Forum Depression – Die größten Foren für Menschen mit Depressionen

Das eigene Umfeld reagiert oftmals verstört und mit Unverständnis, wenn der Versuch gestartet wird, über die eigenen Depressionen zu sprechen. “Geh` zum Sport und dann geht es dir wieder besser” oder “Reiß dich einfach zusammen, wir haben alle Probleme”. Solche und ähnliche Sätze werden einem unwissend entgegengeschleudert.

Ein Mensch, welcher noch keine Erfahrungen mit Depressionen gemacht hat, zeigt kaum ein Verständnis. Die Gedanken- und Gefühlswelt eines depressiven Menschen spricht eine ganz eigene Sprache. Um mit anderen Betroffenen kommunizieren zu können bieten sich Foren im Internet an. Es ist schön, mit anderen Menschen seine Gedanken und Emotionen auszutauschen. Sich in der Anonymität zu öffnen und keine Barrieren kommen einem entgegen. Das Verständnis liegt deutlich näher durch ähnlich gelagerte Empfindungen. Es ist ein tröstendes Gefühl zu spüren, es geht anderen Menschen ähnlich.

Um die Suche nach dem passenden Forum zu erleichtern, folgt hier eine umfangreiche Auflistung von deutschsprachigen Foren mit dem Schwerpunktthema “Depressionen”:

Foren zum Thema Depressionen

 

Englischsprache Foren

5-HTP gegen Depressionen und Angststörungen: Wirkung, Nebenwirkungen, Dosierung und Erfahrungen

In diesem Beitrag geht es um die Aminosäure 5-HTP gegen Depressionen. Ich möchte auf die Wirkung von Serotonin und 5-HTP in seiner Wirkunsgsweise auf den Organismus in Zusammenhang mit Depressionen und Schlafstörungen eingehen.

Depressionen zählen zu den größten Erkrankungen in Deutschland. Studien zufolge leidet jeder fünfte Bundesbürger im Laufe seines Lebens an einer Depression. Entsprechend befinden sich etwa 4 Millionen Menschen in einer ärztlichen Behandlung.

Die Kombination von Therapie und Medikamenten ist oft nicht von langfristigem Erfolg geprägt. Daher greifen immer mehr Menschen zu natürlichen Präparaten, da vor allem die starken Nebenwirkungen von Psychopharmaka nicht zu unterschätzen sind.

Grundlegendes zur Depression

Was sind typische Anzeichen von Depressionen?

Eine Person mit depressiver Störung fühlt sich in der Regel bedrückt oder niedergeschlagen. Abhängig vom Grad der Erkrankung sind die Symptome mal mehr und mal weniger ausgeprägt. Entscheidend ist aber, dass eine Depression maßgeblichen Einfluss auf das Leben der betroffenen Person haben kann.

Wie entsteht eine Depression?

Es wird oft versucht herauszufinden was nun genau die Ursachen für die Depression sind. Grundsätzlich sind die Ursachen einer Depression sehr komplex. Daher ist man in medizinischer Hinsicht bis heute nicht zu einer ganzheitlichen Lösung gekommen.

Depressionen entstehen oft aus einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Als Begleiterscheinung von Krankheiten, falsche Ernährung, Mangelerscheinungen, anhaltender Stress im Beruf, Arbeitslosigkeit, ein traumatisches Ereignis oder veränderte Stoffwechselprozesse im Gehirn können eine Depression verursachen. Dazu gehört auch ein Mangel an Serotonin.

Wie kann eine Depression behandelt werden?

Klassische Behandlungsformen

Behandlungen erfolgen in der Regel über eine Psychotherapie. Es werden hier spezifische Gespräche geführt, um mehr über das Verhalten und die Ursachen der betroffenen Person herauszufinden.

Eine weitere klassische Behandlungsform stellt die medikamentöse Behandlung mit Psychopharmaka oder Antidepressiva dar.

Normalerweise werden diese beiden Formen der Behandlung am Patienten kombiniert.

Die Behandlung mit den Glückshormonen Serotonin und Dopamin

In vielen Fällen hat sich die Behandlung mit den sogenannten Glückshormonen Serotonin und Dopamin als hilfreich erwiesen.

Als Neurotransmitter übernehmen Botenstoffe wie Serotonin oder Dopamin wichtige Funktionen im Gehirn. Ohne sie wäre kein Glücksgefühl, keine Hochstimmung spürbar. Aus diesem Grund sind sie umgangssprachlich auch als “Glückshormone” bekannt.

Der Stoff Serotonin nimmt im menschlichen Körper eine sehr wichtige Rolle ein. Er sorgt für eine bessere mentale Stimmung und erhöht das Wohlbefinden. Personen mit einer Depression haben in der Regel bis zu 50% weniger Serotonin im Blutserum. Mit einer Verabreichung von diesem Neurotransmitter kann ein Stimmungstief kompensiert werden.

Der Begriff “Glückshormon” beschreibt sehr gut die Bedeutung und Funktion im Gehirn. Einer der zentralen Punkte ist die Informationsverarbeitung , die stetig im Gehirn stattfindet. Hier gibt es ein riesiges Netzwerk der Nervenzellen selbst, aber auch der Synapsen, die eine chemische Kommunikation innerhalb des komplizierten Nervensystems eingehen. Für diese Übertragung von Informationen sind chemische Synapsen beteiligt. Als Botenstoffe erhalten sie deshalb auch den Begriff Neurotransmitter, die zahlreich im Gehirn vorhanden sind. Die wichtigsten sind die bereits angesprochenen Glückshormone Dopamin und Serotonin. Ihre messbaren Werte verändern sich laufend. Bei geringerem Gehalt an Serotonin oder Dopamin erhöht sich vereinfacht dargestellt das fehlende Glücksgefühl, das dauerhaft in depressive Verstimmungen übergehen kann.

Serotonin transportiert demzufolge wichtige Signale zwischen den Zellen. Ein Mangel wiederum führt dazu, dass diese wichtigen Signale nicht übertragen und im Gehirn geregelt werden. Es entstehen Auswirkungen wie Fibromyalgie und Schlaflosigkeit bis hin zur Depression – basierend auf der Tatsache, dass wichtige Prozesse im Gehirn unvollständig ausgeführt werden.

Nun ist die Frage wie der Serotoninmangel bei einer depressiv gestörten Person ausgeglichen werden kann. Fakt ist, dass die betroffene Person unbedingt mehr Serotonin braucht, um die Depression, Stimmungsschwankungen oder Angstzustände systematisch zu reduzieren.

Die Bekämpfung von Depressionen mit 5-HTP

Was ist 5-HTP?

5-HTP ist eine Aminosäure und als Vorstufe von Serotonin zu betrachten. Der Inhaltsstoff steht für „5-Hydroxytryptophan“. Dies impliziert, dass 5-HTP im menschlichen Körper zum stimmungsfördernden Serotonin umgewandelt wird.

Serotonin ist das Hormon, welches die Stimmung reguliert, Aggressionen reduziert und Ängste erst gar nicht aufkommen lässt. Daher wird bei einer Depression auch ein Mangel an Serotonin vermutet. Eine mögliche Maßnahme zur Erhöhung des Serotoninspiegels ist die Einnahme von 5-HTP.

Von vielen Experten wird dieser Stoff als eine natürliche Alternative zu Beruhigungsmitteln angesehen, um leichte bis mittelschwere Depressionen zu bekämpfen. 5-HTP ist aufgrund der geringen Nebenwirkungen eine sehr attraktive und rein pflanzliche Alternative zu klassischen Medikamenten.

Die meisten Menschen vertragen diesen Inhaltsstoff auch sehr gut über einen längeren Zeitraum hinweg.

Eine Ration für ein halbes Jahr 5-HTP kann bereits ab ca. 20 Euro z.B. bei amazon gekauft werden.

Der Einsatz von 5-HTP in der Vergangenheit

5-HTP wurde in den 1970er und 1980er Jahren sehr häufig bei Depressionen eingesetzt. Dann kamen aber die Antidepressiva auf den Markt.

Diese haben den Stoff 5-HTP soweit verdrängt, dass es inzwischen nicht mehr als Arzneimittel gilt, sondern lediglich als Nahrungsergänzungsmittel.

Ich bin kein Freund von Verschwörungstheorien, denke aber, dass 5-HTP als nicht patentierbarer Rohstoff kaum lukrativ ist und das der Grund für die Ablösung der milliardenschweren Industrie der Psychopharmaka ist.

Wie ist die Wirkung von 5-HTP?

5-HTP wird meistens aus den Samen der afrikanischen Schwarzbohne (Griffonia) gewonnen.

Die hohen 5-HTP-Gehalte wurden in den Samen der afrikanischen Pflanze (Griffonia Simplicifolia) entdeckt. Diese Pflanze wurde seit diesem Zeitpunkt überwiegend als Rohstoff genutzt, um isolierte 5-HTP-Präparate herzustellen. Möchte man sich also gezielt mit 5-HTP-Mengen versorgen, so stellen diese Präparate eine sehr gute Lösung dar. 5-HTP kann zudem nicht nur gegen Depressionen, sondern auch gegen Schlafstörungen und Migräne helfen. Of auch typische Erscheinungsformen, die bei einer Depression auftreten.

Einigen Studien zufolge ist 5-HTP genauso wirksam gegen Depressionen wie Antidepressiva. Der Inhaltsstoff ist gegenüber den Antidepressiva deutlich im Vorteil, was auf die sofortige Wirkung direkt nach der Einnahme zurückzuverfolgen ist.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass beide Stoffe in der Wirkung ähnlich sind, aber 5-HTP den klaren Vorteil habe, dass keine schweren Nebenwirkungen auftreten. Es gibt zudem keine problematischen Entzugserscheinungen, wie es bei den meisten Antidepressiva der Fall ist. Die Einnahme von 5-HTP kann daher jederzeit problemlos beendet werden.

Im Journal of Psychopharmacology wurde aufgezeigt, dass täglich 200 mg 5-HTP hilft, Panikattacken bei Frauen zu mindern. Dieser Effekt konnte aber bei Männern nicht gesehen werden.

Studien in Zusammenhang mit 5-HTP

Die Wissenschaft hat sich in den letzten 30 Jahren ausgiebig mit der Wirkung von 5-HTP beschäftigt. In der Gesamtheit bestätigen diese Studien die positiven Effekte von 5-HTP auf den menschlichen Organismus. Bei einer dieser Studien in den frühen 70er Jahren zeigten ca. 56 Prozent eine deutliche Verbesserung ihrer Symptome. Eine weitere Studie behandelte die Wirksamkeit von 5-HTP als natürliches Antidepressivum. Die Probanden nahmen dazu täglich eine Menge zwischen 150 und 300 mg 5-HTP ein. Schon nach einer Woche zeigten bereits 68 Prozent der Patienten positive Reaktionen.

Die richtige Dosierung von 5-HTP

Die Gesamtmenge sollte nicht über 300 mg am Tag betragen. Bei Menschen mit starken Angststörungen können in Einzelfällen auch höheren Dosen sinnvoll sein.

Da 5-HTP nach ca. vier Stunden nach der Einnahme vom Körper zur Hälfte bereits wieder aufgebraucht ist, sind mehrere kleinere Dosen über den Tag verteilt sinnvoller als eine große Einzeldosis.

[su_box title=”Beispiel einer Dosierung”]Starte mit einer Dosis von 50mg am Nachtmittag und erhöhe auf 100 mg, wenn Du nach einer Stunde noch keine Besserung spürst. Eine weitere Dosis von 100-150 mg kann dann noch mal zum Abendessen eingenommen werden.[/su_box]

Wenn Du Dich nach einer Woche mit einer Dosis von 300 Milligramm 5-HTP am Tag nicht besser fühlst, solltest Du es stattdessen mit Tryptophan versuchen.

Studien besagen: 5-HTP fördert die Schlafqualität

In einer Studie an der Stanford Universität wurde die Auswirkung von 5-HTP auf die Schlafqualität in Bezug der REM-Schlafphasen beobachtet. Hierbei wurde noch einmal deutlich, dass ein stabiler Serotonin-Spiegel ein ausschlaggebender Faktor sowohl für die Einschlafphase als auch für das Durchschlafen ist. Die Resultate zeigten ebenso, dass 5-HTP in unterschiedlicher Dosierung die REM-Schlafphasen verändern kann. Das bedeutet, Menschen mit Schlafproblemen können durch die Einnahme von 5-HTP für eine Verbesserung der Schlafqualität sorgen. Ein maßgebliches Ziel insbesondere für Menschen, die bereits länger Schlafprobleme haben und unter verminderter Leistungsfähigkeit leiden. Denn wie jeder Mensch weiß, ist im unausgeschlafenen Zustand Konzentration und Leistung besonders schwierig. In Verbindung mit Depressionen oder depressiven Verstimmungen kann bereits die Verbesserung der Schlafqualität deutlich spürbare Verbesserungen nach sich ziehen.

So dicht stehen Schlaflosigkeit und 5-HTP zusammen

Befragt man drei Personen, so leidet mindestens eine davon unter Schlaflosigkeit oder starken Schlafproblemen. Dazu zählt auch die Unfähigkeit einzuschlafen. Ein typisches Stresssymptom: Der Kopf kann nicht abschalten. Meist sind es Gedanken über die Arbeit und private Sorgen, die den Schlaf verhindern. Kommt es hierbei gleichzeitig zu depressiven Verstimmungen kann es an einem zu niedrigen Serotonin-Spiegel liegen, der als Botenstoff an diesen Prozessen beteiligt ist. Als natürliches Ergänzungsmittel bei Einschlafproblemen kann 5-HTP deshalb durchaus eine Alternative sein.

