Forum Depression – Die größten Foren für Depressive

Das eigene Umfeld reagiert oftmals verstört und mit Unverständnis, wenn der Versuch gestartet wird, über die eigenen Depressionen zu sprechen. „Geh` zum Sport und dann geht es dir wieder besser“ oder „Reiß dich einfach zusammen, wir haben alle Probleme“. Solche und ähnliche Sätze werden einem unwissend entgegengeschleudert.

Ein Mensch, welcher noch keine Erfahrungen mit Depressionen gemacht hat, zeigt kaum ein Verständnis. Die Gedanken- und Gefühlswelt eines depressiven Menschen spricht eine ganz eigene Sprache. Um mit anderen Betroffenen kommunizieren zu können bieten sich Foren im Internet an. Es ist schön, mit anderen Menschen seine Gedanken und Emotionen auszutauschen. Sich in der Anonymität zu öffnen und keine Barrieren kommen einem entgegen. Das Verständnis liegt deutlich näher durch ähnlich gelagerte Empfindungen. Es ist ein tröstendes Gefühl zu spüren, es geht anderen Menschen ähnlich.

Um die Suche nach dem passenden Forum zu erleichtern, folgt hier eine umfangreiche Auflistung von deutschsprachigen Foren mit dem Schwerpunktthema „Depressionen“:

Foren über Depressionen

 

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5-HTP gegen Depressionen und Angststörungen: Wirkung, Nebenwirkungen, Dosierung und Erfahrungen

In diesem Beitrag geht es um die Aminosäure 5-HTP gegen Depressionen. Ich möchte auf die Wirkung von Serotonin und 5-HTP in seiner Wirkunsgsweise auf den Organismus in Zusammenhang mit Depressionen und Schlafstörungen eingehen.

Depressionen zählen zu den größten Erkrankungen in Deutschland. Studien zufolge leidet jeder fünfte Bundesbürger im Laufe seines Lebens an einer Depression. Entsprechend befinden sich etwa 4 Millionen Menschen in einer ärztlichen Behandlung.

Die Kombination von Therapie und Medikamenten ist oft nicht von langfristigem Erfolg geprägt. Daher greifen immer mehr Menschen zu natürlichen Präparaten, da vor allem die starken Nebenwirkungen von Psychopharmaka nicht zu unterschätzen sind.

 

Grundlegendes zur Depression

Was sind typische Anzeichen von Depressionen?

Eine Person mit depressiver Störung fühlt sich in der Regel bedrückt oder niedergeschlagen. Abhängig vom Grad der Erkrankung sind die Symptome mal mehr und mal weniger ausgeprägt. Entscheidend ist aber, dass eine Depression maßgeblichen Einfluss auf das Leben der betroffenen Person haben kann.

Wie entsteht eine Depression?

Es wird oft versucht herauszufinden was nun genau die Ursachen für die Depression sind. Grundsätzlich sind die Ursachen einer Depression sehr komplex. Daher ist man in medizinischer Hinsicht bis heute nicht zu einer ganzheitlichen Lösung gekommen.

Depressionen entstehen oft aus einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Als Begleiterscheinung von Krankheiten, falsche Ernährung, Mangelerscheinungen, anhaltender Stress im Beruf, Arbeitslosigkeit, ein traumatisches Ereignis oder veränderte Stoffwechselprozesse im Gehirn können eine Depression verursachen. Dazu gehört auch ein Mangel an Serotonin.

 

Wie kann eine Depression behandelt werden?

Klassische Behandlungsformen

Behandlungen erfolgen in der Regel über eine Psychotherapie. Es werden hier spezifische Gespräche geführt, um mehr über das Verhalten und die Ursachen der betroffenen Person herauszufinden.

Eine weitere klassische Behandlungsform stellt die medikamentöse Behandlung mit Psychopharmaka oder Antidepressiva dar.

Normalerweise werden diese beiden Formen der Behandlung am Patienten kombiniert.

