmverschluss, eine Leberfunktionsstörung und eine Darmlähmung.

Ganz besonders selten, aber nicht unmöglich sind Nebenwirkungen wie Nervenschäden, Herzmuskelschäden, Wahnvorstellungen, Gehirnkrämpfe, Bewegungsstörungen oder eine Erhöhung des Augeninnendrucks. Auch eine Agranulozytose, also eine Zerstörung der weißen Blutkörperchen ist durch die Einnahme von Amitriptylin möglich, kommt jedoch nur in seltenen Fällen vor.

 

Was passiert bei einer Überdosierung von Amitriptylin?

Wenn die Einnahme von Amitriptylin aus bestimmten Gründen nicht erfolgt oder vergessen worden ist, dann ist eine Nachnahme zwar grundsätzlich möglich, dennoch ist der Zeitpunkt entscheidend dafür, ob die Einnahme nachgeholt werden sollte oder lieber nicht. Liegt der Zeitpunkt des Vergessens relativ nah am Zeitpunkt der nächsten Einnahme, so ist es ratsam, die Einnahme nicht nachzuholen. Ist dies der Fall, sollte der Rat des Arztes eingeholt werden.

Wenn eine zu hohe Dosis eingenommen wurde, sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Schließlich kann der Wirkstoff gefährliche Nebenwirkungen entwickeln, wenn die Dosis zu hoch ist. Probleme beim Wasserlassen, ein erhöhter Puls oder Mundtrockenheit sind einige Symptome, die auf eine Überdosierung hinweisen können.

Bei einer Überdosierung des Wirkstoffes kann es nicht nur zu den oben genannten Symptomen kommen, sondern auch zu einer Störung des Herz-Kreislauf-Systems oder zu einer Störung des Zentralnervensystems. Liegt eine solche Störung vor, äußert sich diese zumeist in Symptomen wie Krampfanfällen, Verwirrung, Herz-Rhythmus-Störungen oder Bewusstseinstrübung. Noch dazu kann es zu Verstopfungen, Sehstörungen oder Störungen der Harnausscheidung kommen.

 

Wie kann Amitriptylin abgesetzt werden?

Wenn Amitriptylin abgesetzt werden sollte, muss beachtet werden, dass dies nicht unüberlegt und sofort passieren sollten. Ist dies der Fall, können Nebenwirkungen wie Unruhe, Erbrechen, Übelkeit, Schweißausbrüche, Angstgefühle oder Schlaflosigkeit auftreten. Beim Absetzen ist wichtig, dass die Dosis schrittweise und über einen längeren Zeitraum verringert wird. Auch hierbei sollte nicht selbst entschieden, sondern alles genau mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Manchmal kommt es vor, dass die Nebenwirkungen sehr stark sind und das Medikament somit nicht gut vertragen wird. In solchen Fällen muss ebenfalls der behandelnde Arzt informiert werden. Unter keinen Umständen sollte das Medikament leichtfertig abgesetzt werden. Treten während der Einnahme manische Phasen auf, sollte der Arzt ebenfalls kontaktiert werden. In einem solchen Fall setzt der Arzt den Wirkstoff oftmals direkt ab. Dies ist auch dann der Fall, wenn sich neue depressive Symptome während der Behanldung mit Amitriptylin zeigen.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Amitriptylin wird zur Behandlung von Depressionen, chronischen Schmerzen oder krankheitsbedingten Schlafstörungen eingesetzt
  • Während der Behandlung sind einige Nebenwirkungen möglich
  • Amitriptylin sollte nie leichtfertig und auf eigene Faust abgesetzt werden
  • Treten während der Behandlung zahlreiche Nebenwirkungen oder neue depressive Symptome auf, muss der behandelnde Arzt in jedem Fall kontaktiert werden

 

Quellen:

Mirtazapin

Mirtazapin gehört zu den tetrazyklischen Antidepressiva, die als Nachfolger der früheren, trizyklischen Antidepressiva gelten. Medikamente mit diesem Wirkstoff blockieren verschiedene Rezeptoren des zentralen Nervensystems und führen so zur Linderung der Symptomatik bei Depressionen. Mirtazapin ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, welches nur gegen ein Rezept vom Arzt ausgehändigt wird.

Welcher Wirkungsmechanismus liegt Mirtazapin zugrunde?

Durch die Blockade der Rezeptoren des zentralen Nervensystems, kommt es zur Hemmung jener Mechanismen, die eigentlich zur Unterdrückung von Noradrenalin und Serotonin dienen. Die Folge ist eine höhere Verfügbarkeit beider Neurotransmitter und somit eine Auswirkung auf die Befindlichkeit des Anwenders.