Grundsätzlich wird der nächtliche Schlaf in unterschiedliche Phasen eingeteilt. Während einer Nacht von ca. sieben Schlafstunden gibt es sieben Phasen, die sich über den gesamten Zeitraum verteilen. Jede einzelne dieser Schlafphasen besteht aus zwei detaillierten Abschnitten. Im ersten Abschnitt reduziert sich das Niveau des Bewusstseins, ein Hypnose ähnlicher Zustand entsteht durch die verlangsamte Gehirnaktivität. Der zweite Abschnitt ist der allgemein bekannte REM-Schlaf, indem wir auch träumen. Der während der Nacht wechselnde Rhythmus erzeugt bis zum Morgen die gewünschte Erholung. Bei Menschen mit Schlafproblemen hingegen sind diese Schlafphasen gestört, und dies ist der Grund warum der nächste Morgen meist unausgeschlafenen beginnt. 5-HTP glättet sozusagen diese Schlafphasen. Dabei wird die Tiefschlafphase deutlich verlängert. Denn genau diese Traumphase ist für die seelische wie körperliche Regeneration entscheidend. Die Anzahl der Schlafstunden wird hingegen nicht erhöht. Solltest Du bisher über einen längeren Zeitraum klassische Schlafmittel eingenommen haben, ist es wichtig, diese nicht abrupt abzusetzen und in fließenden Übergängen mit 5-HTP zu ersetzen.

Wie sind die Erfahrungen mit 5-HTP?

Viele Menschen, die 5-HTP eingenommen haben, haben nach einer Woche bereits deutliche Resultate verzeichnen können.

Angstzustände konnten bei betroffenen Personen so stark reduziert werden, dass wieder Mut geschöpft werden konnte. Für andere Menschen hat die Einnahme von 5-HTP ihr Leben radikal geändert. Betroffene Menschen konnten besser einschlafen, mit Stress besser umgehen und sich insgesamt viel besser fühlen.

Weiterhin haben betroffene Personen angegeben, dass sie mit dem ständigen Nachdenken aufgehört haben und sich nicht mehr herumquälen mussten. Stimmungsschwankungen sind komplett verschwunden und das Wohlbefinden konnte durch den steigenden Optimismus ungemein erhöht werden.

5-HTP im Vergleich zu Antidepressiva

Da Antidepressiva meist mit schwerwiegenden Nebenwirkungen und dem Risiko zur Medikamentenabhängigkeit einhergehen, liegt es nahe, hier ein natürliches Präparat zu finden.

Da die Aminosäure 5-HTP schon seit längerem für ihre positive Wirkung bekannt ist, wurde eine weitere Studie in die Wege geleitet. Sie behandelte die Therapiemöglichkeit bestimmter Aminosäuren bei der Behandlung einer Depression. Also 5-HTP im direkten Vergleich zu Antidepressiva. Durchgeführt wurde diese Studie an der Psychiatrischen Universitäts-Klinik Basel von Prof. Pöldinger. Seine Überlegung war folgende:

Wenn während einer Depression reduzierte Botenstoffe aufgebaut werden, könnte ein höheres Angebot an Serotonin zu einer vermehrten Bildung des Neurotransmitters führen. Diese Überlegung liegt nahe, da Aminosäuren körpereigene Stoffe sind und vom Organismus gebildet werden können. Ein demzufolge höherer Serotonin-Spiegel, ausgelöst durch 5-HTP, könnte demnach die Symptomatik von Depressionen verbessern und zur Heilung beitragen.

In seiner Studie wurden zwei Gruppen von Patienten mit Depressionen behandelt. Eine Gruppe mit der Aminosäure 5-HTP und eine Gruppe, die das Medikament Fluvoxamin erhielt. Dieses Medikament verstärkte seinerzeit die Wirkung von Serotonin, ohne jedoch den Spiegel zu erhöhen. 5-HTP erhöht den Serotonin-Spiegel. Die Studie verlief über sechs Wochen. Während dieser Zeit wurde die Schwere der Depression an jedem einzelnen Patienten gemessen.

Die Ergebnisse sprachen eine deutliche Sprache. In beiden Gruppen konnte der Schweregrad der depressiven Störung reduziert werden. Die Beschwerdebilder gingen zurück. Ein wichtiges Detail unterschied jedoch die Ergebnisse: Die Gruppe der Patienten, die mit 5-HTP behandelt wurde, hatte deutlich geringere Nebenwirkungen als die Gruppe, die das Anti-Depressivum erhielt.

Oft sind es nur depressive Verstimmungen, die uns das Leben schwer machen. Damit es nicht zu einer langwierigen Depression kommt, kann Dir eine zeitlich begrenzte Einnahme von 5-HTP helfen, über diese depressiven Verstimmungen hinweg zu kommen.

Gerade in lichtarmen Wintermonaten verspüren viele Menschen eine gedämpfte, innere Stimmung. Wenn dann der Alltag schwierig zu bewältigen ist, entstehen schon in kurzer Zeit Schlafprobleme und Depressionen. Auch die Aktivität des Einzelnen wird deutlich gemindert.

Aus eigener Kraft schaffen es viele Menschen nicht, wieder auf die Beine zu kommen. Bei mehreren abnormalen Stimmungen, die Deinen Alltag einschränken, kann die Einnahme von 5-HTP sinnvoll sein.

Bedenken bei der Einnahme von 5-HTP

Der Inhaltsstoff 5-HTP hat sehr viele Vorteile. Doch ist kein Inhaltsstoff perfekt. Ich will kurz auf die Mängel von 5-HTP eingehen, auch wenn diese im Vergleich mit den zahlreichen Vorteilen sehr gering sind. Im Vergleich mit 5-HTP kann die Aminosäure sehr leicht über die Ernährung gesteuert werden. Dazu isst man viele Lebensmittel wie Nüsse, Getreide, und Erdnüsse. Beim 5-HTP ist dies allerdings nicht der Fall. Der Stoff ist nämlich in den Lebensmitteln so gut wie gar nicht enthalten.

Weiterhin sollte man auch beachten, dass Antidepressiva mit 5-HTP interagieren. Die Einnahme von 5-HTP mit Antidepressiva lässt den Serotoninspiegel zu stark ansteigen. Dies verursacht schwerwiegende Nebenwirkungen. Es können Herzprobleme, Schüttelfrost und Ängste hervorgerufen werden. Daher sollte man bei der Einnahme von 5-HTP den Stoff nicht einnehmen, wenn während Antidepressiva eingenommen werden.

Eine Überdosierung könnte auch das Serotoninsyndrom auslösen. In diesem Fall wird dem Körper zu viel Serotonin zugeführt. Dadurch verspürt man eine Ruhelosigkeit, Muskelzuckungen, Schüttelfrost, Schwitzen oder Zittern. Das Aufsuchen eines Arztes ist dann dringend zu empfehlen.

[su_note note_color=”#f49893″]Ein zu hoher Serotoninspiegel kann zu ernsthaften Schäden am Herz führen. Daher darf 5-HTP niemals überdosiert werden. Wenn Du auf Nummer sicher gehen willst, nutze lieber L-Tryptophan anstatt 5-HTP. [/su_note]

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Es ist bekannt, dass 5-HTP mit zahlreichen Arzneimitteln unerwünschte Wechselwirkungen verursachen kann. Dies gilt insbesondere für Antidepressiva und die sogenannten “Triptane”, welche als Therapie bei Migräneerkrankungen eingenommen werden.

Wenn Du bereits Medikamente zu Dir nimmst, solltest Du die Einnahme von 5-HTP vorher mit einem Arzt abklären. Das gleiche gilt chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck.

Darüber hinaus sollten schwangere und noch stillende Mütter das natürliche Antidepressivum nicht zu sich nehmen. Dasselbe gilt auch für Kinder.

Ich würde Dir raten, Dich zusätzlich selbst gründlich zu informieren, da Du davon ausgehen kannst, dass die meisten Ärzte wenig bis keine Ahnung zum Thema Aminosäuren haben und im Zweifelsfall aus Unwissenheit sogar von der Einnahme abraten.

Der Zusammenhang von 5-HTP mit der Aminosäure L-Tryptophan

Auch die Aminosäure L-Tryptophan hat einen guten Ruf bekommen die Stimmung aufzuhellen. Der Inhaltsstoff wurde nicht nur für die Bekämpfung von Depressionen verwendet, sondern auch für die Förderung des Schlafes. Ein guter Serotoninspiegel hat nachts einen gesunden Melatoninspiegel zur Folge. Dies wiederum führte zu einem erholsamen und ungestörten Schlaf. Sicherlich kann jetzt die Vermutung entstehen, dass diese Aminosäure ebenfalls perfekt ist, um Depressionen zu bekämpfen. Allerdings hat 5-HTP gegenüber der Einnahme von L-Tryptophan einige Vorteile.

Was sind die Vorteile von 5-HTP gegenüber L-Tryptophan?

Unter 5-HTP versteht man die direkte Vorstufe des Serotonins. Bei der Aminosäure L-Tryptophan handelt es sich um die Vorstufe von 5-HTP. Hier ist schon der erste wichtige Vorteil von 5-HTP zu erkennen. Es wird ein wichtiger Schritt übersprungen, womit die Serotoninherstellung wesentlich vereinfach und beschleunigt wird. Es ist nämlich gerade der erste Schritt, der sehr kompliziert ist.

Die Umwandlung zu 5-HTP ist kompliziert

Die Umwandlung von L-Tryptophan zu 5-HTP ist nicht ganz so einfach. Es gibt viele Faktoren, welche die Umwandlung beeinträchtigen können. Wenn beispielsweise ein hoher Vitalstoffmangel, ein hoher Stresshormonspiegel oder starke Blutzuckerschwankung vorliegt, dann muss man mit zahlreichen Risikofaktoren rechnen, die eine einfache Serotoninbildung beeinträchtigen können.

Beförderung von L-Tryptophan ins Gehirn oft problematisch

Damit L-Tryptophan im Gehirn zu Serotonin umgewandelt werden kann, muss der Stoff zunächst einmal ins Gehirn transportiert werden. Hier fangen auch schon die ersten Probleme an. Die Aminosäure ist nämlich nicht die einzige Aminosäure, die ins Gehirn will. Es sind viele anderen Aminosäuren schneller, was die Beförderung in das Gehirn angeht. So ist es auch kein Wunder, dass die Aminosäure oftmals auf den letzten Plätzen endet und keinen Platz mehr bekommt.

Es gelangt mehr 5-HTP in den Körper als L-Tryptophan

Die Aminosäure L-Tryptophan ist leider nicht nur für die Bildung von Serotonin zuständig. In der Tat werden nur 3 Prozent der mit der Nahrung aufgenommenen Aminosäure in Serotonin umgewandelt. Im Vergleich ist der Anteil von 5-HTP weitaus höher. Problematisch ist auch, dass Serotonin nicht nur im Gehirn erforderlich ist, sondern auch gebraucht wird für die Gefäße und den Appetit. Somit ist ersichtlich, dass der größte Teil dieser geringen Menge an L-Tryptophan zur Bildung von Körperserotonin eingesetzt wird. Was die Bildung von dem Serotonin für das Gehirn angeht, so bleibt am Ende nicht so viel übrig.

Dagegen wird 5-HTP fast vollständig zu Serotonin umgewandelt

Man kann behaupten, dass fast 100 Prozent von 5-HTP in Serotonin umgewandelt wird. Dadurch erscheint die Einnahme von 5-HTP auch als sehr attraktiv. Es kann der Serotoninspiegel erhöht werden und Depressionen, Stimmungsschwankungen und Ängste vollständig verschwinden.

Die Vorteile von 5-HTP bei Depressionen und Angststörungen im Überblick

  • Renommierte Universitäten und Studien über drei Jahrzehnte bestätigen die Erhöhung des Serotonin-Spiegels
  • Im Vergleich zu Anti-Depressiva entstehen keine Nebenwirkungen
  • Depressionen können leichter behandelt werden
  • Mit 5-HTP kann die Schlafqualität verbessert werden
  • 5-HTP gilt als Nahrungsergänzungsmittel und erfordert kein Rezept. Somit kann es eigenverantwortlich ausprobiert werden.

Quellen

Die 8 größten Irrtümer über Depressionen

1. Eine Depression ist keine Krankheit

Ein überaus gefährlicher Irrtum, der im kollektiven Bewusstsein immer noch fest verankert scheint! Tatsächlich ist eine Depression eine schwere Erkrankung (mit “realer” biochemischer Grundlage und körperlichen Folgen), die die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit der Patienten erheblich und dauerhaft einschränken, sowie bis zum Tode führen kann. Man darf keinesfalls den Fehler machen, von den “normalen” seelischen Höhen und Tiefen, die jeder durchmacht und die meist schnell wieder verschwinden auf den Leidensdruck der Betroffenen zu schließen. Die Idee, dass man sich “nur zusammenreißen muss” ist grundfalsch und hat noch keinem Depressiven geholfen.

2. Nur Frauen werden depressiv

Statistisch gesehen erkranken Männer ebenso häufig an Depressionen, wie Frauen. Es mag (trotz aller Aufklärungsarbeit) immer noch dem unterschiedlichen Erziehungsstil geschuldet sein, dass Männer größere Schwierigkeiten haben, sich die angebliche “Schwäche” einzugestehen. Insofern ist es tatsächlich so, dass Männer über einen längeren Zeitraum hinweg bemüht sind, die Symptome zu kompensieren oder zu kaschieren. Ärztliche Hilfe nehmen sie erst vergleichsweise spät in Anspruch, was die Behandlungsmöglichkeiten verringern kann. Es ist wichtig, dass mit Hilfe von Informationen und einer offenen Kommunikationskultur weitere Hilfestellungen geleistet werden, die es Männern wie Frauen ermöglichen, ohne Scham über ihr Leiden zu sprechen.

3. Eine Depression ist Folge einer Charakterschwäche

“Reiß Dich doch einfach zusammen” ist ein Spruch, den Depressive in unserer Gesellschaft vermutlich nicht selten zu hören bekommen. Eine Depression entwickelt sich aber nachgewiesenermaßen nicht aus irgendeiner übertriebenen Sensibilität oder aus fehlender Selbstkontrolle. Es handelt sich um eine Erkrankung mit einer Vielzahl von umweltbedingten, genetischen und biochemischen Ursachen, die Menschen jeder Gesellschaftsschicht treffen kann. In manchen Fällen tritt sie zunächst in maskierter Form auf und äußert sich dann möglicherweise eher in Aggressivität, einer Burn-Out-Symptomatik oder einer sogenannten agitierten Depression. Letztere präsentiert sich dann in Form einer Hyperaktivität: Betroffenen bemühen sich, Phasen der Reflexion möglichst zu vermeiden.