 

Die Behandlung mit den Glückshormonen Serotonin und Dopamin

In vielen Fällen hat sich die Behandlung mit den sogenannten Glückshormonen Serotonin und Dopamin als hilfreich erwiesen.

Als Neurotransmitter übernehmen Botenstoffe wie Serotonin oder Dopamin wichtige Funktionen im Gehirn. Ohne sie wäre kein Glücksgefühl, keine Hochstimmung spürbar. Aus diesem Grund sind sie umgangssprachlich auch als „Glückshormone“ bekannt.

Der Stoff Serotonin nimmt im menschlichen Körper eine sehr wichtige Rolle ein. Er sorgt für eine bessere mentale Stimmung und erhöht das Wohlbefinden. Personen mit einer Depression haben in der Regel bis zu 50% weniger Serotonin im Blutserum. Mit einer Verabreichung von diesem Neurotransmitter kann ein Stimmungstief kompensiert werden.

Der Begriff „Glückshormon“ beschreibt sehr gut die Bedeutung und Funktion im Gehirn. Einer der zentralen Punkte ist die Informationsverarbeitung , die stetig im Gehirn stattfindet. Hier gibt es ein riesiges Netzwerk der Nervenzellen selbst, aber auch der Synapsen, die eine chemische Kommunikation innerhalb des komplizierten Nervensystems eingehen. Für diese Übertragung von Informationen sind chemische Synapsen beteiligt. Als Botenstoffe erhalten sie deshalb auch den Begriff Neurotransmitter, die zahlreich im Gehirn vorhanden sind. Die wichtigsten sind die bereits angesprochenen Glückshormone Dopamin und Serotonin. Ihre messbaren Werte verändern sich laufend. Bei geringerem Gehalt an Serotonin oder Dopamin erhöht sich vereinfacht dargestellt das fehlende Glücksgefühl, das dauerhaft in depressive Verstimmungen übergehen kann.

Serotonin transportiert demzufolge wichtige Signale zwischen den Zellen. Ein Mangel wiederum führt dazu, dass diese wichtigen Signale nicht übertragen und im Gehirn geregelt werden. Es entstehen Auswirkungen wie Fibromyalgie und Schlaflosigkeit bis hin zur Depression – basierend auf der Tatsache, dass wichtige Prozesse im Gehirn unvollständig ausgeführt werden.

Nun ist die Frage wie der Serotoninmangel bei einer depressiv gestörten Person ausgeglichen werden kann. Fakt ist, dass die betroffene Person unbedingt mehr Serotonin braucht, um die Depression, Stimmungsschwankungen oder Angstzustände systematisch zu reduzieren.

 

Die Bekämpfung von Depressionen mit 5-HTP

Was ist 5-HTP?

5-HTP ist eine Aminosäure und als Vorstufe von Serotonin zu betrachten. Der Inhaltsstoff steht für „5-Hydroxytryptophan“. Dies impliziert, dass 5-HTP im menschlichen Körper zum stimmungsfördernden Serotonin umgewandelt wird.

Serotonin ist das Hormon, welches die Stimmung reguliert, Aggressionen reduziert und Ängste erst gar nicht aufkommen lässt. Daher wird bei einer Depression auch ein Mangel an Serotonin vermutet. Eine mögliche Maßnahme zur Erhöhung des Serotoninspiegels ist die Einnahme von 5-HTP.

Von vielen Experten wird dieser Stoff als eine natürliche Alternative zu Beruhigungsmitteln angesehen, um leichte bis mittelschwere Depressionen zu bekämpfen. 5-HTP ist aufgrund der geringen Nebenwirkungen eine sehr attraktive und rein pflanzliche Alternative zu klassischen Medikamenten.

Die meisten Menschen vertragen diesen Inhaltsstoff auch sehr gut über einen längeren Zeitraum hinweg.

Eine Ration für ein halbes Jahr 5-HTP kann bereits ab ca. 20 Euro z.B. bei amazon gekauft werden.

 

Der Einsatz von 5-HTP in der Vergangenheit

5-HTP wurde in den 1970er und 1980er Jahren sehr häufig bei Depressionen eingesetzt. Dann kamen aber die Antidepressiva auf den Markt.