Der erhöhten Verfügbarkeit von Noradrenalin wird bei der Wirkung von Mirtazapin ein höherer Stellenwert beigemessen. Der Neurotransmitter wirkt stimulierend und aktivierend auf das sympathische Nervensystem. Die Leistungsfähigkeit wird gesteigert, der Stoffwechsel aktiviert.

Neben der antriebsteigernden Wirkung ist die Einnahme des Medikaments jedoch auch mit einer sedativen Komponente asoziiert. Dies lässt sich durch die Hemmung der H1-Rezeptoren erklären. Histamin ist für die Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus verantwortlich. Durch die geringere Verfügbarkeit durch Mirtazapin kann eine erhöhte Schläfrigkeit die Folge sein.

 

In welchen Fällen kommt Mirtazapin zur Anwendung?

Medikamente mit dem Wirkstoff Mirtazapin werden zur Behandlung der Symptome einer depressiven Erkrankung verordnet. Im sogenannte Off-Label-Use-Verfahren wird das Präparat jedoch auch bei Angst- und Panikstörungen, sowie Schlafstörungen verordnet.

Die Anwendung erfolgt in der Regel oral, es stehen Tabletten oder Tropfen zur Verfügung. Pro Tag ist die Einnahme einer Dosis ausreichend, da die Halbwertszeit bei 20 – 40 Stunden liegt. Unter Umständen, wenn die Wirkung nicht ausreicht, kann die Dosis auf eine Einnahme morgens und eine Einnahme abends aufgeteilt werden.

Kann die Einnahme von Mirtazapin Nebenwirkungen verursachen?

Mirtazapin wird mit einigen Nebenwirkungen in Verbindung gebracht, die jedoch im Allgemeinen selbstlimitierend sind. Die Gefahr unerwünschter Wirkungen steigt parallel zur Höhe der Dosierung an. Insbesondere bei raschen Dosiserhöhungen kann es zur kurzfristigen Ausbildung von Nebenwirkungen kommen. Zu den häufigsten, ungewollten Symptomen gehören:
  • Müdigkeit und das Gefühl der Erschöpfung
  • Auswirkungen auf den Magen-Darm-Trakt (Durchfall, Verstopfung, Blähungen)
  • Erhöhung der Blutfettwerte
  • Gewichtszunahme
  • Schwindel und Kopfschmerzen
  • Parästhesien (Kribbelerscheinungen auf der Haut)
  • Halluzinationen
  • Benommenheit

In der Regel ist es eine Reaktion des Körpers auf die Veränderung im zentralen Nervensystem. Es wird daher empfohlen den Wirkstoff langsam einzuschleichen und die Dosis schrittweise zu erhöhen.

Unter Antidepressiva, zu denen auch Mirtazapin gehört, kommt es manchmal zur Entstehung von suizidalen Gedanken. Patienten werden daher in den ersten sechs Wochen der Einnahme besonders engmaschig überwacht.

 

Darf Mirtazapin von jedem eingenommen werden?

Es gibt einige Kontraindikationen, die gegen die Einnahme des Medikaments sprechen. Hierzu gehört eine vorhandene Erkrankung namens Leukopenie, bei der es nur eine geringe Anzahl an weißen Blutkörperchen im Blut gibt.

Auch eine Kombination mit sogenannten MAO-Hemmern ist nicht ratsam, es kann zu massiven Wechselwirkungen kommen.

Bei vorhandenen Erkrankungen der inneren Organe sollte der behandelnde Arzt entscheiden, ob eine Therapie mit Mirtazapin empfehlenswert ist. Es wird in der Regel das Kosten- Nutzen Verhältnis abgewogen.

 

Was gibt es bei der Einnahme zu beachten?

Mirtazapin darf immer nur in der vom Arzt vorgeschriebenen Dosis eingenommen werden. Insbesonders eigenmächtige Erhöhungen der Dosierung sind nicht ratsam, es können unvorhergesehene Nebenwirkungen auftreten.

Bei einer Überdosis kommt es zu stark ausgeprägter Schläfrigkeit und teilweise sogar zu Benommenheit und Verlust der Orientierung. Auch wenn Mirtazapin gemeinsam mit Alkohol konsumiert wird, kann es zu derlei Symptomen kommen.

Einige Medikamente, zu denen auch Benzodiazepine gehören, verstärken die Wirkung des Antidepressivums. Die Wirkungsverstärkung zeigt sich insbesondere im sedierenden Bereich.

 

Wie lange wird Mirtazapin eingenommen?

Es gibt keine genauen Vorschriften, wie lange eine Therapie mit Mirtazapin zu erfolgen hat. Gemeinhin wird eine Einnahmedauer von einem halben Jahr als Richtwert genannt.