4. Depressionen sind nicht heilbar

Die Behandlung einer Depression kann in Einzelfällen langwierig sein und erfordert viel Selbstbeobachtung, damit “ungesunde” Mechanismen der Stressverarbeitung im Alltag erkannt und “abtrainiert” werden können. Dennoch handelt es sich bei den meisten Formen der Depression durchaus um sehr gut behandelbare und auch heilbare Erkrankungen. Therapiert wird eine Depression üblicherweise mit einem “multimodalen Ansatz” der eine medikamentöse Therapie mit einer psychotherapeutischen Begleitung verbindet. Diese Behandlungsmethode erzielt insbesondere dann sehr gute Erfolge, wenn sie rechtzeitig eingeleitet wird. In manchen Fällen kann auch ein Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik eine große erste Hilfestellung bieten, da den Patienten dadurch die Möglichkeit eingeräumt wird zu “entschleunigen” und ihren Alltagsstress für eine Weile hinter sich zu lassen.

5. Kinder bekommen keine Depressionen

Studien haben gezeigt, dass auch schon Kinder und Jugendliche an Depressionen erkranken können. Oft versteckt sich die typische anhaltende Traurigkeit hier aber zunächst hinter anderen Symptomen, wie Angstzuständen, Aggressivität oder Konzentrationsproblemen. Darüber hinaus können Depressionen im Kindesalter auch auf zugrundeliegende Lernstörungen oder Störungen der sozialen Interaktion hinweisen, die durch andauernde Frustration zu mentalen Problemen führen können. Vorübergehende Stimmungsschwankungen sind unabhängig von der Altersgruppe nichts Ungewöhnliches. Aber (ganz gleich, ob es sich um Kinder, Jugendliche oder Erwachsene handelt): wenn solche Schwierigkeiten länger als 14 Tage andauern, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

6. Antidepressiva machen abhängig

Das stimmt heute nicht mehr, da in den letzten Jahrzehnten viele Präparate auf den Markt gekommen sind, die die früher übliche Langzeitbehandlung mit abhängig machenden Benzodiazepinen (Schlaf- und Beruhigungsmittel) obsolet gemacht haben. Die heute üblicherweise eingesetzten trizyklischen Antidepressiva oder die sogenannten Wiederaufnahmehemmer, die die Spiegel bestimmter Botenstoffe im Gehirn auf erhöhen, führen in der Regel auch bei längerfristiger Einnahme nicht zu einer Sucht. Allerdings ist eine gewisse vorübergehende Absetzsymptomatik bei zu schnellem Weglassen der Medikamente möglich, Antidepressiva sollten deshalb immer “ein- und ausgeschlichen” werden (das heißt: langsame Dosissteigerung bei Beginn der Einnahme und schrittweise Senkung der eingenommenen Menge bei Abschluss der Behandlung).

7. Eine Depression ist rein psychisch

Ja und nein! Letztlich stehen alle im Körper ablaufenden sogenannten “psychischen” Prozesse mit Veränderungen im Stoffwechsel des Gehirnes in Verbindung. Insofern ist eine Unterscheidung der Form “rein körperlich” vs. “rein psychisch” eigentlich unsinnig. Darüber hinaus gibt es familiäre Prädispositionen für die Entwicklung von Depressionen, die eine Beteiligung von genetischen Faktoren nahelegen. Aktuelle Studien haben auch zeigen können, dass sich Strukturen des Gehirns im Rahmen einer depressiven Erkrankung verändern. Diese Veränderungen können durch Psychotherapie in Verbindung mit einer medikamentösen Behandlung rückgängig gemacht werden.

8. Gut gemeinte Ratschläge helfen

“Gut gemeint” ist manchmal das Gegenteil von gut . Die Gesellschaft muss dringend ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass eine Depression – ebenso wie jede andere psychische Störung – eine “reale” Erkrankung ist, für die man sich nicht schämen muss. Empathie von Freunden und Familienmitgliedern ist für den Heilungsprozess förderlich und teilweise überlebenswichtig. Wer einer an Depressionen erkrankten Person wirklich helfen möchte, der sollte vor allem Geduld und ein “offenes Ohr” mitbringen, sich umfassend informieren und den Betroffenen auf seinem Weg begleiten. Verurteilungen, das Ausüben von Druck oder die Abwertung der Erkrankung bieten den Patienten keine Erleichterung.

Depressionen bei Kindern und Jugendlichen

Genetik und Resilienz

Auf Grund der jeweiligen genetischen Ausstattung und der frühkindlichen Bindungserfahrung verfügen Menschen über individuell ganz unterschiedliche Ausprägungen des Faktors “Resilienz” (psychische Widerstandsfähigkeit). Ob und in welchem Alter Menschen Depressionen entwickeln, hängt also teilweise davon ab, ob sie familiär vorbelastet sind. Gleichzeitig kann aber eine Stabilität innerhalb der Kernfamilie einen deutlichen Nestschutz bieten, der einen Ausbruch der Erkrankung trotz angeborener “Neigung” zu Depressionen auch noch bis ins Erwachsenenalter verhindern kann.

Checkliste: Depressionen bei Kindern und Jugendlichen erkennen

  • Stimmungsschwankungen
  • Ein- oder Durchschlafstörungen und Probleme mit der Konzentration
  • Deutlicher Leistungsabfall in der Schule
  • Häufiges Weinen oder Gefühle von Traurigkeit
  • Rückzugstendenzen: Begegnung mit Freunden wird zunehmend vermieden
  • Änderung der Essgewohnheiten (etwa mangelnder Appetit)
  • Schulverweigerung
  • Störungen des Sozialverhaltens durch Aggressionen
  • Geringes Selbstbewusstsein

Die genannten Symptome sind allesamt unspezifisch und können Teil einer (von selbst) vorübergehenden Stimmungsproblematik sein. Eltern müssen sich bewusst machen, dass es für die psychische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zwingend notwendig ist, dass sie lernen, Frust und Enttäuschung zu verarbeiten. Wut, Tränen oder Rückzugstendenzen können Teil einer vollkommen gesunden Reaktion sein. Falls die Symptomatik jedoch länger als 14 Tage andauert, besteht jedoch Handlungsbedarf. Ein sofortiges Einschreiten ist selbstverständlich nötig, wenn Kinder oder Jugendliche Selbsstötungsgedanken haben.

 

Atypische Präsentation
Somatisierungstendenzen

Depressionen existieren auch bei Kindern, jedoch sehen die Symptome hier manchmal anders aus als bei Erwachsenen. Die Ursache dafür liegt hauptsächlich darin, dass Kinder noch nicht gelernt haben, ihre seelischen Konflikte als solche wahrzunehmen und die Problematik entsprechend zu kommunizieren. Daher sind Depressionssymptome insbesondere bei Kindern sehr unspezifischer Natur und können sich beispielsweise in Form von Oberbauchschmerzen, Kopfschmerzen oder Appetitlosigkeit äußern. Dieser Prozess der “Umleitung” psychischer Probleme auf die körperliche Ebene, wird als Somatisierung bezeichnet. Ebenso treten sogenannte maskierte Depressionen auf, die sich beispielsweise auch in Form von Aggressivität äußern können. Je nach Reifegrad und kommunikativer Kompetenz eines Kindes äußert sich eine depressive Verstimmung häufig aber auch exakt in der selben Form, wie bei Erwachsenen, also als wahrnehmbare Traurigkeit oder Fehlen von Motivation.

 

Die Pubertät als kritische Phase

Durch massive Veränderungen der Nervenbahnen im Gehirn sind Jugendliche anfällig für Stimmungsschwankungen. Eine Unterscheidung zwischen dem potenziell lebensbedrohlichen Krankheitsbild der “Depression” und den “normalen” Auswirkungen der Pubertät kann ein schwieriges Unterfangen sein und es ist wichtig, dass Eltern und Ärzte rechtzeitig eingreifen, ohne den Zustand der/des Jugendlichen unnötig zu pathologisieren. Eltern sollten beispielsweise dann aufmerksam werden, wenn die Jugendlichen sich über einen langen Zeitraum hinweg zurückziehen, ein deutlich erhöhtes Schlafbedürfnis zeigen, die Leistungen in der Schule erheblich nachlassen oder liebgewonnene Freizeitgewohnheiten plötzlich keine Attraktivität besitzen. Auch bei Jugendlichen können Aggressionsausbrüche Ausdruck depressiver Verstimmungen sein.

Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Laut der Stiftung Deutsche Depressionshilfe sind im Vorschulalter ca. 1% der Kinder und im Grundschulalter ca. 2% betroffen. Etwa 3-10% aller Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren erkranken an einer Depression.

 

Exogene und endogene Depression

Ursächlich für die Entwicklung von Depressionen bei Kindern und Jugendlichen ist – ähnlich wie bei Erwachsenen – eine Kombination verschiedener exogener und endogener Faktoren. Dabei beschreiben die exogenen Faktoren die Einflüsse, die “von außen” kommen und sich in Form von zu verarbeitenden traumatischen Erlebnissen (etwa: eigene körperliche Erkrankungen, Verlust von Familienmitgliedern, Mobbing in der Schule oder im Freundeskreis) präsentieren. Die endogenen Mechanismen, die eine Depression fördern, bzw. verursachen können sind ein Ungleichgewicht in der Zusammensetzung der hirneigenen Botenstoffe wie Serotonin, sowie die angesprochenen genetischen Vorbelastungen.

 

Frühes Auftreten der Erkrankung

Die Frage, ob man schon im Vorschulalter Depressionen diagnostizieren kann und sollte ist umstritten. Aktuelle Studien kommen allerdings zu dem Ergebnis, dass das Auftreten der Erkrankung in diesem Alter zwar selten ist, aber durchaus vorkommt. Bedenken muss man dabei jedoch, dass nicht jedes ungewöhnlich ängstliche oder traurige Verhalten gleich eine Depression ist. Die Anzahl an Differentialdiagnosen ist im Kindes- und Jugendalter auch noch relativ groß. Bisher nicht diagnostizierte Lernstörungen oder auch Hochbegabungen können beispielsweise depressive Verstimmungen auslösen, wenn ein Kind konstant über- oder unterfordert ist. Bei Teenagern kommen durch die hormonellen Veränderungen oder die Veränderung des Körperbildes möglicherweise Essstörungen oder soziale Ängste hinzu, die ebenfalls häufig mit Depressionen einhergehen.

 

Mögliche Differentialdiagnosen/Komorbiditäten bei Depressionen im Kindes- und Jugendalter

 

  • Lern- und Leistungsstörungen
  • Störungen des Sozialverhaltens (Formen des Autismus)
  • ADS/ADHS
  • depressive Verstimmung als Folge schulischer Unter- oder Überforderung
  • Störungen des Körperbildes (insbesondere im Jugendalter)
  • Borderline-Persönlichkeitsstörung (Jugendalter)
  • Generalisierte Angststörung (häufig in Komorbidität mit Depressionen)

 

Therapieansätze

Eine Depression ist eine ernstzunehmende aber relativ gut therapiebare Erkrankung. Ebenso wie im Erwachsenenalter wird bei Kindern und Jugendlichen auf einen multimodalen Therapieansatz zurückgegriffen, der sich durch eine Kombination aus gesprächstherapeutischen Maßnahmen und medikamentöser Hilfe auszeichnet. Der Einsatz von Antidepressiva ist bei Kindern und Jugendlichen selbstverständlich noch kritischer zu betrachten als bei Erwachsenen, da die Folgen eines Eingriffes in das prekäre Gleichgewicht der Neurotransmitter schwer zu kontrollieren sind. Dennoch ist die Gabe von Medikamenten bei Vorliegen einer echten Depression zumindest über einen kurzen Zeitraum zu empfehlen (dabei ist zu beachten, dass es häufig mehrere Anläufe braucht, bis man das richtige Präparat findet und dass die tatsächliche Wirkung erst nach mehreren Wochen spürbar wird).

 

Möglichkeiten der Prävention

Das Auftreten einer Depression im Kindes- und Jugendalter lässt sich nicht mit absoluter Sicherheit verhindern, aber bei entsprechender Aufklärung ist es möglich, die Symptomatik rasch zu erkennen und Behandlungsschritte einzuleiten. Eine vertrauensvolles Miteinander und ein gewisses Mass an Stabilität innerhalb der Familie vermittelt den Kindern darüber hinaus die notwendige psychische Widerstandsfähigkeit (Resilienz), um mit Krisensituationen umgehen zu können. Falls in der Familiengeschichte bereits Depressionen aufgetreten sind, kann dies einen Hinweis liefern, dass eine genetische Prädisposition vorliegt. Allerdings führt diese Prädisposition nicht notwendigerweise zum Ausbruch der Erkrankung.

 

Quellen

Cummings, C. M., Caporino, N. E., & Kendall, P. C. (2014). Comorbidity of anxiety and depression in children and adolescents: 20 years after. In: Psychological Bulletin, 140 (3), 816-845.

Groen, Gunter/Petermann, Franz (2011): Depressive Kinder und Jugendliche. (Klinische Kinderpsychologie
Band 6). Göttingen: Hogrefe.

Horn, Hildegard; Geiser-Elze, Annette; Reck, Corinna; Hartmann, Mechthild; Stefini, Annette; Victor, Daniela; Winkelmann, Klaus & Kronmüller, Klaus-Thomas: Zur Wirksamkeit psychodynamischer Kurzzeitpsychotherapie bei Kindern und Jugendlichen mit Depressionen. In: Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie 54 (2005) 7, S. 578-597.
http://psydok.psycharchives.de/jspui/bitstream/20.500.11780/2863/1/54.20057_4_45838.pdf_new.pdf

Kipman, Ulrike (2013): Psychologische Diagnostik moderierender Persönlichkeitsmerkmale bei Kindern und Jugendlichen
Österreichisches Zentrum für Begabtenförderung und Begabungsforschung (ÖZBF) http://www.oezbf.at/cms/tl_files/Publikationen/Veroeffentlichungen/Testverfahren-persoenlichkeit_WEB.pdf#page=140

Therapeutensuche

Tipps zur Suche nach einem Therapeuten bei Depressionen

Wer unter Depressionen leidet, ist nicht einfach traurig. Eine anhaltende Niedergeschlagenheit wird meist von weiteren Symptomen begleitet: Schlaflosigkeit, Antriebslosigkeit, niedriges Selbstwertgefühl und Verlust von Interesse an Dingen, die sonst Freude bereitet haben. Eine Psychotherapie ist für viele Patienten hilfreich, um frei von Depressionen zu werden oder zumindest die Symptome in den Griff zu bekommen.