Diese haben den Stoff 5-HTP soweit verdrängt, dass es inzwischen nicht mehr als Arzneimittel gilt, sondern lediglich als Nahrungsergänzungsmittel.

Ich bin kein Freund von Verschwörungstheorien, denke aber, dass 5-HTP als nicht patentierbarer Rohstoff kaum lukrativ ist und das der Grund für die Ablösung der milliardenschweren Industrie der Psychopharmaka ist.

 

Wie ist die Wirkung von 5-HTP?

5-HTP wird meistens aus den Samen der afrikanischen Schwarzbohne (Griffonia) gewonnen.

Die hohen 5-HTP-Gehalte wurden in den Samen der afrikanischen Pflanze (Griffonia Simplicifolia) entdeckt. Diese Pflanze wurde seit diesem Zeitpunkt überwiegend als Rohstoff genutzt, um isolierte 5-HTP-Präparate herzustellen. Möchte man sich also gezielt mit 5-HTP-Mengen versorgen, so stellen diese Präparate eine sehr gute Lösung dar. 5-HTP kann zudem nicht nur gegen Depressionen, sondern auch gegen Schlafstörungen und Migräne helfen. Of auch typische Erscheinungsformen, die bei einer Depression auftreten.

Einigen Studien zufolge ist 5-HTP genauso wirksam gegen Depressionen wie Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und Antidepressiva. Der Inhaltsstoff ist gegenüber den Antidepressiva deutlich im Vorteil, was auf die sofortige Wirkung direkt nach der Einnahme zurückzuverfolgen ist.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass beide Stoffe in der Wirkung ähnlich sind, aber 5-HTP den klaren Vorteil habe, dass keine schweren Nebenwirkungen auftreten. Es gibt zudem keine problematischen Entzugserscheinungen, wie es bei den meisten Antidepressiva der Fall ist. Die Einnahme von 5-HTP kann daher jederzeit problemlos beendet werden.

Im Journal of Psychopharmacology wurde aufgezeigt, dass täglich 200 mg 5-HTP hilft, Panikattacken bei Frauen zu mindern. Dieser Effekt konnte aber bei Männern nicht gesehen werden.

 

Studien in Zusammenhang mit 5-HTP

Die Wissenschaft hat sich in den letzten 30 Jahren ausgiebig mit der Wirkung von 5-HTP beschäftigt. In der Gesamtheit bestätigen diese Studien die positiven Effekte von 5-HTP auf den menschlichen Organismus. Bei einer dieser Studien in den frühen 70er Jahren zeigten ca. 56 Prozent eine deutliche Verbesserung ihrer Symptome. Eine weitere Studie behandelte die Wirksamkeit von 5-HTP als natürliches Antidepressivum. Die Probanden nahmen dazu täglich eine Menge zwischen 150 und 300 mg 5-HTP ein. Schon nach einer Woche zeigten bereits 68 Prozent der Patienten positive Reaktionen.

 

Die richtige Dosierung von 5-HTP

Die Gesamtmenge sollte nicht über 300 mg am Tag betragen. Bei Menschen mit starken Angststörungen können in Einzelfällen auch höheren Dosen sinnvoll sein.

Da 5-HTP nach ca. vier Stunden nach der Einnahme vom Körper zur Hälfte bereits wieder aufgebraucht ist, sind mehrere kleinere Dosen über den Tag verteilt sinnvoller als eine große Einzeldosis.

[su_box title=“Beispiel einer Dosierung“]Starte mit einer Dosis von 50mg am Nachtmittag und erhöhe auf 100 mg, wenn Du nach einer Stunde noch keine Besserung spürst. Eine weitere Dosis von 100-150 mg kann dann noch mal zum Abendessen eingenommen werden.[/su_box]

Wenn Du Dich nach einer Woche mit einer Dosis von 300 Milligramm 5-HTP am Tag nicht besser fühlst, solltest Du es stattdessen mit Tryptophan versuchen.