Es ist zu beachten, dass Medikamente aus der Gruppe der tetrazyklischen Antidepressiva nicht einfach abgesetzt werden sollten. Es ist erforderlich die Dosierung langsam zu reduzieren, um Absetzerscheinungen zu vermeiden.

Ein zu rasches Absetzen kann ein Wiederaufflammen der ursprünglichen Symptomatik zur Folge haben, was dann oft zu einer erneuten Medikamenteneinnahme führt. Häufige Absetzsymptome bei einer zu schnellen Reduktion sind:

  • Schwindel und Kopfschmerzen
  • vermehrte Angstzustände
  • Zittern
  • Benommenheitsgefühl
  • Antriebsstörungen
  • Schlaflosigkeit
  • annormale Träume

Eigenmächtig sollte kein Patient auf sein Medikament verzichten, eine Reduktion von Mirtazapin ist immer mit dem Arzt zu besprechen. Auch falls Nebenwirkungen der Grund für den Absetzwunsch sein sollten, ist von einem rapiden Abbruch der Therapie abzuraten. Oftmals gibt es die Möglichkeit das Präparat zu wechseln oder leichte Nebenwirkungen symptomatisch zu therapieren.

 

Quellen: 

Citalopram

Citalopram – Wirkstoff zur Behandlung von psychischen Störungen

Insbesondere bei der Behandlung von Depressionen kommt der Wirkstoff Citalopram zum Einsatz. Der Wirkstoff gehört zur Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI). Entwickelt wurde der Wirkstoff im Jahr 1989, die Zulassung in Deutschland erfolgte allerdings erst im Jahre 1996. Inzwischen ist der Wirkstoff in zahlreichen Medikamenten und unterschiedlichen Psychoparmaka gegen psychische Störungen und Depressionen enthalten. Citalopram ist ein allgemein gut verträglicher Wirkstoff, kann aber trotzdem bei manchen Menschen leichte Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Gewichtsveränderungen hervorrufen.

Wirkungsweise von Citalopram

Citalopram greift in den Stoffwechsel des Gehirns ein, indem Neurotransmitter wie Serotonin beeinflusst werden. Solche Botenstoffe übermitteln Signale zwischen den Nerven und den Hirnzellen. Die Transmitter werden von einer Zelle ausgeschüttet und docken an bestimmten Rezeptoren der nächsten Zelle an. Die Nervenzelle nimmt anschließend die Botenstoffe wieder auf, was diese inaktiviert. Die Entstehung von depressiven und psychosomatischen Symptomen wird von Experten unter anderem darauf zurückgeführt, dass eine zu niedrige Dosis Serotonin freigesetzt wird. Medikamente, die Citalopram enthalten, setzen an dieser Stelle an. Die Wiederaufnahme von Serotonin in die Zellen wird selektiv gehemmt. So kann der Botenstoff länger seine angstlindernde und stimmungsaufhellende Wirkung entfalten. Die Konzentration des Botenstoffes wird gesteigert und es kommt zu einer dauerhaft höheren Reizung und Verminderung der Rezeptorenanzahl. Entsprechend wirkt während als auch nach der Therapie eine gleichbleibende Menge Botenstoff stärker nach. Die Zusammenhänge sind zwar wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt, doch lassen sich Depressionen mit Citalopram in vielen Fällen in den Griff bekommen. Allerdings setzt die Wirkung von Citalopram erst einige Wochen nach dem Beginn der Behandlung ein.

Citalopram – wann und wie wird der Wirkstoff angewandt?

Medikamente, die Citalopram enthalten, werden zur Behandlung von Panikattacken, Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen angewandt. Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Genesungserfolg, den natürlich der behandelnde Arzt festlegt. Häufig beträgt die Behandlungsdauer ein bis mehrere Jahre. Im Regelfall wird einmal täglich eine Citalopram als Filmtablette verabreicht. Nach der Aufnahme in den Blutkreislauf vergehen 36 Stunden bevor die Leber die Hälfte des Wirkstoffs abgebaut hat. Daher reicht in der Regel eine einmalige Dosis am Tag. In seltenen Fällen wird Citalopram bei Patienten in stationärer Behandlung auch als Infusionslösung verabreicht.