Einen guten Therapeuten zu finden, dem der Patient Vertrauen entgegen bringen kann, ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Psychotherapie. Allerdings erweist sich die Suche nach einem passenden und verfügbaren Therapeuten gerade für Menschen, die unter den aufgeführten Symptomen leiden, als doppelt schwierig. Zum einen sind gerade im ländlichen Raum oft nur wenige Psychotherapeuten verfügbar. Diese haben dann auch häufig noch lange Wartezeiten auf einen Termin. Zum anderen erscheint den Patienten wegen ihrer allgemeinen Antriebslosigkeit und Problemen, alltägliche Aufgaben zu erledigen, die Suche beinahe unüberschaubar und überfordernd.

Dieser Leitfaden bietet daher einige praktische Tipps zur erfolgreichen Therapeutensuche.

Vor dem Suchen eines Therapeuten

Patienten mit Depressionen sollten wissen, dass ihnen als Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse die Anspruchnahme einer Psychotherapie zusteht. Es ist in der Regel keine Überweisung eines Haus- oder Facharztes nötig. Allerdings muss der Psychotherapeut eine Approbation sowie eine Kassenzulassung haben, damit die Kosten übernommen werden. Außerdem sind nur bestimmte Arten der Therapie von der Kasse anerkannt. Es ist empfehlenswert, dass Patienten sich am Anfang ihrer Suche in Grundzügen über diese Verfahren informieren. So kann einerseits schon vorab festgestellt werden, welche Form am geeignetsten erscheint. Andererseits schränkt dies auch schon die Auswahl an Therapeuten ein, da diese auf eine oder mehrere Verfahren spezialisiert sind. Dies erleichtert die oftmals überwältigend wirkende Suche.

Von der Kasse zugelassene Therapiemethoden sind:

  • analytische Psychotherapie
  • Verhaltenstherapie
  • tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

Praktische Hilfe bei der Therapeutensuche

Zunächst einmal kann es hilfreich sein, den umfassenden Begriff der Therapeutensuche in kleine, überschaubare Schritte einzuteilen. Wenn ein Patient Hilfe von Familien oder Freunden hat, sollte er sich nicht scheuen, diese Personen um Unterstützung zu bitten. Einigen Menschen fällt es beispielsweise schwer, Anrufe zu tätigen, gerade wenn es sich um Unbekannte handelt. Hier können nahe stehende Personen die Therapeuten anrufen und einen Termin vereinbaren. Andere mögen sich wiederum von der Vielzahl an Therapeuten überfordert fühlen. In diesem Fall können Angehörige eine Vorauswahl treffen und dem Patienten eine kurze Liste mit Telefonnummern zusammenstellen.

Wichtig ist in jedem Fall, dass Menschen mit Depression sich nicht zu viel vornehmen. Eine Aufstellung mit kleinen Schritten kann helfen, diese Aufgabe überschaubar zu machen. Eine to do Liste kann in etwa so aussehen:

  • Therapieformen bei Wikipedia nachschauen
  • Alle Therapeuten im Umkreis von z. B. 20 km heraussuchen unter bptk.de,  ttherapie.de, weisse-liste.dee oder den Websites der Kassenärztlichen Vereinigung des eigenen Bundeslandes
  • Kriterien zur Eingrenzung überlegen (hierzu im Folgenden weitere Tipps)
  • Eine Liste zum Abtelefonieren erstellen (z. B. mit 5 Namen und Telefonnummern)
  • Anrufe und Ergebnis protokollieren

Diese Schritte müssen keineswegs an einem Tag oder auch nur in einer Woche erledigt sein. Patienten mit Depressionen möchten natürlich schnelle Hilfe, aber sollten sich nicht unter Druck setzen. Es genügt völlig, diese Schritte im eigenen Tempo zu erledigen und Hilfe von Angehörigen und Freunden in Anspruch zu nehmen. Die Schritte können noch kleinteiliger unterteilt werden, wenn dies hilfreich erscheint.

Eingrenzung der Suche

Während im ländlichen Raum die Suche nach Therapeuten zu überschaubaren Ergebnissen führen kann und die zurückzulegende Strecke eventuell sogar erweitert werden muss, gibt es in Städten oft sehr viele Therapeuten. Hier bietet es sich ein, die Auswahl vorab einzugrenzen. Eine erste Methode ist die Einschränkung nach dem angebotenen Therapieverfahren.

Des Weiteren gibt es viele Patienten, die lieber von einer Therapeutin oder lieber von einem Therapeuten behandelt werden möchten. Dies ist ein völlig legitimes Anliegen, denn bei einer Psychotherapie ist es von höchster Wichtigkeit, dass ein enges Vertrauensverhältnis entsteht. Eine Eingrenzung nach Geschlecht des Therapeuten ist also durchaus eine gute Idee, sofern der Patient dies als nützlich empfindet.

Oftmals haben Therapeuten auch noch weitere Behandlungsschwerpunkte. So gibt es beispielsweise Kinder- und Jugendtherapeuten. Bei den verhaltenstherapeutischen Methoden gibt es noch weitere Unterschiede wie kognitive Verhaltenstherapie oder Biofeedback. Es ist durchaus sinnvoll, diese Schwerpunkte bei der Vorauswahl zu berücksichtigen.

Der Anruf beim Therapeuten

Häufig ist es gar nicht so einfach, den Therapeuten telefonisch zu erreichen. In den meisten Fällen gibt es keine Sprechstundenhilfe, sondern nur den Therapeuten. Sollte niemand erreichbar sein, wird in der Regel ein Anrufbeantworter vorhanden sein. In diesem Fall ist es empfehlenswert, nicht nur Namen und Telefonnummer zu hinterlassen, sondern auch eine Zeitspanne, in der der Patient gut erreichbar und ungestört ist.

Das Telefongespräch wird je nach Therapeut anders verlaufen. So erhalten beide Parteien aber auch bereits einen ersten Eindruck voneinander. Sollte dem Patienten der Anruf bereits unsympathisch sein, ist es völlig in Ordnung, keinen Termin zu vereinbaren.

Natürlich kann am Telefon nicht ausführlich besprochen werden, wie die Situation des Patienten sich darstellt. Dennoch sollten die wichtigsten Informationen bereits angesprochen werden. Es kann daher hilfreich sein, sich vor dem Telefonat kurze Stichpunkte aufzuschreiben. Je nach Länge des Gesprächs wird der Therapeut Sie um eine kurze Schilderung der Symptome bitten, auch um einschätzen zu können, wie dringend der Behandlungsbedarf ist.

Patienten mit Depressionen sollten auch darauf eingestellt sein, dass der Therapeut möglicherweise nach Selbstmordgedanken fragt. Obwohl dies ein schwieriges Thema ist, gerade mit einer unbekannten Person, sollte wahrheitsgetreu geantwortet werden. Hieraus kann der Therapeut Dringlichkeit ableiten und gegebenenfalls schneller verfügbare Therapieangebote zur Überbrückung empfehlen.

Eine gute Idee ist es, den Therapeuten etwa 10 Minuten vor der vollen Stunde anzurufen. Therapiesitzungen dauern 45-50 Minuten und so könnte es gut sein, dass man zwischen zwei Stunden Glück hat und den Therapeuten direkt sprechen kann.

Ziel dieses ersten Gesprächs ist es, einen Termin zu vereinbaren. Patienten sollten sich allerdings auch darauf einstellen, vom Therapeuten unter Umständen die Aussage zu erhalten, dass kein Termin frei ist oder erst in einigen Wochen oder gar Monaten.

Falls der Therapeut nicht selbst darauf zu sprechen kommt, sollten Patienten fragen, ob es eine Warteliste gibt. Dies ist auch der Grund, warum unbedingt mehrere Therapeuten kontaktiert werden sollten. Es ist sinnvoll, sich auf die Warteliste von verschiedenen Therapeuten setzen zu lassen. Selbstverständlich möchten Menschen mit Depressionen möglichst rasch mit Ihrer Behandlung beginnen, aber nicht immer muss der am ehesten verfügbare Therapeut auch der richtige sein. Daher ist es keinesfalls unangebracht, auf mehreren Wartelisten zu verbleiben oder mehrere Termin wahrzunehmen. Ein guter Therapeut wird Verständnis hierfür haben.

Völlig unverbindlich: Der erste Termin

Der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses ist entscheidend für den Erfolg einer Therapie. Daher dient der erste Termin vor allem dazu herauszufinden, welche Ziele mit der Therapie verfolgt werden sollen. Nicht nur der Therapeut sammelt hierbei Informationen, sondern auch der Patient.

Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen fünf Sitzungen beim Psychotherapeuten, ohne dass hierfür Bedingungen gelten. Patienten sollten sich daher diese Zeit auch nehmen, um zu entscheiden, ob Sie sich mit dem Therapeuten gut aufgehoben fühlen. Oftmals ist dies bereits nach dem ersten Termin klar.

Als Patient ist es völlig zulässig, sich Fragen zu überlegen und zu stellen. Eine kleine Liste kann helfen, damit nichts vergessen wird. Ein guter Therapeut lässt in der ersten Sitzung Freiraum für Fragen und beantwortet diese ausführlich.

Es ist ebenfalls gutes Recht des Patienten, Termine bei mehreren verschiedenen Therapeuten wahrzunehmen. Auch hierfür übernimmt die Kasse die Kosten. Falls der Patient sich mit einem Therapeuten nicht wohlfühlt, sollte er dies auf jeden Fall mitteilen, damit ein anderer Patient den Therapieplatz wahrnehmen kann.

Nach Festlegung auf einen Therapeuten muss nach den ersten fünf Sitzungen ein Antrag an die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten gestellt werden. Dies übernimmt der Therapeut, und als Patient muss eine Unterschrift geleistet werden. Eventuell kommen in dieser ersten Phase Tools wie Fragebögen zum Einsatz, die der Diagnose dienen.

Wichtig zu wissen für Patienten: Der Therapeut schreibt einen Bericht mit Angaben zu Symptomen und Diagnosen, der an die Krankenkasse geschickt wird. Die persönlichen Informationen werden aber anonymisiert in einem verschlossenen Umschlag versendet, sodass die Krankenkasse selbst keinen Einblick hat. Der verschlossene Umschlag ohne Angabe von Namen etc. wird an einen externen Gutachter geschickt, der über Annahme des Antrags entscheidet. Meist wird der Antrag für eine gewisse Anzahl an Therapiesitzungen gestellt, eine Verlängerung ist aber mit einem erneuten Antrag möglich.

Was, wenn kein passender Therapeut zu finden ist?

Manchmal findet sich einfach kein freier Therapieplatz. Es kommt auch vor, dass Patienten nur Termine zu bestimmten Tagen oder Uhrzeiten wahrnehmen können, an denen der Therapeut nicht verfügbar ist. In solchen Ausnahmefällen ist es möglich, bei der Krankenkasse einen Antrag zu stellen, damit ein Therapeut ohne Kassenzulassung aufgesucht werden kann. Es gibt nur eine bestimmte Anzahl an kassenärztlichen Therapeuten, allerdings gibt es weitaus mehr Therapeuten. Diese sind genauso approbiert, behandeln aber hauptsächlich Privatpatienten oder Selbstzahler. Oftmals sind bei diesen auch schneller Termine verfügbar. Patienten sollten sich daher nicht davor scheuen, bei langen Wartezeiten oder anderen Problemen auch diese Therapeuten mit Privatpraxis zu kontaktieren.

Soll ein Therapeut ohne Kassenzulassung in Anspruch genommen werden, müssen hierfür einige Anträge gestellt werden. Meistens sind hierfür Belege notwendig, dass bereits andere Therapeuten erfolglos kontaktiert wurden. Die genauen Bedingungen teilen die Krankenkassen mit. Auch der private Therapeut kann unter Umständen hilfreiche Tipps dazu geben.

Johanniskraut

Johanniskraut gegen Depressionen: Hypericum Perforatum: Heilpflanze seit der Antike

Die Verwendung von Johanniskraut (Hypericum Perforatum) zu medizinischen Zwecken war bereits im Altertum Gang und Gäbe. Allerdings waren die Haupteinsatzbereiche für das Kraut zunächst entzündliche Erkrankungen wie Gicht und Rheuma, sowie die Behandlung offener Wunden. Bereits im Mittelalter wurde man aber auch auf eine mögliche stimmungsaufhellende Wirkung der Pflanze aufmerksam und setzte sie unter anderem gegen Angstzustände und Stimmungsschwankungen ein.

Tabletten aus Johanniskraut-Trockenextrakt sind heute für die Anwendung bei leichten bis mittelschweren Depressionen zugelassen, da zahlreiche Studien eine Besserung der Symptomatik im Rahmen der Einnahme belegen konnten. Als rein pflanzliches Mittel sind die Präparate vergleichsweise nebenwirkungsarm. Der tatsächliche Wirkmechanismus des Medikamentes ist bis heute nicht vollständig geklärt, man geht aber davon aus, dass die positiven Effekte auf die in der Pflanze enthaltenen Stoffe Hyperforin und Hyperosid zurückzuführen sind.

Die antidepressive Wirkung des Krautes

Die Stoffe Hyperforin und Hyperosid sollen – vergleichbar mit den Wirkstoffen chemisch hergestellter Antidepressiva – die Verfügbarkeit bestimmter Botenstoffe im Gehirn erhöhen, indem sie deren “Wiederaufnahme” (und damit ihren Abbau) hemmen. Das Ungleichgewicht dieser Neurotransmitter, das eine der Hauptursachen von Depressionen darstellt, kann damit aufgehoben werden. Insbesondere die mangelnde Verfügbarkeit des auch als “Glücksbotenstoff”
bezeichneten Transmitters Serotonin wird mit Störungen des Gemüts in Verbindung gebracht.