 

Studien besagen: 5-HTP fördert die Schlafqualität

In einer Studie an der Stanford Universität wurde die Auswirkung von 5-HTP auf die Schlafqualität in Bezug der REM-Schlafphasen beobachtet. Hierbei wurde noch einmal deutlich, dass ein stabiler Serotonin-Spiegel ein ausschlaggebender Faktor sowohl für die Einschlafphase als auch für das Durchschlafen ist. Die Resultate zeigten ebenso, dass 5-HTP in unterschiedlicher Dosierung die REM-Schlafphasen verändern kann. Das bedeutet, Menschen mit Schlafproblemen können durch die Einnahme von 5-HTP für eine Verbesserung der Schlafqualität sorgen. Ein maßgebliches Ziel insbesondere für Menschen, die bereits länger Schlafprobleme haben und unter verminderter Leistungsfähigkeit leiden. Denn wie jeder Mensch weiß, ist im unausgeschlafenen Zustand Konzentration und Leistung besonders schwierig. In Verbindung mit Depressionen oder depressiven Verstimmungen kann bereits die Verbesserung der Schlafqualität deutlich spürbare Verbesserungen nach sich ziehen.

 

So dicht stehen Schlaflosigkeit und 5-HTP zusammen

Befragt man drei Personen, so leidet mindestens eine davon unter Schlaflosigkeit oder starken Schlafproblemen. Dazu zählt auch die Unfähigkeit einzuschlafen. Ein typisches Stresssymptom: Der Kopf kann nicht abschalten. Meist sind es Gedanken über die Arbeit und private Sorgen, die den Schlaf verhindern. Kommt es hierbei gleichzeitig zu depressiven Verstimmungen kann es an einem zu niedrigen Serotonin-Spiegel liegen, der als Botenstoff an diesen Prozessen beteiligt ist. Als natürliches Ergänzungsmittel bei Einschlafproblemen kann 5-HTP deshalb durchaus eine Alternative sein.

Grundsätzlich wird der nächtliche Schlaf in unterschiedliche Phasen eingeteilt. Während einer Nacht von ca. sieben Schlafstunden gibt es sieben Phasen, die sich über den gesamten Zeitraum verteilen. Jede einzelne dieser Schlafphasen besteht aus zwei detaillierten Abschnitten. Im ersten Abschnitt reduziert sich das Niveau des Bewusstseins, ein Hypnose ähnlicher Zustand entsteht durch die verlangsamte Gehirnaktivität. Der zweite Abschnitt ist der allgemein bekannte REM-Schlaf, indem wir auch träumen. Der während der Nacht wechselnde Rhythmus erzeugt bis zum Morgen die gewünschte Erholung. Bei Menschen mit Schlafproblemen hingegen sind diese Schlafphasen gestört, und dies ist der Grund warum der nächste Morgen meist unausgeschlafenen beginnt. 5-HTP glättet sozusagen diese Schlafphasen. Dabei wird die Tiefschlafphase deutlich verlängert. Denn genau diese Traumphase ist für die seelische wie körperliche Regeneration entscheidend. Die Anzahl der Schlafstunden wird hingegen nicht erhöht. Solltest Du bisher über einen längeren Zeitraum klassische Schlafmittel eingenommen haben, ist es wichtig, diese nicht abrupt abzusetzen und in fließenden Übergängen mit 5-HTP zu ersetzen.

 

Wie sind die Erfahrungen mit 5-HTP?

Viele Menschen, die 5-HTP eingenommen haben, haben nach einer Woche bereits deutliche Resultate verzeichnen können.

Angstzustände konnten bei betroffenen Personen so stark reduziert werden, dass wieder Mut geschöpft werden konnte. Für andere Menschen hat die Einnahme von 5-HTP ihr Leben radikal geändert. Betroffene Menschen konnten besser einschlafen, mit Stress besser umgehen und sich insgesamt viel besser fühlen.