Nebenwirkungen von Citalopram

Zu Beginn der Therapie, meist in den ersten zwei Wochen, können in einigen Fällen folgende Nebenwirkungen beobachtet werden:
  • Schlaflosigkeit
  • vermehrtes Schwitzen
  • Durchfall
  • verminderter Appetit
  • Gewichtsabnahme
  • Herzklopfen
  • Ängstlichkeit
  • Nervosität
  • Sehstörungen
  • Verwirrtheit
  • Hörstörungen
  • selten Gewichtszunahme und zügelloser Appetit
Bei Patienten mit Suizidgefährdung ist eine engmaschige Überwachung in den ersten zwei bis vier Wochen notwendig, bevor die antidepressive Wirkung des Präparats eintritt. Da Citalopram direkt im zentralen Nervensystem wirkt, können noch andere Nebenwirkungen auftreten, die allerdings in ihrer Bedeutung eine untergeordnete Rolle spielen.

Was muss bei der Einnahme von Citalopram beachtet werden?

Grundsätzlich sollte Citalopram nicht an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren verabreicht werden. Personen, die das 65. Lebensjahr bereits vollendet haben, sollten nur eine geringere Dosis erhalten. Die Hälfte der normalerweise verordneten Menge ist hier ausreichend. Citalopram wird über die Leber abgebaut. Daher muss die Dosierung bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion entsprechend auf eine niedrigere Dosis eingestellt werden, bevor der Arzt die Dosis langsam steigern kann. Eine kontinuierliche Überprüfung der Leberwerte auf eine individuell verträgliche Dosierung des Citaloprams.

Citalopram-Einnahme während der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft sollte die Einnahme von Citalopram nur im äußersten Notfall erfolgen. Der Arzt wird sorgfältig eine Nutzen-Risiko-Abwägung vornehmen. Der Wirkstoff überwindet nämlich die Plazenta. Im letzten Drittel der Schwangerschaft können nach der Anwendung von Citalopram beim Neugeborenen Absetzerscheinungen ausgelöst werden. Die Absetzerscheinungen wie Kopfschmerzen, Unwohlsein und Übelkeit können bei einem schlagartigen Abbruch der Therapie auch beim erwachsenen Patienten auftreten. Wenn das Medikament abgesetzt werden soll, muss die Dosis daher schrittweise verringert werden, um etwaige Nebenwirkungen zu minimieren.

Wechselwirkungen von Citalopram mit anderen Substanzen

Citalorpram erhöht während der Therapie die Empfindlichkeit gegen Alkohol. Daher sollte die gleichzeitige Einnahme vermieden werden. Bereits nach dem Konsum von gängigen Alkoholmengen zeigen sich heftiges Unwohlsein und schwerste Kater-Erfahrungen. Zudem darf Citalopram nicht zusammen mit anderen Antidepressiva der MAO-Hemmer-Gruppe eingenommen werden. Aufgrund der Wechselwirkung der Wirkstoffe besteht die Gefahr eines lebensbedrohlichen Serotonin-Syndroms. Symptome, mit denen sich ein Serotonin-Syndrom äußert, sind Muskelstarre, Überhitzung, Zittern, Reizbarkeit, Verwirrtheit bis hin zum Delirium und Koma. Während der Citalopram-Therapie sollte ebenso auf alle anderen Medikamente, die auf den Serotonin-Haushalt einwirken, verzichtet werden. Einige Medikamente gegen Migräne, Triptane, Opioide, Fentanyl, Tramadol, Tryptophan, 5-http und Vorstufen von Serotonin-Schlafmitteln oder -Stimmungsaufhellern sollten immer nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt mit Citalopram kombiniert werden. Bei einigen Menschen kann Citalopram zu einer QT-Zeit-Verlängerung, also einer Veränderung des Herzschlags, kommen. Daher darf Citalopram auch nicht mit QT-Zeit-verlängernden Medikamenten zusammen eingenommen werden. Ansonsten kann es zu Herzrhytmusstörungen und im schlimmsten Fall zum Herzstillstand kommen. Zu den Medikamenten, bei denen mit einer Wechselwirkung gerechnet werden muss, gehören beispielsweise bestimmte Antibiotika, Medikamente gegen Pilzinfektionen, Asthma-Mittel und Erkältungspräparate. Wem nach der Einnahme von Citalopram-haltigen Medikamenten Nebenwirkungen oder unregelmäßige Herzschläge auffallen, so sollte sofort ein Arzt informiert werden.

Citalopram – Medikamente mit diesem Wirkstoff nur mit ärztlicher Verordnung?

In der Regel geht der Verordnung von Medikamenten, die Citalopram enthalten, eine Untersuchung durch einen Facharzt für Neurologie oder Psychiatrie voraus. Meist wird der Facharzt eine begleitende Psychotherapie empfehlen. Beziehen kann der Patient den Wirkstoff, der auf das Zentralnervensystem einwirkt, ausschließlich über Apotheken. Da viele Wirkstoffe mit Citalopram eine Wechselwirkung eingehen, sollten Patienten nicht versäumen, den Arzt und den Apotheker über alle Medikamente, die bereits eingenommen werden, zu informieren.