Präparate mit Johanniskraut-Trockenextrakt sind rezeptfrei in den Apotheken erhältlich, eine Rücksprache mit dem Arzt wird aber dringend angeraten. Bei Depressionen handelt es sich um potentiell lebensbedrohliche Erkrankungen und letztlich kann nur in einem Gespräch mit einem Fachmann geklärt werden, welchen Schweregrad die vorliegende Störung des Empfindens hat. Etwas in die Kritik geraten sind auch die nicht apothekenpflichtigen Johanniskrautpräparate, die man beispielsweise in Drogeriemärkten erhält. Die Dosierung ist hier in den meisten Fällen zu niedrig, um eine antidepressive Wirkung zu erreichen und die Qualität entspricht auf Grund des vereinfachten Prüfverfahrens für “traditionelle Heilmittel” meist nicht den hohen Standards der apothekenpflichtigen Präparate.

Gut Ding will Weile haben – Johanniskraut braucht Zeit zum Wirken

Was die Zeit bis zum Eintritt einer erkennbaren stimmungsaufhellenden Wirkung betrifft, ist antidepressiv eingesetztes Johanniskraut mit chemischen Präparaten vergleichbar. Das heißt: es kann etwas dauern (ca. 4-6 Wochen), bis eine umfassende Besserung eintritt. Nach dieser Anlaufwirkzeit fühlen sich die Behandelten üblicherweise entspannter, aktiver und fröhlicher und das Schlafverhalten bessert sich. Im Vergleich zu manchen chemisch hergestellten Antidepressiva erhöht Johanniskraut trotz der genannten schlaffördernden Wirkung meistens nicht die Tagesmüdigkeit, was die Patienten als sehr positiv wahrnehmen. Ärzte empfehlen, das Medikament über einen Zeitraum von mindestens 9 Monaten einzunehmen, damit die Wirkung auch nach dem Absetzen dauerhaft anhält. Rückfälle können durch eine kontinuierliche und langanhaltende Einnahme ebenfalls vermieden werden.

Rezeptfrei aber nicht immer harmlos: Neben- und Wechselwirkungen

Präparate mit Johanniskraut werden als sehr nebenwirkungsarm beschrieben und gelten im Vergleich zu chemisch hergestellten Präparaten mit ähnlicher Wirkung als wesentlich verträglicher. Insbesondere bei Patienten, die keine weiteren Medikamente einnehmen, sind meist keine unerwünschten Effekte zu erwarten. Das Fehlen einer Absetzsymptomatik ist ebenfalls ein großes Plus, da es dadurch nicht notwendig ist, das Mittel vorsichtig ein- oder auszuschleichen. Da die Studienlage für einen Einsatz bei Schwangeren oder Stillenden nicht ausreichend geklärt ist, empfehlen Fachleute, dass Frauen in diesen Phasen auf eine Einnahme des Wirkstoffes verzichten. Nebenwirkungen sind bei Johanniskraut selten, kommen aber trotzdem vor. Die wichtigsten unerwünschten Effekte sollen im Folgenden aufgezählt werden:

  • Erhöhung der Lichtempfindlichkeit der Haut; es kann zu sonnenbrandähnlichen Effekten kommen
  • Hautjucken
  • Verdauungsstörungen
  • Schwindel
  • Müdigkeit
  • innere Unruhe

Da Johanniskraut den Abbau bestimmter Stoffe in der Leber beschleunigt kann es die Wirksamkeit einiger (teilweise lebensnotwendiger) Medikamente deutlich herabsetzten. Auch aus diesem Grund sollte die Einnahme keinesfalls ohne Rücksprache mit den betreuenden Ärzten oder mit pharmazeutischen Fachkräften in den Apotheken erfolgen. Eine Wirkungsabschwächung in Verbindung mit der Einnahme von Johanniskraut-Präparaten ist für folgende Medikamentengruppen beschrieben worden:

  • Mittel, die gegen HIV/AIDS eingesetzt werden
  • Zytostatika bei Krebserkrankungen (Chemotherapie)
  • Medikamente die der Blutverdünnung dienen (zum Beispiel: Phenprocoumon)
  • die Antibabypille
  • herz- und kreislaufstabilisierende Mittel

Wichtig!

Abschließend soll noch einmal erwähnt werden, dass Studien zwar eine gute Wirksamkeit der Heilpflanze “Hypericum Perforatum” bei leichten bis mittelschweren Depressionen verzeichnen konnten, dass dieser Beleg aber für schwerere oder chronisch verlaufende Formen der Erkrankung fehlt, beziehungsweise nicht erbracht werden konnte. Eine alleinige Behandlung mit Johanniskraut im Rahmen einer so schwerwiegenden Beeinträchtigung ist daher keinesfalls zu empfehlen und birgt erhebliche Risiken.

 

Weiterführende Links

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=37681
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC552808/
https://www.johanniskraut.net/nebenwirkungen-wechselwirkungen.html

Bachmann, Christof (2017): Wirksamkeit eines hochdosierten Johanniskraut-Extraktes bei mittelschweren Depressionen:
Studien bestätigen gleiche Wirksamkeit wie und bessere Sicherheit als Citalopram. In: Schweiz Z Ganzheitsmed 2017;29:320-322.
https://www.karger.com/Article/Pdf/481964

Bachmann, Christof (2016): Phytotherapie und Phytopharmaka: Experteninterview mit Prof. Dr. Siegfried Kasper. In: Schweiz Z Ganzheitsmed 2016; 28:254-257.
https://www.karger.com/Article/Pdf/448678

Lipp, HP (2017). Phytopharmaka der komplementären und alternativen Medizin
Ausgangspunkt für Wechselwirkungen in der Tumortherapie. In: Forum (2017) 32: 411.

Omega 3 Fettsäuren

Omega 3 Fettsäuren bei Depressionen

Bislang galten Omega-3-Fettsäuren als entzündungshemmend und gefäßgesund, doch neuste Studien zeigen, dass auch Depressionen durch die Einnahme gelindert werden können.

Omega-3-Fettsäuren gehören zu den Wundermitteln unserer Nahrung. Viele Menschen nehmen täglich zu wenig davon zu sich, kein Wunder also, dass ein Omega-3-Mangel häufig ist. Studien zufolge sollen Depressionen durch die Einnahme von Omega-3 nicht nur gelindert, sondern sogar geheilt werden. Eine der neusten Studien stammt aus der Schweiz.

In natürlicher Form kommt Omega-3 vor allem in Fisch vor, daher werden Nahrungsergänzungsmittel auch als Fischölkapseln vertrieben. Eine Studie in der ebendiese Kapseln gemeinsam mit Placebos eingesetzt wurden zeigt, dass die Stimmung durch das Fischöl deutlich besser wurde. Darüber hinaus war Omega-3 in der Lage die Aufmerksamkeit der Patienten zu erhöhen.

Auch eine italienische Studie belegte die Wirksamkeit. Insgesamt 47 Frauen wurden wahlweise mit zwei Gramm Omega-3-Fettsäuren oder einem Placebo behandelt. Das Ergebnis zeigte klar, dass die mit Fischöl behandelten Teilnehmerinnen an Lebensqualität hinzugewinnen konnten, während die Placeboeinnahme zu keinem Effekt führte. Beide Studien wurden unabhängig voneinander durchgeführt und zeigen die Wirksamkeit der Präparate.

Wirkung von Omega-3 Fettsäuren

Jedes Land hat individuelle Ernährungsschwerpunkte. Statistisch hat sich gezeigt dass Länder, in denen häufig Fisch konsumiert wird, weit weniger depressive Patienten zu verzeichnen haben. Ein weiterer Beweis für die Wirkung ist, dass viele, depressive Patienten einen erniedrigten Eicosapentaensäurespiegel aufweisen. Ungesättigte Fettsäuren, zu denen Omega-3 gehört, finden sich im Blutspiegel depressiver Menschen oft nur in geringer Menge. Auch bei anderen, psychiatrischen Beschwerdebildern, wie z.B. der Schizophrenie, ist der Anteil an Eicosapentaensäure (EPA), Arachidonsäure und Docosahexaensäure (DHA) oft verringert.

In einer Studie mit 380 Frauen wurde deutlich, dass bereits eine einprozentige Steigerung des DHA-Gehalts im Blut mit einer um 59 Prozent verbesserten Grundstimmung assoziiert war. Es sind vor allem diese Studienergebnisse, die depressiven Menschen Hoffnung geben und Wissenschaftler zur Annahme verleiten, dass Omega-3-Fettsäuren positive Auswirkungen bei Depressionen haben. Ein direkter Wirkungsmechanismus konnte bislang jedoch nicht nachgewiesen werden. Als sehr günstig hat sich eine Kombination aus modernen Antidepressiva und Omega-3-Fettsäuren bewiesen. Es wird davon ausgegangen, dass Omega-3 in der Lage ist die Wirkung der Antidepressiva zu verstärken.

Einsatz bei Depression und bipolarer Erkrankung

Die positiven Studienergebnisse beim Einsatz von Omega-3 bei Depressionen führten dazu, dass auch die Wirkung bei anderen Krankheitsbildern getestet wurde. So ist auch bei bipolaren Störungen, die sich durch einen Wechsel zwischen Manie und Depression zeigen, eine Wirksamkeit verzeichnet. Es wurde in einer groß angelegten Doppelblindstudie nachgewiesen, dass Patienten unter der Einnahme von hochdosiertem Omega-3 (täglich 9,6 Gramm) weniger selten einen Krankheitsrückfall erlitten.

EPA als besonders wirksam bewiesen

Es ist vor allem die Eicosapentaensäure, welche sich als äußerst wirksam bei der Behandlung von Depressionen gezeigt hat. Sie wird gern parallel zur antidepressiven Therapie eingesetzt. Nach rund zwei Wochen der Einnahme zeigt sich bei Patienten in Tests deutlich, dass die depressive Symptomatik rückläufig ist. Hiervon profitieren vor allem jene Patienten, die auf die Gabe von Antidepressiva nicht oder nur unzureichend ansprechen.

Wurden depressive Patienten hingegen mit Docosahexaensäure (DHA) behandelt, hat sich keine signifikante Verbesserung der Symptome gezeigt. In einer Testgruppe wurden 18 Patienten jeden Tag mit zwei Gramm DHA behandelt, weitere 17 Patienten erhielten ein Placebo. Der Unterschied im Effekt war nicht deutlich hervorzuheben was die Annahme zulässt, dass es vor allem die Omega-3 Fettsäure EPA ist, die einen positiven Einfluss auf psychiatrische Erkrankungen hat.

Kann Omega-3 Antidepressiva ersetzen?

Auch wenn positive Ansätze zu erkennen sind, können die wenigsten Menschen vollkommen auf ihre antidepressive Therapie verzichten. Es darf nicht außer Acht gelassen werden, dass es sich bei Depressionen um eine schwerwiegende, potentiell tödliche Erkrankung handelt. Patienten die von Suizidgedanken gequält werden haben einen extrem hohen Leidensdruck und sollten nicht experimentell behandelt werden. Die Gabe von Omega-3 Fettsäuren ist als Zusatzmedikation zur normalen, antidepressiven Therapie zu sehen. Die natürlichen Johanniskrautpräparate, die bereits seit Jahren gute Effekte bei der Therapie von Depressionen erzielen, sollten nach wie vor bevorzugt werden.

Haben Omega-3-Fettsäuren Nebenwirkungen?

Die FDA ist sich einig, dass eine Einnahme von bis zu 3,5 Gramm Fischöl pro Tag ohne Risiko ist. In dieser Dosierung sollen Studien zufolge keine Nebenwirkungen zu Tage treten. Größere Mengen über 3,5 Gramm pro Tag sollten nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden. Sehr hohe Dosierungen über 20 Gramm täglich können zu Nebenwirkungen führen. Sehr häufig treten Blähungen, Durchfall, Übelkeit und Völlegefühl auf. Werden minderwertige Fischölkapseln verwendet, kann es zu einem fischigen Nachgeschmack im Mund kommen.

Sehr selten konnte unter der Einnahme von Omega-3 eine Erhöhung des Blutzuckers festgestellt werden. Insbesondere Patienten mit einer Erkrankung der Bauchspeicheldrüse sollten fetthaltige Omega-3 Kapseln nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt einnehmen.

Darf jeder Patient Omega-3 einnehmen?

Menschen die bereits mit Blutverdünnern behandelt werden, sollten vor dem Beginn einer Therapie mit Fischölkapseln Rücksprache mit dem Arzt halten. Es ist möglich, dass die Wirkstoffe EPA und DHA die Blutgerinnung noch weiter hinabsetzen. Ein vorhandener Diabetes ist zwar keine Kontraindikation, erfordert aber eine engmaschige Kontrolle des Blutzuckerspiegels.

Auch die gemeinsame Einnahme von Medikamenten zur Unterdrückung des Immunsystems und Omega-3 darf kritisch betrachtet werden. Omega-3 Fettsäuren sollen die körpereigene Abwehr noch stärker unterdrücken und können Anwender somit anfällig für Infektionskrankheiten machen.

Sport

Sport gegen Depressionen: Was ist dran an der These?

Depressionen gehören hierzulande zu denen am weitesten verbreiteten Krankheiten im psychisch sozialen Bereich. Wissenschaftlichen Studien zufolge leiden etwa 20 Prozent der Deutschen mindestens einmal im Leben an einer Depression. Davon endet die Krankheit bei etwa ein Prozent der Betroffenen tödlich durch Suizid. Die Erkrankung wird durch affektive Störungen im Bewusstsein ausgelöst. Dadurch werden Stimmungsschwankungen verursacht, die mit Antriebslosigkeit einhergehen können. Menschen, die an Depressionen leiden, verspüren häufig eine innere Leere. Das Leben kommt ihnen sinnlos vor. Das Heimtückische an dem Krankheitsbild ist jedoch, dass sich die Symptome nicht bei jedem Menschen in der gleichen Art und Weise äußern. Daher wird die Krankheit nicht sofort als solche erkannt. Zu den Stimmungsschwankungen können noch weitere Merkmale hinzukommen wie Schlaflosigkeit, Angstzustände, Appetitlosigkeit oder mangelhafte Konzentrationsfähigkeit. Erst wenn die Krankheit in einem fortgeschrittenen Stadium ist, können Suizidgedanken die Oberhand im Bewusstsein erlangen.