Weiterhin haben betroffene Personen angegeben, dass sie mit dem ständigen Nachdenken aufgehört haben und sich nicht mehr herumquälen mussten. Stimmungsschwankungen sind komplett verschwunden und das Wohlbefinden konnte durch den steigenden Optimismus ungemein erhöht werden.

 

5-HTP im Vergleich zu Antidepressiva

Da Antidepressiva meist mit schwerwiegenden Nebenwirkungen und dem Risiko zur Medikamentenabhängigkeit einhergehen, liegt es nahe, hier ein natürliches Präparat zu finden.

Da die Aminosäure 5-HTP schon seit längerem für ihre positive Wirkung bekannt ist, wurde eine weitere Studie in die Wege geleitet. Sie behandelte die Therapiemöglichkeit bestimmter Aminosäuren bei der Behandlung einer Depression. Also 5-HTP im direkten Vergleich zu Antidepressiva. Durchgeführt wurde diese Studie an der Psychiatrischen Universitäts-Klinik Basel von Prof. Pöldinger. Seine Überlegung war folgende:

Wenn während einer Depression reduzierte Botenstoffe aufgebaut werden, könnte ein höheres Angebot an Serotonin zu einer vermehrten Bildung des Neurotransmitters führen. Diese Überlegung liegt nahe, da Aminosäuren körpereigene Stoffe sind und vom Organismus gebildet werden können. Ein demzufolge höherer Serotonin-Spiegel, ausgelöst durch 5-HTP, könnte demnach die Symptomatik von Depressionen verbessern und zur Heilung beitragen.

In seiner Studie wurden zwei Gruppen von Patienten mit Depressionen behandelt. Eine Gruppe mit der Aminosäure 5-HTP und eine Gruppe, die das Medikament Fluvoxamin erhielt. Dieses Medikament verstärkte seinerzeit die Wirkung von Serotonin, ohne jedoch den Spiegel zu erhöhen. 5-HTP erhöht den Serotonin-Spiegel. Die Studie verlief über sechs Wochen. Während dieser Zeit wurde die Schwere der Depression an jedem einzelnen Patienten gemessen.

Die Ergebnisse sprachen eine deutliche Sprache. In beiden Gruppen konnte der Schweregrad der depressiven Störung reduziert werden. Die Beschwerdebilder gingen zurück. Ein wichtiges Detail unterschied jedoch die Ergebnisse: Die Gruppe der Patienten, die mit 5-HTP behandelt wurde, hatte deutlich geringere Nebenwirkungen als die Gruppe, die das Anti-Depressivum erhielt.

Oft sind es nur depressive Verstimmungen, die uns das Leben schwer machen. Damit es nicht zu einer langwierigen Depression kommt, kann Dir eine zeitlich begrenzte Einnahme von 5-HTP helfen, über diese depressiven Verstimmungen hinweg zu kommen.

Gerade in lichtarmen Wintermonaten verspüren viele Menschen eine gedämpfte, innere Stimmung. Wenn dann der Alltag schwierig zu bewältigen ist, entstehen schon in kurzer Zeit Schlafprobleme und Depressionen. Auch die Aktivität des Einzelnen wird deutlich gemindert.

Aus eigener Kraft schaffen es viele Menschen nicht, wieder auf die Beine zu kommen. Bei mehreren abnormalen Stimmungen, die Deinen Alltag einschränken, kann die Einnahme von 5-HTP sinnvoll sein.

 

Bedenken bei der Einnahme von 5-HTP

Der Inhaltsstoff 5-HTP hat sehr viele Vorteile. Doch ist kein Inhaltsstoff perfekt. Ich will kurz auf die Mängel von 5-HTP eingehen, auch wenn diese im Vergleich mit den zahlreichen Vorteilen sehr gering sind. Im Vergleich mit 5-HTP kann die Aminosäure sehr leicht über die Ernährung gesteuert werden. Dazu isst man viele Lebensmittel wie Nüsse, Getreide, und Erdnüsse. Beim 5-HTP ist dies allerdings nicht der Fall. Der Stoff ist nämlich in den Lebensmitteln so gut wie gar nicht enthalten.