Wann wurde Citalopram entdeckt?

Die dänische Firma Lundbeck war auf der Suche nach einem Anti-Epileptikum mit einer neuartigen, krampflösenden Wirkung. Dann stellte das Unternehmen aber fest, dass der Wirkstoff Citalopram zwar nicht die gewünschte antiepileptische Wirkung hatte, aber eine antidepressive. 1989 ließ das Unternehmen den Wirkstoff patentieren. Da dieses Patent im Jahr 2003 ausgelaufen war, zogen nun zahlreiche Pharmafirmen nach und entwickelten Medikamente, die Citalopram enthalten. Natürlich konterte die Firma Lundbeck und ließ sich die stärkere Variante des Wirkstoffs unter der Bezeichnung Escitalopram erneut patentieren. Damit wurde der Patentschutz für den Wirkstoff effektiv auf einen längeren Zeitraum erneuert.

Citalopram – das Wichtigste in der Übersicht

  • hilft gegen Panikstörungen und Depressionen.
  • Eine bemerkbare Wirkung ist erst nach einigen Wochen erkennbar.
  • kann einige Nebenwirkungen haben.
  • darf nicht mit Johanniskraut kombiniert werden.
  • darf nicht abrupt abgesetzt werden.
Wie die meisten Psychopharmaka sollten Präparate mit Citalopram nicht ohne ärztlichen Rat eingenommen werden. Insbesondere wenn Vorerkrankungen mit anderen Medikamenten behandelt werden, ist die Gefahr von Wechselwirkungen enorm.
 Quellen und weiterführende Informationen: 

Omega 3 Fettsäuren

Omega 3 Fettsäuren bei Depressionen

Bislang galten Omega-3-Fettsäuren als entzündungshemmend und gefäßgesund, doch neuste Studien zeigen, dass auch Depressionen durch die Einnahme gelindert werden können.

Omega-3-Fettsäuren gehören zu den Wundermitteln unserer Nahrung. Viele Menschen nehmen täglich zu wenig davon zu sich, kein Wunder also, dass ein Omega-3-Mangel häufig ist. Studien zufolge sollen Depressionen durch die Einnahme von Omega-3 nicht nur gelindert, sondern sogar geheilt werden. Eine der neusten Studien stammt aus der Schweiz.

In natürlicher Form kommt Omega-3 vor allem in Fisch vor, daher werden Nahrungsergänzungsmittel auch als Fischölkapseln vertrieben. Eine Studie in der ebendiese Kapseln gemeinsam mit Placebos eingesetzt wurden zeigt, dass die Stimmung durch das Fischöl deutlich besser wurde. Darüber hinaus war Omega-3 in der Lage die Aufmerksamkeit der Patienten zu erhöhen.

Auch eine italienische Studie belegte die Wirksamkeit. Insgesamt 47 Frauen wurden wahlweise mit zwei Gramm Omega-3-Fettsäuren oder einem Placebo behandelt. Das Ergebnis zeigte klar, dass die mit Fischöl behandelten Teilnehmerinnen an Lebensqualität hinzugewinnen konnten, während die Placeboeinnahme zu keinem Effekt führte. Beide Studien wurden unabhängig voneinander durchgeführt und zeigen die Wirksamkeit der Präparate.

Wirkung von Omega-3 Fettsäuren

Jedes Land hat individuelle Ernährungsschwerpunkte. Statistisch hat sich gezeigt dass Länder, in denen häufig Fisch konsumiert wird, weit weniger depressive Patienten zu verzeichnen haben. Ein weiterer Beweis für die Wirkung ist, dass viele, depressive Patienten einen erniedrigten Eicosapentaensäurespiegel aufweisen. Ungesättigte Fettsäuren, zu denen Omega-3 gehört, finden sich im Blutspiegel depressiver Menschen oft nur in geringer Menge. Auch bei anderen, psychiatrischen Beschwerdebildern, wie z.B. der Schizophrenie, ist der Anteil an Eicosapentaensäure (EPA), Arachidonsäure und Docosahexaensäure (DHA) oft verringert.

In einer Studie mit 380 Frauen wurde deutlich, dass bereits eine einprozentige Steigerung des DHA-Gehalts im Blut mit einer um 59 Prozent verbesserten Grundstimmung assoziiert war. Es sind vor allem diese Studienergebnisse, die depressiven Menschen Hoffnung geben und Wissenschaftler zur Annahme verleiten, dass Omega-3-Fettsäuren positive Auswirkungen bei Depressionen haben. Ein direkter Wirkungsmechanismus konnte bislang jedoch nicht nachgewiesen werden. Als sehr günstig hat sich eine Kombination aus modernen Antidepressiva und Omega-3-Fettsäuren bewiesen. Es wird davon ausgegangen, dass Omega-3 in der Lage ist die Wirkung der Antidepressiva zu verstärken.