Daher unterscheiden die Mediziner zwischen schweren, mittleren sowie leichten Krankheitsverläufen. Es gibt Menschen, die durchleben nach einer Phase der Enttäuschung oder Trauer eine Zeit der Depression, die jedoch vorübergeht. Tritt die depressive Phase häufiger auf und hält sie über einen Zeitraum von mehreren Jahren an, wird sie als chronische Erkrankung bezeichnet. Die Depression wird mit Medikamenten therapiert. Dabei sind Antidepressiva zumeist die erste Wahl. Der Facharzt ist in diesem Fall ein Psychiater oder Psychologe. Doch es gibt mittlerweile Studien, die erforschen, ob es noch andere Heilmittel gegen die Krankheit gibt. Dabei kommen in erste Linie Sport oder sportliche Aktivitäten wie Bewegung infrage.

So hilft Sport gegen Depressionen

In früheren Therapieansätzen von anerkannten Psychotherapeuten wie Wilhelm Reich, die sich mit der Körpertherapie auseinandergesetzt haben, wurde festgestellt, dass durch Atemübungen auf Stimmungen wie Angst oder Wut eingewirkt werden kann. Neuere Untersuchungen haben sich mit der Frage beschäftigt, wie die Depression sich durch die tiefer werdende Atmung bei Bewegungsabläufen wie Laufen, Schwimmen oder Radfahren auswirkt. Bei der Ausübung einer Ausdauersportart wird die Atmung tiefer, wodurch sich innere Blockaden ebenfalls lösen können. Wissenschaftlich wurde untersucht, was beim Sport nachweislich im Körper geschieht. Dabei wurde festgestellt, dass Sportler das Stresshormon Kortisol in größeren Mengen ausschütten. Daneben wurden erhöhte Werte der Glückshormone Dopamin sowie Serotonin bei ihnen nachgewiesen. Die Freisetzung dieser Botenstoffe beim Sport könnte neben einer tieferen Atmung ein weiterer Faktor für die verbesserte Stimmung bei depressiven Menschen sein.

Sportliche Aktivitäten müssen sich also positiv auf die depressive Stimmung auswirken und sogar eine Verbesserung der Krankheit bewirken. Zu diesem Ergebnis kamen auch Wissenschaftler, welche die sogenannte Cochrane Analyse durchführten. Diese wurde zuletzt im Jahr 2013 durchgeführt und kann in der Cochrane Database of Systematic Reviews aus dem Jahr 2013 nachgelesen werden. Die Untersuchung basiert auf einer Auswertung von über 39 Studien. Diese wurden daraufhin untersucht, wie sich körperliche Bewegung bei depressiven Menschen auf den Krankheitsverlauf auswirkt. Die meisten der untersuchten Studien kamen zu dem Ergebnis, dass Ausdauersportarten wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren zu einer Verbesserung des Krankheitsverlaufes führten. Das Erstaunliche an den wissenschaftlichen Ergebnissen war jedoch, dass sich die Besserung bereits nach einem kurzen Zeitraum von zehn bis 14 Tagen zeigte. Während dieser Zeit fanden dabei lediglich Sporteinheiten von zwei- bis dreimal in der Woche für wenige Stunden statt.

Die Cochrane Analyse bietet wertvolle Hinweise darauf, dass Menschen, die an depressiven Verstimmungen erkrankt sind, durch sportliche Betätigung bereits nach kurzer Zeit erste Heilungserfolge erreichen können.

Abgesehen von diesem wissenschaftlich belegten Ergebnissen kann Sport jedoch nachweislich noch viel mehr positive Effekte beim Menschen auslösen. Denn der gesamte Organismus wird durch die Bewegung harmonisiert. Durch die Stärkung der Muskulatur fühlen sich Menschen insgesamt kräftiger und bekommen nach und nach eine positivere Ausstrahlung. Das wirkt sich auch auf ihr Leben und die Kommunikation mit anderen günstig aus. Negative Gedankenmuster werden durch die körperliche Betätigung nachhaltig auch nach dem Sport verdrängt. Ablehnende Gedanken können zum Verschwinden gebracht und durch positive Denkmuster ersetzt werden.

Das effektive Trainingsprogramm gegen Depressionen

Depressive Menschen sollten ein Bewegungsprogramm absolvieren, das auf mehreren Einheiten basiert. Dieses sollte sowohl Teile von Ausdauersportarten als auch Elemente des Krafttrainings enthalten.

Wer seine Depressionen mit Sport besiegen möchte, der kann dem folgenden Sportprogramm folgen, dass einem Konzept des bekannten Sportlers und Buchautors Mario Heinrichs entnommen wurde. In dem vorgestellten Übungsprogramm sind Sporteinheiten enthalten, die über einen Zeitraum von drei Monaten durchgeführt werden können. Turnusmäßig kann dieser Ablauf weiterhin bei Bedarf ein Jahr lang beibehalten werden. Vielleicht lässt sich aufgrund dieses Plans ein regelmäßiges Programm entwerfen.

Die ersten sechs bis acht Wochen – zwei-bis dreimal pro Woche

  • zum Aufwärmen: Liegestützen, Kniebeugen, Beckenkreisen, Arme nach oben und unten werfen, Dehnübungen – ungefähr zehn bis fünfzehn Minuten
  • etwa zehn Minuten walken
  • zehn bis zwanzig Minuten joggen
  • danach fünf bis zehn Minuten Entspannungsübungen wie Yoga oder einfach nur flach auf den Rücken legen, die Arme auf den Bauch legen und in den Atem hineinhorchen

Ab der sechsten bis achten Woche oder bei Bedarf schon vorher kann das Pensum etwas erhöht werden

  • zum Aufwärmen Seilspringen oder auf der Stelle laufen, Dehnübungen – ungefähr zehn Minuten
  • etwa zehn Minuten walken
  • wieder einige Gymnastikübungen wie Liegestütze oder Kniebeuge
  • beim Joggen wird nun die Laufzeit erhöht – es werden nun Einheiten von drei- bis viermal in der Woche für etwa 30 Minuten oder länger durchgeführt
  • danach fünf bis zehn Minuten Entspannungsübungen

So wirkt sich Sport bei Depressionen auf Dauer aus

Auch wenn sich bereits nach einer kurzen Zeit erste Besserungen der Krankheit zeigen, sollte die Fitness weiterhin betrieben werden. Denn dadurch profitieren Betroffene langfristig von dem Heilungserfolg durch Sport.

In einer Studie eines amerikanischen Experten auf dem Gebiet der Psychiatrie zeigte sich, wie sich Sport langfristig auswirkt. Die Studie erfolgte insbesondere im Vergleich mit der Langzeitwirkung einer rein medikamentösen Therapie. Dafür wurden die Probanden in drei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe nahm über einen Zeitraum von vier Monaten lediglich Medikamente wie Antidepressiva ein, die zweite Gruppe verfolgte ein Sportprogramm, das auf ihre individuelle Leistungsfähigkeit zugeschnitten war. Den restlichen Teilnehmern wurde neben der Bewegung auch noch ein Medikament verordnet. In der folgenden Langzeitstudie wurde untersucht, wie sich die Verbesserung, die bei allen Teilnehmern innerhalb eines kurzen Zeitraumes bereits eintrat, längerfristig auswirkte. Dabei wurde bei der Sportgruppe festgestellt, dass sich der gute Gesundheitszustand bei über 88 Prozent der Teilnehmer längerfristig hielt. Die Rückfallquote war auf lange Sicht geringer gegenüber den anderen Probanden.

Welche Sportarten wirken sich positiv bei Depressionen aus?

Amerika ist das Land, in dem die meisten Leute mit Übergewicht leben. Daher werden in den USA auch regelmäßig Studien durchgeführt, wie sich sportliche Betätigung auf den Organismus auswirkt und in welchem Maße er betrieben werden muss, um zu wirken. Bei Depressionen kamen amerikanische Wissenschaftler zu einem erstaunlichen Ergebnis. Denn schon leichte Laufeinheiten von zwei- bis dreimal pro Woche für eine Stunde wirken sich positiv auf das körperliche sowie psychische Befinden aus. Auch Bewegungsabläufe wie Tanzen oder einfaches Training in einem Fitnesscenter mit Gewichten entfaltet bereits eine positive Wirkung. Wer dazu noch ab und zu mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, sich regelmäßig an der frischen Luft bewegt wie bei einem Spaziergang oder auf dem Weg zum Einkaufen erhöht die Chance, Depressionen dauerhaft zu heilen beträchtlich.

Deutsche Studien zum Thema Sport gegen Depressionen

Auch hierzulande interessieren sich wissenschaftliche Forscher für die Auswirkungen, die körperliche Bewegung auf Gemütszustände haben. An der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS, SpoHo) wurde daher ebenfalls eine Studie herausgegeben. Dabei wurden verschiedene Trainingsmöglichkeiten untersucht wie Ausdauersport, Gymnastik oder einfache Bewegungen wie leichte Tanzelemente, Ballspiele, Tennis oder Hockey. Auch hierbei kamen die Forscher zu eindrucksvollen Resultaten. Denn es trat nicht nur eine erhebliche Verbesserung der Gemütszustände der Teilnehmer auf, diese hielten zudem auch längerfristig an. Doch es kam auch zu einem markanten Ergebnis: Denn die Teilnehmer, die zusätzlich Medikamente einnahmen, zeigten keine wesentliche Verbesserung gegenüber den übrigen Teilnehmern. Daher resümierte die Forschungsgruppe, dass durch Sport alleine, ohne die Zugabe von Medikamenten eine Verbesserung des Gesundheitszustandes eintreten kann.

So wird der Sport noch schöner und effektiver

Jeder Sporttreibende muss selber bestimmen, wie viel Sport er betreiben möchte. Das ist vielfach vom Gesundheitszustand und körperlichen Befinden abhängig. Nicht jeder Mensch ist mit einem Sportprogramm mit einer Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining zufrieden. Die Gelenke schmerzen oder Übergewicht lassen jede Bewegung zur Qual werden. Doch dadurch sollte sich niemand davon abhalten lassen, ein gesundes Fitnessprogramm zu absolvieren. Es gibt Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren, durch welche die Gelenke geschont und entlastet werden. Wer täglich ein paar Bahnen im Schwimmbad macht, wird sich bereits nach kurzer Zeit fitter, wacher und wohler in seiner Haut fühlen. Ein paar Runden auf dem Fahrrad in der Natur bewirken Wunder und es muss auch nicht immer der schwerste Gang sein. Eine leichte Einstellung am Rad bewirkt bereits einige positive Effekte sowie eine Verbesserung des Gesundheitszustandes. Wichtig dabei ist, dabei zu bleiben und nicht schon nach einer kurzen Zeit aufzugeben. Denn das ist das Schlimmste, was passieren kann.

Wer gerne in Gesellschaft ist, kann sich auch an die örtliche Turngemeinde wenden, um herauszufinden, ob ein Mannschaftssport wie Turnen oder ein Ballspiel in der Gruppe angeboten wird. Zusammen macht es doch viel mehr Spaß zu trainieren. Durch den Spaß bleiben viele auch am Sport dran, anstatt aufzugeben. Dabei ist es wichtig, immer regelmäßig zu den Treffen zu gehen. Denn dadurch wird der Sport zu einem festen Bestandteil des eigenen Lebens. Durch die Geselligkeit verflüchtigt sich eine depressive Stimmung oft auch schon ganz von selber.

Viele Menschen, die regelmäßig Sport treiben, bemerken nach und nach auch eine körperliche Veränderung. Die Muskulatur nimmt zu, der Körper verlangt nach erhöhter Nahrungsaufnahme, da mehr Energie freigesetzt wird. Dabei ist es wichtig, in der richtige Art und Weise auf diesen Wechsel zu reagieren. Das kann einfach durch die Bereitstellung von ausreichend Flüssigkeit geschehen. Denn Sportler brauchen vor allem eines und das ist viel Flüssigkeit. Daneben sollte die Ernährung reich an Vitaminen sowie Mineralstoffen sein. Es empfiehlt sich, stets ein Stück Obst wie einen Apfel oder eine Banane in der Sporttasche bereitzuhalten, damit es nicht zu einem übermäßigen Hungergefühl nach den Sporteinheiten kommt.

Wem der Sport auf der Straße wie Laufen oder Radfahren, Schwimmen oder Mannschaftssport nicht zusagt, kann es einmal in einem Fitnesscenter probieren. Der Vorteil ist, dass dort immer ein Trainer bereitsteht, um auf Fragen einzugehen. Mit diesem kann ein umfangreiches Fitnessprogramm entworfen werden. Viele Cardiogeräten stehen dort für ein tägliches Training bereit, und das alles vollkommen unabhängig vom Wetter. Das kann im Winter eine große Entlastung sein und es macht Spaß, sich in der Sicherheit des Centers auf den Sommer vorzubereiten. Nicht wenige Sportler trainieren in den Wintermonaten in der Halle um im Sommer wieder auf der Straße zu laufen, zu radeln oder andere Sportarten außerhalb durchzuführen.

 

Ernährung

TryptophanDie richtige Ernährung bei Depressionen

Depressionen treten immer häufiger auf. Die Gründe sind nicht immer seelischer Natur, Stress und Mangel- oder Fehlernährungen können ebenfalls der Auslöser sein. Der Organismus funktioniert wie ein Uhrwerk. Werden Botenstoffe oder Enzyme vom Organismus nicht hergestellt, weil eine Mangel- oder Fehlernährung vorliegt, ist der Grundstein für eine Depression bereits gelegt.

Wenn Psychotherapien nicht weiterhelfen

Depressionen wirken lähmend. Die Erkrankten fühlen sich schlecht und kraftlos. Sie können sich kaum zu Unternehmungen aufraffen und Psychotherapien helfen auch nur bedingt. Eine ganzheitliche Therapie wird notwendig, bei der der Organismus umfassend mit allen notwendigen Vitaminen, Mineralien, Fetten, Fettsäuren und Spurenelementen versorgt wird. Besonders wichtig sind zudem Spaziergänge bei Sonnenschein, da Vitamin D, das für den Körper besonders wichtig ist, vom Organismus bei Sonnenschein selber gebildet wird. Nebenwirkungen können bei ganzheitlichen Therapieansätzen gegen Depressionen möglichst gering gehalten werden.