Weiterhin sollte man auch beachten, dass Antidepressiva mit 5-HTP interagieren. Die Einnahme von 5-HTP mit Antidepressiva lässt den Serotoninspiegel zu stark ansteigen. Dies verursacht schwerwiegende Nebenwirkungen. Es können Herzprobleme, Schüttelfrost und Ängste hervorgerufen werden. Daher sollte man bei der Einnahme von 5-HTP den Stoff nicht einnehmen, wenn während Antidepressiva eingenommen werden.

Eine Überdosierung könnte auch das Serotoninsyndrom auslösen. In diesem Fall wird dem Körper zu viel Serotonin zugeführt. Dadurch verspürt man eine Ruhelosigkeit, Muskelzuckungen, Schüttelfrost, Schwitzen oder Zittern. Das Aufsuchen eines Arztes ist dann dringend zu empfehlen.

[su_note note_color=“#f49893″]Ein zu hoher Serotoninspiegel kann zu ernsthaften Schäden am Herz führen. Daher darf 5-HTP niemals überdosiert werden. Wenn Du auf Nummer sicher gehen willst, nutze lieber L-Tryptophan anstatt 5-HTP. [/su_note]

 

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Es ist bekannt, dass 5-HTP mit zahlreichen Arzneimitteln unerwünschte Wechselwirkungen verursachen kann. Dies gilt insbesondere für Antidepressiva und die sogenannten „Triptane“, welche als Therapie bei Migräneerkrankungen eingenommen werden.

Wenn Du bereits Medikamente zu Dir nimmst, solltest Du die Einnahme von 5-HTP vorher mit einem Arzt abklären. Das gleiche gilt chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck.

Darüber hinaus sollten schwangere und noch stillende Mütter das natürliche Antidepressivum nicht zu sich nehmen. Dasselbe gilt auch für Kinder.

Ich würde Dir raten, Dich zusätzlich selbst gründlich zu informieren, da Du davon ausgehen kannst, dass die meisten Ärzte wenig bis keine Ahnung zum Thema Aminosäuren haben und im Zweifelsfall aus Unwissenheit sogar von der Einnahme abraten.

 

Der Zusammenhang von 5-HTP mit der Aminosäure L-Tryptophan

Auch die Aminosäure L-Tryptophan hat einen guten Ruf bekommen die Stimmung aufzuhellen. Der Inhaltsstoff wurde nicht nur für die Bekämpfung von Depressionen verwendet, sondern auch für die Förderung des Schlafes. Ein guter Serotoninspiegel hat nachts einen gesunden Melatoninspiegel zur Folge. Dies wiederum führte zu einem erholsamen und ungestörten Schlaf. Sicherlich kann jetzt die Vermutung entstehen, dass diese Aminosäure ebenfalls perfekt ist, um Depressionen zu bekämpfen. Allerdings hat 5-HTP gegenüber der Einnahme von L-Tryptophan einige Vorteile.

Was sind die Vorteile von 5-HTP gegenüber L-Tryptophan?

Unter 5-HTP versteht man die direkte Vorstufe des Serotonins. Bei der Aminosäure L-Tryptophan handelt es sich um die Vorstufe von 5-HTP. Hier ist schon der erste wichtige Vorteil von 5-HTP zu erkennen. Es wird ein wichtiger Schritt übersprungen, womit die Serotoninherstellung wesentlich vereinfach und beschleunigt wird. Es ist nämlich gerade der erste Schritt, der sehr kompliziert ist.

Die Umwandlung zu 5-HTP ist kompliziert

Die Umwandlung von L-Tryptophan zu 5-HTP ist nicht ganz so einfach. Es gibt viele Faktoren, welche die Umwandlung beeinträchtigen können. Wenn beispielsweise ein hoher Vitalstoffmangel, ein hoher Stresshormonspiegel oder starke Blutzuckerschwankung vorliegt, dann muss man mit zahlreichen Risikofaktoren rechnen, die eine einfache Serotoninbildung beeinträchtigen können.