Einsatz bei Depression und bipolarer Erkrankung

Die positiven Studienergebnisse beim Einsatz von Omega-3 bei Depressionen führten dazu, dass auch die Wirkung bei anderen Krankheitsbildern getestet wurde. So ist auch bei bipolaren Störungen, die sich durch einen Wechsel zwischen Manie und Depression zeigen, eine Wirksamkeit verzeichnet. Es wurde in einer groß angelegten Doppelblindstudie nachgewiesen, dass Patienten unter der Einnahme von hochdosiertem Omega-3 (täglich 9,6 Gramm) weniger selten einen Krankheitsrückfall erlitten.

EPA als besonders wirksam bewiesen

Es ist vor allem die Eicosapentaensäure, welche sich als äußerst wirksam bei der Behandlung von Depressionen gezeigt hat. Sie wird gern parallel zur antidepressiven Therapie eingesetzt. Nach rund zwei Wochen der Einnahme zeigt sich bei Patienten in Tests deutlich, dass die depressive Symptomatik rückläufig ist. Hiervon profitieren vor allem jene Patienten, die auf die Gabe von Antidepressiva nicht oder nur unzureichend ansprechen.

Wurden depressive Patienten hingegen mit Docosahexaensäure (DHA) behandelt, hat sich keine signifikante Verbesserung der Symptome gezeigt. In einer Testgruppe wurden 18 Patienten jeden Tag mit zwei Gramm DHA behandelt, weitere 17 Patienten erhielten ein Placebo. Der Unterschied im Effekt war nicht deutlich hervorzuheben was die Annahme zulässt, dass es vor allem die Omega-3 Fettsäure EPA ist, die einen positiven Einfluss auf psychiatrische Erkrankungen hat.

Kann Omega-3 Antidepressiva ersetzen?

Auch wenn positive Ansätze zu erkennen sind, können die wenigsten Menschen vollkommen auf ihre antidepressive Therapie verzichten. Es darf nicht außer Acht gelassen werden, dass es sich bei Depressionen um eine schwerwiegende, potentiell tödliche Erkrankung handelt. Patienten die von Suizidgedanken gequält werden haben einen extrem hohen Leidensdruck und sollten nicht experimentell behandelt werden. Die Gabe von Omega-3 Fettsäuren ist als Zusatzmedikation zur normalen, antidepressiven Therapie zu sehen. Die natürlichen Johanniskrautpräparate, die bereits seit Jahren gute Effekte bei der Therapie von Depressionen erzielen, sollten nach wie vor bevorzugt werden.

Haben Omega-3-Fettsäuren Nebenwirkungen?

Die FDA ist sich einig, dass eine Einnahme von bis zu 3,5 Gramm Fischöl pro Tag ohne Risiko ist. In dieser Dosierung sollen Studien zufolge keine Nebenwirkungen zu Tage treten. Größere Mengen über 3,5 Gramm pro Tag sollten nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden. Sehr hohe Dosierungen über 20 Gramm täglich können zu Nebenwirkungen führen. Sehr häufig treten Blähungen, Durchfall, Übelkeit und Völlegefühl auf. Werden minderwertige Fischölkapseln verwendet, kann es zu einem fischigen Nachgeschmack im Mund kommen.

Sehr selten konnte unter der Einnahme von Omega-3 eine Erhöhung des Blutzuckers festgestellt werden. Insbesondere Patienten mit einer Erkrankung der Bauchspeicheldrüse sollten fetthaltige Omega-3 Kapseln nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt einnehmen.

Darf jeder Patient Omega-3 einnehmen?

Menschen die bereits mit Blutverdünnern behandelt werden, sollten vor dem Beginn einer Therapie mit Fischölkapseln Rücksprache mit dem Arzt halten. Es ist möglich, dass die Wirkstoffe EPA und DHA die Blutgerinnung noch weiter hinabsetzen. Ein vorhandener Diabetes ist zwar keine Kontraindikation, erfordert aber eine engmaschige Kontrolle des Blutzuckerspiegels.

Auch die gemeinsame Einnahme von Medikamenten zur Unterdrückung des Immunsystems und Omega-3 darf kritisch betrachtet werden. Omega-3 Fettsäuren sollen die körpereigene Abwehr noch stärker unterdrücken und können Anwender somit anfällig für Infektionskrankheiten machen.