Wie es zu Mangelernährungen kommen kann

Viele Menschen stehen beruflich oder auch privat derart unter Stress, dass zum Kochen kaum noch Zeit bleibt. Sie schaffen es gerade einmal Fertiggerichte oder Fast Food einzukaufen, damit der Hunger gestillt wird. Dem eigenen Instinkt, mit Sehnsüchten und Heißhungerattacken auf gesunde Nahrungsmittel wird kaum noch gefolgt. Es wird gekauft, was schnell und einfach zubereitet werden kann. Viele Menschen können gar nicht mehr richtig kochen. Sie erwärmen ihre Mahlzeiten nur noch in der Mikrowelle. Aufgrund der Art der Herstellung und der langen Haltbarkeit sind Fertigmahlzeiten nicht sonderlich vitaminreich.

Was ist eine Depression?

Depressionen werden nicht von allen Betroffenen gleich empfunden, daher ist eine Diagnosestellung nicht immer einfach. Folgende Empfindungen können bei Depressionen beobachtet werden:
  • Menschen, die unter Depressionen leiden, fühlen sich gefangen.
  • das Gefühl der inneren “Versteinerung” kann aufkommen
  • Hoffnungslosigkeit wird empfunden
  • Freude ist nicht mehr spürbar
  • eine körperliche Schwere mindert die körperliche Aktivität
  • das Selbstwertgefühl sinkt
  • Konzentrationsschwierigkeiten treten auf
  • Schlafstörungen mindern die nächtliche Erholung
  • Appetitlosigkeit

Gründe für Depressionen

Depressionen können die unterschiedlichsten Auslöser haben. Häufig treten sie nach psychischen oder körperlichen Belastungen auf:
  • nach schwerer Krankheit
  • Trennung vom Partner oder dem Tod eines nahestehenden Menschen
  • Mobbing
  • Stress
  • traumatischen Erfahrungen (Überfälle, Unfälle, Verlust des Arbeitsplatzes)
  • Mangel- oder Fehlernährungen, auch hervorgerufen durch Magen- / Darmerkrankungen
  • Hormonstörungen, Rheuma, Autoimmunerkrankungen, Allergien
  • Quecksilbervergiftungen (z. B. durch Amalgam)
  • Umweltgifte
Im Jahr 2017 veröffentlichte die WHO eine Studie, die besagt, dass ca. 4,4 Prozent der Weltbevölkerung unter Depressionen leiden. Im Jahr 2007 lag die Zahl der Erkrankten noch bei 3,7 Prozent. Depressionen lassen sich nicht kurzfristig therapieren. Es muss für die Heilung viel Zeit eingeplant werden.

Der Zusammenhang von Ernährung und Depressionen

Eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung sorgt für eine ausgeglichene Vitalstoffversorgung. Das Immunsystem wird dadurch gesteigert, Krankheiten vorgebeugt, die körpereigene Entgiftung gesteigert, freie Radikale werden gefangen und Entzündungen vorgebeugt. Besonders wichtig ist die Darmgesundheit, da nur alle Vitamine und Vitalstoffe aus den Lebensmitteln in den Organismus gelangen können, wenn der Darm gesund ist und regelrecht arbeitet. Ist der Darm geschwächt, entzündet oder anderweitig erkrankt, werden die wichtigen Inhaltsstoffe der Nahrung unverbraucht wieder ausgeschieden.

Die Bedeutung der Vitamine C, D und B (Komplex)

Kann der Körper kein Vitamin D in der Haut zu bilden, weil die Lust auf Spaziergänge an der frischen Luft (bei Sonnenschein) nicht vorhanden ist, steigert sich eine Depression spürbar. Es ist ein regelrechter Teufelskreis, in den die Betroffenen geraten. Wer unter Appetitlosigkeit oder Stress leidet, kann sich nicht genussvoll und abwechslungsreich ernähren. Der Mangel an Vitamin C (Immunbooster, steigert das Immunsystem), B und D, wie auch an den Vitalstoffen Selen, Chrom, Eisen, Zink und Magnesium ist vorprogrammiert. Die B-Vitamine benötigt der Körper um aus L-Tryptophan (Aminosäure) das glücklich machende Serotonin herstellen zu können. Ärzte und Wissenschaftler machen einen niedrigen Serotoninspiegel dafür verantwortlich, dass Depressionen entstehen. Da viele Patienten mit einem niedrigen Serotoninspiegel auch einen niedrigen Folsäurespiegel aufweisen, sollte ein Folsäuremangel beim Kampf gegen Depressionen verhindert werden. Um im Organismus S-Adenosyl-Methionin (SAM) bilden zu können, werden Folsäure und Vitamin B12 gleichermaßen benötigt. Die Bildung von SAM ist wichtig, damit der Serotoninspiegel vom Organismus aus eigener Kraft angehoben werden kann. Werden zu wenig Vitamin B12 und Folsäure über die Nahrung aufgenommen, ist der Aminosäurestoffwechsel eingeschränkt und der Abbau von Homocystein wird eingeschränkt. Dadurch können chronische Entzündungen und oxidativer Stress entstehen.

Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend

Omega-3-Fettsäuren bestehen aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren und können einfach in die Ernährung mit eingebaut werden. Sie wirken antientzündlich und steigern daher auch bei Depressionen das Wohlbefinden (siehe auch die Studie von
Sánchez-Villegas et al.und der Studie der University of Melbourne von Prof. Paul Amminger).

Über die Nahrung aufgenommen wirken die Omega-3-Fettsäuren folgenden Erkrankungen entgegen:

  • Neurodermitis
  • Rheuma
  • Erkrankungen des Nervensystems
  • ADHS
  • Alzheimer
  • Schizophrenie

und letztendlich auch bei Depressionen.

Omega-3-Fettsäuren in der Nahrung oder als Nahrungsergänzungsmittel?

Omega-3-Fettsäuren können sowohl über Kapseln als Nahrungsergänzung dem Organismus zugeführt werden, wie auch als Bestandteil der Nahrung. Die Einnahme als Nahrungsergänzung hat den Vorteil, dass die Dosierung der Fettsäuren genau bestimmt werden kann. Omega-3-Fettsäuren dürfen nicht mit Omega-6-Fettsäuren verwechselt werden, an denen in der Regel kein Mangel besteht.

In folgenden Lebensmitteln sind Omega-3-Fettsäuren natürlich enthalten:

  • fette und andere Fischsorten, wie Lachs, Makrele, Sardinen, Hering, Thunfisch und Schellfisch
  • Chia- und Leinsamen
  • Leinöl
  • Walnüsse und Walnussöl
  • Rapsöl
  • Hanföl
  • Avocado
  • Haselnüsse, Haselnussöl
  • Olivenöl
  • Distelöl

Bei der Auswahl der Lebensmittel, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind, sollte immer auf eine hochwertige Qualität geachtet werden. Besonders bei den Ölen sollte eine hochwertige, kalt gepresste Qualität gekauft werden, damit die wertvollen Fettsäuren bei der Ölgewinnung nicht zerstört werden. Pflanzenöle, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind, dürfen nur in der kalten Küche verwendet werden, da sie keine Hitze vertragen (zum Braten ungeeignet). Im Handel werden sie in der Regel in dunklen Glasflaschen angeboten, damit die kostbaren Inhaltsstoffe nicht nur Licht zerstört werden und es zu einer Oxidation kommt.

Nahrungsmittelallergien können zu Depressionen führen

Allergiker haben einen erhöhten Histaminspiegel, der auch unter dem Verdacht steht, Depressionen auslösen zu können. Folsäure und Vitamin C können in richtiger Dosierung den Histaminspiegel bei Allergikern absenken und das Wohlbefinden steigern. Nahrungsmittelallergiker erkranken daher noch schneller an Depressionen, da sie aufgrund ihrer Allergie eine eingeschränkte Auswahl an Lebensmitteln haben, die sie vertragen. Um einen Zusammenhang zwischen einer Depression und einer Nahrungsmittelallergie herstellen zu können, kommt es auf die Art und die Intensität der Allergie an. Ernährungsumstellungen können sich dann positiv auf den Gesundheits- und Gemütszustand auswirken.

Ein saures Milieu steigert die Entwicklung von Pilzen, Bakterien und Parasiten

Wer sich nicht ausgewogen und basisch ernährt und zudem viel Stress hat, leidet häufig unter einer Übersäuerung des Organismus. Das saure Milieu, das dann im Körper vorherrscht, bietet ein perfektes Wachstumsklima für Pilze, Bakterien, Parasiten und Krebszellen. Wird dann z. B. der Darm von Candida-Pilzen infiziert, ist eine geregelte Verdauung nicht mehr möglich. Die Gefahr durch einen übersäuerten Organismus an Depressionen zu erkranken, ist daher nicht zu unterschätzen. Eine körperliche Übersäuerung kann durch den Verzehr folgender Lebensmittel gemindert oder sogar verhindert werden:

  • Natron
  • Obst, wie Äpfel, Birnen, Mangos, Mirabellen, Ananas, Aprikosen, Orangen (Zitrusfrüchte allgemein), Mirabellen, Nektarinen, Papaya, Pfirsiche, Bananen, Pflaumen, Erdbeeren, Melonen, Him- und Heidelbeeren, Trauben, Kirschen, Trockenfrüchte, Kiwis, Johannisbeeren
  • Oliven, Avocado, Mandeln, Paprika, Blumenkohl (alle Kohlarten), Artischocken, Sellerie (Wurzelgemüse allgemein), Algen, Gurken, Kartoffeln, Zwiebeln, Süßkartoffeln, Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen), Mangold, Pilze, Kräuter und Salate
  • Datteln, Maroni und Erdmandeln

Frische Smoothies aus den oben genannten Lebensmitteln sind besonders gesund, da aufgrund der rohköstlichen Zubereitung die meisten Vitamine und Vitalstoffe der Lebensmittel erhalten bleiben. Ersatzweise können Kräutertees als basisches Getränk ungesüßt getrunken werden.

Zu den guten Säurebildnern gehören:

  • hochwertiges Vollkorngetreide, wie Roggen, Dinkel, Hafer und Gerste
  • Sprossen
  • Dinkel-Couscous oder -Bulgur
  • ungesüßter Kakao
  • Mais, Lein- / Chiasamen, Kürbiskerne, Hanfsaat, Haselnüsse, Walnüsse, Kokosnüsse, Erdnüsse, Paranüsse, Sonnenblumenkerne, Mohn und Sesam
  • Buchweizen, Amaranth und Quinoa als Pseudogetreide
  • hochwertige Pflanzenmilch (am besten in Bio-Qualität)

Folgende Lebensmittel zählen zu den schlechten Säurebildnern, auf die nach Möglichkeit verzichtet werden sollte:

  • Eier, Fisch, Fleisch und Milchprodukte aus konventioneller Herstellung
  • Weinessig
  • Getreideprodukte aus Weizen
  • Fertigprodukte
  • Zucker (Weißzucker) und alle Lebensmittel, die Zucker enthalten
  • Kaffee in allen Variationen
  • stark verarbeitete Sojaprodukte
  • Alkohol und kohlensäurehaltige Getränke

Die richtige Mischung macht es

Es ist nicht immer einfach, Gerichte aus gesunden Zutaten zu kochen, vor allem, weil jeder Organismus etwas unterschiedliche Anforderungen an die Nahrung stellt. Trotzdem spüren sensible Menschen, welche Lebensmittel positiv auf den eigenen Körper wirken und welche Nahrungsmittel sich eher negativ auswirken. Die instinktive Ernährung ist allerdings bei Menschen mit Depressionen nicht möglich, da aufgrund der Erkrankung die persönliche Sensibilität nicht gegeben ist.

Mit Probiotika den Darm sanieren

Eine ärztliche Darmuntersuchung kann einen Hinweis darauf geben, ob die Darmgesundheit bei Betroffenen mit Depressionen gut oder schlecht ist. Probiotika und Ballaststoffe steigern die Darmgesundheit und sollten daher auch von Menschen mit Depressionen vermehrt in den Nahrungsplan eingebaut werden.

Weißmehl und Süßigkeiten sind Tabu

Blutzuckerschwankungen unterstützen Depressionen. Daher sollten Menschen, die zu Depressionen neigen oder bereits unter ihnen leiden, Weißmehlprodukte, Zucker und Süßigkeiten meiden. Erlaubt sind lediglich “gesunde” Süßigkeiten, die ohne Zucker, sondern lediglich mit Trockenfrüchten, Kokoszucker oder Datteln zubereitet sind. Sie sorgen für ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl und verhindern unerwünschte Blutzuckerschwankungen. Softdrinks und unverdünnte Fruchtsäfte sind ebenfalls reich an Zucker. Sie sollten durch stilles Mineralwasser (ohne Kohlensäure) oder ungesüßte Kräutertees ersetzt werden.
(Sonnenmoser M (2007) Diabetes und Depressionen. Enge Wechselwirkung, Deutsches Ärzteblatt 12: 564-565).

Alltagsdrogen sollten gemieden werden

Koffein, Nikotin und Alkohol wirken sich nicht ablenkend oder positiv auf eine Depression aus. Vor allem sorgen sie bei einer bestehenden Fehlernährung dafür, dass diese noch voranschreitet. Durch die genannten Alltagsdrogen steigt der Bedarf an Vitamine und Vitalstoffe noch enorm an. Wird dieser nicht nur eine ausgewogene Ernährung gedeckt, schreitet die Depression immer weiter voran.

Mit viel Bewegung Depressionen vorbeugen

Wer sich viel bewegt, gerne Spazieren geht und Sport treibt, beugt Depressionen vor. Nicht nur, dass durch die Bewegung an der frischen Luft Vitamin D gebildet wird. Aufgrund der Betätigungen werden Endorphine im Körper gebildet, die glücklich machen. Ausreichende Bewegung sorgt ebenfalls für einen erhöhten Serotoninspiegel. Die passende und bewusste Ernährung kann diesen Effekt unterstützen und steigern.