Beförderung von L-Tryptophan ins Gehirn oft problematisch

Damit L-Tryptophan im Gehirn zu Serotonin umgewandelt werden kann, muss der Stoff zunächst einmal ins Gehirn transportiert werden. Hier fangen auch schon die ersten Probleme an. Die Aminosäure ist nämlich nicht die einzige Aminosäure, die ins Gehirn will. Es sind viele anderen Aminosäuren schneller, was die Beförderung in das Gehirn angeht. So ist es auch kein Wunder, dass die Aminosäure oftmals auf den letzten Plätzen endet und keinen Platz mehr bekommt.

Es gelangt mehr 5-HTP in den Körper als L-Tryptophan

Die Aminosäure L-Tryptophan ist leider nicht nur für die Bildung von Serotonin zuständig. In der Tat werden nur 3 Prozent der mit der Nahrung aufgenommenen Aminosäure in Serotonin umgewandelt. Im Vergleich ist der Anteil von 5-HTP weitaus höher. Problematisch ist auch, dass Serotonin nicht nur im Gehirn erforderlich ist, sondern auch gebraucht wird für die Gefäße und den Appetit. Somit ist ersichtlich, dass der größte Teil dieser geringen Menge an L-Tryptophan zur Bildung von Körperserotonin eingesetzt wird. Was die Bildung von dem Serotonin für das Gehirn angeht, so bleibt am Ende nicht so viel übrig.

Dagegen wird 5-HTP fast vollständig zu Serotonin umgewandelt

Man kann behaupten, dass fast 100 Prozent von 5-HTP in Serotonin umgewandelt wird. Dadurch erscheint die Einnahme von 5-HTP auch als sehr attraktiv. Es kann der Serotoninspiegel erhöht werden und Depressionen, Stimmungsschwankungen und Ängste vollständig verschwinden.

Die Vorteile von 5-HTP bei Depressionen und Angststörungen im Überblick

  • Renommierte Universitäten und Studien über drei Jahrzehnte bestätigen die Erhöhung des Serotonin-Spiegels
  • Im Vergleich zu Anti-Depressiva entstehen keine Nebenwirkungen
  • Depressionen können leichter behandelt werden
  • Mit 5-HTP kann die Schlafqualität verbessert werden
  • 5-HTP gilt als Nahrungsergänzungsmittel und erfordert kein Rezept. Somit kann es eigenverantwortlich ausprobiert werden.

Quellen

Die 8 größten Irrtümer über Depressionen

1. Eine Depression ist keine Krankheit

Ein überaus gefährlicher Irrtum, der im kollektiven Bewusstsein immer noch fest verankert scheint! Tatsächlich ist eine Depression eine schwere Erkrankung (mit „realer“ biochemischer Grundlage und körperlichen Folgen), die die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit der Patienten erheblich und dauerhaft einschränken, sowie bis zum Tode führen kann. Man darf keinesfalls den Fehler machen, von den „normalen“ seelischen Höhen und Tiefen, die jeder durchmacht und die meist schnell wieder verschwinden auf den Leidensdruck der Betroffenen zu schließen. Die Idee, dass man sich „nur zusammenreißen muss“ ist grundfalsch und hat noch keinem Depressiven geholfen.

2. Nur Frauen werden depressiv

Statistisch gesehen erkranken Männer ebenso häufig an Depressionen, wie Frauen. Es mag (trotz aller Aufklärungsarbeit) immer noch dem unterschiedlichen Erziehungsstil geschuldet sein, dass Männer größere Schwierigkeiten haben, sich die angebliche „Schwäche“ einzugestehen. Insofern ist es tatsächlich so, dass Männer über einen längeren Zeitraum hinweg bemüht sind, die Symptome zu kompensieren oder zu kaschieren. Ärztliche Hilfe nehmen sie erst vergleichsweise spät in Anspruch, was die Behandlungsmöglichkeiten verringern kann. Es ist wichtig, dass mit Hilfe von Informationen und einer offenen Kommunikationskultur weitere Hilfestellungen geleistet werden, die es Männern wie Frauen ermöglichen, ohne Scham über ihr Leiden zu sprechen.