Vitamin D

Depression und Vitamin D

Immer wieder tauchen in den Medien Erfolgsmeldungen über das Vitamin D auf. Das einfache Vitamin soll komplexe Krankheitsbilder heilen können. Auch bei Depressionen wird ihm eine Wirkung eingeräumt.

Tatsächlich finden viele Studien statt, aber die Datenlage ist nicht zufriedenstellend. Es sind Ansätze vorhanden, aber keine allgemein anerkannten Schlussfolgerungen gezogen worden. Vielleicht birgt das Vitamin D wirklich Möglichkeiten zur Behandlung von Depressionen. Es gibt aktuell keine gesicherten Beweise für diese These, aber auch keinen Gegenbeweis.

Die Menge an neuen Studien und Forschungen lässt hoffen, dass bald konkrete Ergebnisse vorliegen werden. Patienten und Ärzte brauchen gesicherte Erkenntnisse. Aktuell kann der Interessierte nur selbst versuchen, sich auf Basis der Faktenlage ein Bild zu verschaffen.

Keine optimale Vitamin D-Versorgung in Deutschland

Das Vitamin D ist seit einigen Jahren im Visier der Öffentlichkeit. In Studien war festgestellt worden war, dass die Menschen weltweit nicht ausreichend versorgt sind. Laut Berichten des Robert-Koch-Institutes von 2014 bestand bei 60 % der Kinder und Erwachsenen in Deutschland eine nicht optimale Versorgung.

Es war überraschend, dass ein Nährstoff in so eklatanter Weise in unserer Versorgung fehlt. Wissenschaftler und Ärzte diskutieren immer noch, wie diese Sachlage zu bewerten ist. Soll tatsächlich eine „nicht optimale Versorgung“ oder nur ein erwiesener Mangel behandelt werden?

Weitgehend Einigkeit besteht darüber, dass ein ermittelter Vitamin D-Mangel auszugleichen ist. Wie dies genau geschehen soll, welche Folgen der Mangel hat und welche Krankheiten davon beeinflusst werden, ist nur in geringem Umfang geklärt.

Ursachen von Vitamin D-Mangel und seine einfache Behebung

Vitamin D ist ein lebensnotwendiger Stoff, den der Körper durch Nahrung aufnimmt und durch Sonneneinstrahlung auf die Haut selbst bildet. Enthalten ist Vitamin D in
  • Leber
  • fettem Seefisch
  • Pilzen
  • Eigelb
  • Milch

Eine Unterversorgung allein durch Nahrung auszugleichen, funktioniert jedoch nicht. Die entsprechenden Lebensmittel stellen zu wenig Vitamin D bereit.

Durch Sonneneinstrahlung auf die Haut ist eine Speicherung dagegen gut möglich. Es reichen schon wenige Minuten pro Tag in der Sonne aus, um die Vorratsspeicher während des Sommers zu füllen. In den deutschen Wintermonaten mit geringer Strahlungsintensität genügt das Licht jedoch nicht, um genügend Vitamin D zu bilden.

Im Winter oder zum schnellen Aufbau des Vitamin D-Spiegels kommen Medikamente zum Einsatz. Sie sind gut verträglich und rezeptfrei zu kaufen. Bisher werden sie von der Ärzteschaft empfohlen, sofern keine Überdosierung erfolgt.

Bedeutsame Wirkung auf den Körper, insbesondere den Bewegungsapparat

Für eine ausreichende Knochendichte, gesunde Muskeln und Knochen ist die Versorgung mit Vitamin D essentiell. Es beeinflusst den Kalzium-, Phosphat- und Knochenstoffwechsel. Hierüber besteht Einigkeit zwischen Forschern und Ärzten. Die Fakten sind allgemein anerkannt und durch Studien bewiesen. Entspreche Leitlinien für die ärztliche Behandlung liegen vor, beispielsweise für Kindern mit Rachitis oder Menschen mit Osteoporose.

Offensichtlich hat Vitamin D noch eine Menge anderer, systemischer Wirkungen. Die Forschung vermutet Zusammenhänge mit einer Anzahl teils schwerer Krankheiten. Neben Depressionen sind dies beispielweise

  • Atemwegserkrankungen
  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Darmkrebs
  • Demenz
  • Immunerkrankungen
  • Fatigue
  • kardiovaskuläre Erkrankungen
  • Krebs

Derzeit ist nicht klar, wie diese Erkenntnisse anzuwenden sind. Die Mediziner streiten, welche Studien aufgrund der Datenlage wirklich eine klare Aussage liefern. Es sind weitere Studien nötig, hier Klarheit zu schaffen.

Ein Denkansatz – Wie könnte Vitamin D mit Depressionen in Verbindung stehen?