Die gezielte Ernährungsumstellung als begleitende Therapie bei Depressionen

Eine Meta-Studie (betreffend 11 Langzeituntersuchungen von unipolaren Depressionen), die im Jahr 2011 veröffentlicht wurde, zeigt auf, dass bei Erwachsenen (der Altersbereich von 18 bis 97 Jahren) ein Zusammenhang zwischen Ernährung und Depression erkennbar war. Durch den Verzehr von Hülsenfrüchten, Nüssen, Gemüse und Obst konnte das Risiko, an einer Depression zu erkranken, nachweisbar gesenkt werden. In selbst zubereiteter Nahrung aus frischen Lebensmitteln sind lebenswichtige, hirnrelevante Nährstoffe enthalten, die Depressionen entgegenwirken.

Wer Depressionen hat braucht Hilfe und Unterstützung

Menschen, die an Depressionen erkrankt sind, befinden sich in einem Teufelskreis. Selbst, wenn sie wissen, dass frische, gesunde und abwechslungsreiche Nahrung die Depression mindert, fehlt die Kraft, die geeigneten Lebensmittel einzukaufen und zuzubereiten. Deprimierte Menschen sind daher auf Hilfe aus ihrem persönlichen Umfeld angewiesen. Der Konzentrationsmangel, der für eine Depression typisch ist, verhindert ebenfalls, dass die Planung und Zubereitung gesunder Mahlzeiten möglich ist. Im American Journal of Psychiatry wurde eine Studie veröffentlicht, die deutlich macht, wie negativ sich verarbeitete Lebensmittel (vor allem bestehend auf Getreide und Fleisch), sowie Fast Food, auf Depressionen auswirken. Wer noch keine Depression hat, begibt sich mit einer derartigen Ernährung in Gefahr, an einer Depression zu erkranken.

Lebensmittel, die den Serotoninspiegel steigern können

Safran und Schokolade mit einem sehr hohen Kakaoanteil (schwarze Schokolade mit einem Kakaoanteil von über 80 %) können die Serotoninkonzentration im Gehirn nachweislich steigern. Safran kann sowohl zum Würzen von Speisen verwendet werden, wie zur Zubereitung von einem wohltuenden Safrantee. Um das körperliche Wohlbefinden mit Schokolade zu steigern, reicht der Verzehr von einem Stück Schokolade (bis maximal einem Riegel) am Tag vollkommen aus. Um die gesundheitlichen Vorteile erreichen zu können, muss der Kakaoanteil der Schokolade so hoch wie möglich sein. Dadurch senkt sich automatisch der ungesunde Zuckeranteil in der Schokolade, der den gegenteiligen Effekt steigern würde. Zu den weiteren stimmungsteigernden Gewürzen gehören Zimt, Kurkuma, Ingwer, Lavendel, Rosenblüten, Johanniskraut, Süßholzwurzel und Melisse. Die Gewürze und Kräuter hellen nicht nur die Stimmung auf, sie wirken zudem entzündungshemmend. Sie können als Würze von Speisen verwendet werden, aber auch für einen Teeaufguss. Bei der Verwendung von Kurkuma muss beachtet werden, dass sich das Gewürz nur in Fett löst, daher müssen sowohl in Getränken mit Kurkuma, wie auch in Speisen, geringe Mengen an Fett (bestenfalls kalt gepresstes Kokosöl) enthalten sein.

Auf die Qualität der Lebensmittel kommt es an

Wer der Meinung ist, dass der Verzehr von Lebensmitteln in Bio-Qualität mit überflüssigen Kosten verbunden ist, irrt sich. Obst, Gemüse und andere Lebensmittel in Bio-Qualität sind nicht nur frei von Pestiziden und Kunstdünger, sie beinhalten auch mehr Vitamine und Vitalstoffe. Dadurch, dass Bioprodukte langsam reifen und dadurch über einen längeren Zeitraum hinweg Mineralien einlagern und Vitamine bilden können, sind sie reicher an Inhaltsstoffen. Es ist daher durchaus lohnenswert bei der Auswahl der Lebensmittel immer auf Qualität zu achten. Nur so kann eine Mangelernährung verhindert werden. Wie wichtig es ist, bei Ölen und Fetten auf eine Qualität aus kaltgepresster Herstellung ist, wurde im Zusammenhang mit den Omega-3-Fettsäuren schon erwähnt.

Eine vitaminschonende Zubereitung ist wichtig

Hochwertige Nahrungsmittel können nur reich an Inhaltsstoffen sein, wenn sie schonend zubereitet werden. Gemüse muss nicht weich und verkocht sein, um gegessen werden zu können. Fast alle Gemüsesorten (ausgenommen Hülsenfrüchte) können auch roh verzehrt werden. Die Zubereitung von knackig frischem Gemüse, wie z. B. im Wok, bietet nicht nur eine Vielzahl von Vitaminen und Geschmack, sie spart auch Zeit. Kartoffeln, Kohlsorten und verschiedenste Wurzelgemüse eignen sich hervorragend für die rohe Zubereitung von Smoothies.

Stress bei der Ernährung vermeiden

Damit eine gesunde Ernährung nicht in Stress ausartet, können auch große Mahlzeiten vorgekocht und eingefroren werden. Wichtig ist lediglich eine gute Organisation. Günstig und gesund sind Bioprodukte aus der eigenen Region, die bis zur Vollreife ausreifen konnten. Sie entsprechen zumeist auch dem körperlichen Bedarf an Vitaminen und Vitalstoffen der Menschen, die in der Region wohnen.

Sind Nahrungsergänzungsmittel empfehlenswert?

Können über die tägliche Nahrung einige Vitamine und Vitalstoffe nicht in ausreichender Menge aufgenommen werden, sind Nahrungsergänzungsmittel eine ernst zu nehmende Alternative. Ob und in welcher Menge sie konsumiert werden sollen, entscheidet bestenfalls der behandelnde Arzt. Von ärztlicher Seite sollte nicht nur das geeignete Nahrungsergänzungsmittel ausgewählt werden, sondern auch die Dosierung. Eigenbehandlungen sollten immer mit dem behandelnden Arzt eng abgestimmt werden. Der Zusammenhang zwischen der Ernährung und der Entstehung von Depressionen ist wissenschaftlich belegt, daher kann eine ausgewogene Ernährung nicht nur therapeutisch sinnvoll sein, sondern auch vorbeugend.

Quellen zum Thema:

Lichttherapie

Lichttherapie bei Depressionen

Die Lichttherapie ist ein anerkanntes Verfahren bei Depressionen, was besonders gute Wirkung auf saisonal bedingte Erkrankungen zeigt. Viele Menschen leiden unter wiederkehrenden, depressiven Episoden, immer wenn die dunkle Jahreszeit beginnt. Die Herbst- und Winterdepression ist eine anerkannte Krankheit und für viele Menschen weit mehr als eine Befindlichkeitsstörungen. Zwar verschwindet die Episode mit dem Eintritt ins Frühjahr oft von selbst wieder, aber dennoch ist der Leidensdruck für die Betroffenen hoch. Mittels Lichttherapie kann in vielen Fällen auf die Gabe von Medikamenten verzichtet werden und die Betroffenen sind in der Lage auch die dunkle Jahreszeit zu überstehen.

Wie funktioniert die Lichttherapie?

Für die Lichttherapie ist eine Lampe mit einer Luxstärke von 2.500 – 10.000 erforderlich. Betroffene setzen sich etwa einen Meter von der Lampe entfernt auf, je höher die Stärke, desto besser. Im Vergleich hierzu beträgt die Stärke einer normalen Zimmerlampe 300 – 500 Lux. Der Blick des Patienten sollte Richtung Lampe gehen, die Augen können aber auch geschlossen bleiben. Die Zeit während der Lichttherapie kann fürs Frühstück oder andere Tätigkeiten genutzt werden, es ist ausreichend in der Nähe der Lichtquelle zu sitzen.

Der Grund für die Wirksamkeit der Lichttherapie liegt darin, dass die Hormone Serotonin und Melatonin in Harmonie gebracht werden. In den Wintermonaten wird verstärkt Melatonin ausgeschüttet, ein Hormon was das Schlafbedürfnis steigert. Die Menge des körpereigenen Serotonins hingegen reduziert sich, was für schlechte Stimmung und Antriebslosigkeit sorgt. Durch das künstliche Sonnenlicht wird der Gehalt an Serotonin gesteigert, was einen direkten Einfluss auf die Stimmung hat. Das Dunkelhormon Melatonin wird hingegen verringert und somit können Müdigkeit und Antriebslosigkeit verschwinden.

Wann und wie oft wird die Lichttherapie angewandt?

Die Anwendung der Lichttherapie sollte in der dunklen Jahreszeit täglich erfolgen. Eine gute Lichtquelle mit einer Luxxstärke von 10.000 benötigt eine Anwendungszeit von 30 Minuten am Tag. Hat die Lampe weniger Energie, verlängert sich die Dauer der Anwendung entsprechend. Am effektivsten wirkt die Lichttherapie in den Morgenstunden, da die Melatoninproduktion in der Nacht besonders stark ansteigt. Durch die Lichttherapie dominiert das Gute-Laune-Hormon Serotonin und der Tag kann aktiv und frisch begonnen werden. Wer hingegen unter einem verschobenen Tag-Nacht-Rhythmus leidet, muss die Anwendungszeiten entsprechend anpassen.

In welchen Fällen wird die Lichttherapie noch angewendet?

Ein Lichtmangel beeinflusst die Stimmung maßgeblich, der Winterblues tritt bei einer von zehn Personen auf. Doch es gibt auch weitere Gründe, warum eine Depression aufgrund von Lichtmangel entstehen kann. Dies trifft vor allem auf Menschen mit einem umgekehrten Schlaf-Wach-Rhythmus zu. Wer zum Beispiel regelmäßig nachts arbeitet und am Tag schläft, bekommt nur wenig vom Tageslicht mit und leidet unter Lichtmangel. Die Folge kann eine Depression sein, ähnlich der Winterdepression. Schichtarbeiter oder Menschen mit wenig Einfluss von Tageslicht können von der Lichttherapie profitieren. Allerdings sind auch andere Depressionsformen ein Indikator für die Therapie. Junge Mütter, die nach der Geburt unter einer Art Babyblues leiden profitieren sehr von der regelmäßigen Anwendung.

Welche Varianten der Lichttherapie gibt es?

Die klassische Lichttherapie wird mittels einer Lampe durchgeführt. Im Optimalfall handelt es sich dabei um ein medizinisch geprüftes Gerät. Wahlweise kann die Therapie auch in Facharztzentren oder im Krankenhaus durchgeführt werden. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen allerdings nicht übernommen. Eine medizinische Lichtlampe ist dennoch sinnvoll, da sie alle Qualitätsanforderungen erfüllt. Hierzu gehört eine Lichtstärke von mindestens 2.500 Lux, sowie ein ruhiges, nicht flackerndes Licht.

Eine Alternative zur klassischen Lichtlampe ist der Lichtwecker. Dieser ist ebenfalls dazu geeignet die Symptome einer Winterdepression zu lindern. Der Lichtwecker verzichtet auf stressige Geräusche um den Schlaf zu beenden und weckt stattdessen sanft mit einem simulierten Sonnenaufgang. Auch am Abend kann das Gerät genutzt werden, um den Sonnenuntergang zu simulieren.

Welche Auswirkung hat der Lichtwecker auf den Schlaf?

Die Simulation des Sonnenaufgangs wird schon länger in ihrer Wirkung auf den menschlichen Organismus untersucht. Schon im Jahr 1988 wurden erste, medizinische Versuche von Herrn Dr. Termin gestartet. Alle Teilnehmer der damaligen Studie litten unter saisonalen Depressionen.

Bewiesen wurde, dass die Leuchtfunktion des Lichtweckers zur rapiden Abnahme von Melatonin führte und die Deaktivierung des Lichtes zu einem Anstieg des Hormons führte. Durch die Simulation des Sonnenaufgangs wird die Produktion von Melatonin gehemmt und das Aufwachen wird für den Anwender erleichtert. Bei langfristiger Anwendung kann der Lichtwecker die Produktion von Melatonin regulieren und betroffenen Menschen über die depressive Winterzeit hinweghelfen.

Auch eine Auswirkung auf den Cortisol-Stoffwechsel wurde nachgewiesen. So regt der Lichtwecker bereits vor dem Aufwachen die Produktion von Cortisol an, einem Hormon welches beim Stressmanagement des Körpers eine Rolle spielt. Wird ein Mensch aprupt aus dem Schlaf gerissen, wird Cortisol in rauhen Mengen produziert und der Körper gerät unter Stress. Wird Cortisol hingegen langsam aufgebaut und produziert, kann einem rapiden Erwachen vorgebeugt werden. Die Stimmung ist dadurch deutlich ausgeglichener.

Hat die Lichttherapie Nebenwirkungen?

Im Allgemeinen ist die Lichttherapie sehr gut verträglich und führt zu keinen Nebenwirkungen. Menschen die allerdings unter sehr empfindlichen Augen leiden oder bereits eine Augenerkrankung durchgemacht haben, sollten vor der Anwendung mit dem Augenarzt sprechen. Auch bei einem vorhandenen Hornhautleiden kann ärztlicher Rat vor Anwendung der Lichtlampe erforderlich werden.

Auch bei der Einnahme von Medikamenten, die eine Auswirkung auf die Lichtverträglichkeit haben, muss zunächst der Arzt befragt werden. Bestimmte Antibiotika oder Psychopharmaka können die Haut anfälliger für Sonnenschäden machen. Da eine Lichtlampe ebenfalls UV-Licht verbreitet, können Schäden für die Haut nicht ausgeschlossen werden.

Gesunde Menschen brauchen keinerlei Vorkehrungen zu treffen, die Lichttherapie hat keine schädlichen Auswirkungen. Selbst bei einer deutlich längeren Anwendungsdauer als empfohlen konnten keine Nebenwirkungen nachgewiesen werden.

Quellen: 

http://www.solvital-lichttherapie.de/haeufig-gestellte-fragen-zur-lichttherapie.php#q1
https://www.apotheken-umschau.de/Lichttherapie-bei-Depressionen