Der Themenkomplex „Depression und Vitamin D“ ist für die Forschung seit 2005 noch interessanter geworden. Es konnten Vitamin D-Rezeptoren im Gehirn nachgewiesen werden. Dies ist Voraussetzung dafür, dass der Stoff im Gehirn wirkt und etwas verändert.

Vitamin D kann also möglicherweise den Stoffwechsel im Gehirn beeinflussen. Somit kommt es als Auslöser von psychischen Störungen in Betracht. Für die Depression ergeben sich folgende Fragen:

  • Führt ein Vitamin D-Mangel zu einer Depression?
  • Entsteht ein Vitamin D-Mangel als Folge einer einer Depression?
  • Kann die Gabe von medikamentösem Vitamin D die Symptome verhindern, mildern oder die Krankheit sogar heilen?

 

Viele Puzzleteile lassen einen Zusammenhang zwischen Depression und Vitamin D vermuten

Bisher durchgeführte Studien zum Thema Depression und Vitamin D fanden viele Puzzleteile heraus, die aber noch kein Gesamtbild ergeben. Einige Beispiele, in welche Richtung geforscht wird:

1) Als einer der möglichen Auslöser von Depressionen gilt ein gestörter Dopamin- bzw. Serotonin- und Noradrenalin- Haushalt. In Studien wurde gezeigt, dass Vitamin D einen Einfluss auf den Spiegel dieser Stoffe im Gehirn ausüben kann. Es wird ein komplexer Regelkreis vermutet.

2) Bei der Einnahme bestimmter Antidepressiva wurde festgestellt, dass sie in Kombination mit Vitamin D besser wirkten.

3) Der Vitamin-D-Spiegel bei depressiven Menschen ist niedriger als bei Gesunden. Ob das daran liegt, dass sich Depressionspatienten weniger oft nach draußen in die Sonne begeben, ist unklar. Eventuell sind auch andere Ursachen möglich.

Fazit: Zu früh für abschließende Bewertungen

Bereits im letzten Jahr bemängelte die New York Times, dass es keine Resultate gibt, die die Wirkung von Vitamin D bei Depression oder anderen Krankheiten beweisen. Auch auf dem ENDO Kongress der Endocrine Society in Florida im April 2017 wurde bestätigt, dass die Faktenlage in Bezug auf Depression unzureichend ist.

Einerseits scheint das Vitamin D bei vielen Prozessen im Körper involviert zu sein. Die Datenlage der Studien erlaubt es nicht, einen konkreten Bezug zwischen Depression und Vitamin D herzustellen. So bleibt es abzuwarten, wie sich die Forschung entwickelt. Zu hoffen ist, dass möglichst bald konkrete Ergebnisse vorliegen.

 

Links und Quellen

1 Lankenau, Sarah: „Bedeutung von Vitamin D bei Depressionen“, Bachelorarbeit an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Hamburg, Fakultät Life Science, 2015
2 https://www.aerzteblatt.de/archiv/193945/Vitamin-D-Ein-Mangel-sollte-auf-jeden-Fall-vermieden-werden , Deutsches Ärzteblatt, 2017
3 https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Vitamin_D/Vitamin_D_FAQ-Liste.html, Homepage des Robert- Koch-Institutes, Stand 27.6.2014
4 https://www.dge.de/fileadmin/public/doc/ws/stellungnahme/DGE-Stellungnahme-VitD-111220.pdf
„Stellungnahme DGE – Vitamin D und Prävention ausgewählter chronischer Krankheiten“, Deutsche Gesellschaft für Ernährung, 2014
5 https://www.nytimes.com/2017/04/10/health/vitamin-d-deficiency-supplements.html, Bericht der New York Times, Gina Kolata: „Why Are So Many People Popping Vitamin D?“, April 2017
6 http://www.endocrinologyadvisor.com/endo-2017/vitamin-d-deficiency-and-depression-scores/article/647971/, Artikel von Douglas Strassler: „Limited Association Between Depression and Vitamin D Deficiency“, April 2017
7 http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/174-007l_S1_Vitamin-D-Mangel_Rachitis_2016-04.pdf, S1-Leitlinie 174-007: Vitamin-D-Mangel-Rachitis, aktueller Stand: 03/2016
8 http://www.dv-osteologie.org/uploads/Leitlinie%202014/DVO-Leitlinie%20Osteoporose%202014%20Kurzfassung%20und%20Langfassung%20Version%201a%2012%2001%202016.pdf,
Dachverband Osteologie (DVO), DVO Leitlinie Osteoporose 2014 Kurzfassung und Langfassung, mit Korrekturen 2016