3. Eine Depression ist Folge einer Charakterschwäche

„Reiß Dich doch einfach zusammen“ ist ein Spruch, den Depressive in unserer Gesellschaft vermutlich nicht selten zu hören bekommen. Eine Depression entwickelt sich aber nachgewiesenermaßen nicht aus irgendeiner übertriebenen Sensibilität oder aus fehlender Selbstkontrolle. Es handelt sich um eine Erkrankung mit einer Vielzahl von umweltbedingten, genetischen und biochemischen Ursachen, die Menschen jeder Gesellschaftsschicht treffen kann. In manchen Fällen tritt sie zunächst in maskierter Form auf und äußert sich dann möglicherweise eher in Aggressivität, einer Burn-Out-Symptomatik oder einer sogenannten agitierten Depression. Letztere präsentiert sich dann in Form einer Hyperaktivität: Betroffenen bemühen sich, Phasen der Reflexion möglichst zu vermeiden.

4. Depressionen sind nicht heilbar

Die Behandlung einer Depression kann in Einzelfällen langwierig sein und erfordert viel Selbstbeobachtung, damit „ungesunde“ Mechanismen der Stressverarbeitung im Alltag erkannt und „abtrainiert“ werden können. Dennoch handelt es sich bei den meisten Formen der Depression durchaus um sehr gut behandelbare und auch heilbare Erkrankungen. Therapiert wird eine Depression üblicherweise mit einem „multimodalen Ansatz“ der eine medikamentöse Therapie mit einer psychotherapeutischen Begleitung verbindet. Diese Behandlungsmethode erzielt insbesondere dann sehr gute Erfolge, wenn sie rechtzeitig eingeleitet wird. In manchen Fällen kann auch ein Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik eine große erste Hilfestellung bieten, da den Patienten dadurch die Möglichkeit eingeräumt wird zu „entschleunigen“ und ihren Alltagsstress für eine Weile hinter sich zu lassen.

5. Kinder bekommen keine Depressionen

Studien haben gezeigt, dass auch schon Kinder und Jugendliche an Depressionen erkranken können. Oft versteckt sich die typische anhaltende Traurigkeit hier aber zunächst hinter anderen Symptomen, wie Angstzuständen, Aggressivität oder Konzentrationsproblemen. Darüber hinaus können Depressionen im Kindesalter auch auf zugrundeliegende Lernstörungen oder Störungen der sozialen Interaktion hinweisen, die durch andauernde Frustration zu mentalen Problemen führen können. Vorübergehende Stimmungsschwankungen sind unabhängig von der Altersgruppe nichts Ungewöhnliches. Aber (ganz gleich, ob es sich um Kinder, Jugendliche oder Erwachsene handelt): wenn solche Schwierigkeiten länger als 14 Tage andauern, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

6. Antidepressiva machen abhängig

Das stimmt heute nicht mehr, da in den letzten Jahrzehnten viele Präparate auf den Markt gekommen sind, die die früher übliche Langzeitbehandlung mit abhängig machenden Benzodiazepinen (Schlaf- und Beruhigungsmittel) obsolet gemacht haben. Die heute üblicherweise eingesetzten trizyklischen Antidepressiva oder die sogenannten Wiederaufnahmehemmer, die die Spiegel bestimmter Botenstoffe im Gehirn auf erhöhen, führen in der Regel auch bei längerfristiger Einnahme nicht zu einer Sucht. Allerdings ist eine gewisse vorübergehende Absetzsymptomatik bei zu schnellem Weglassen der Medikamente möglich, Antidepressiva sollten deshalb immer „ein- und ausgeschlichen“ werden (das heißt: langsame Dosissteigerung bei Beginn der Einnahme und schrittweise Senkung der eingenommenen Menge bei Abschluss der Behandlung).

7. Eine Depression ist rein psychisch

Ja und nein! Letztlich stehen alle im Körper ablaufenden sogenannten „psychischen“ Prozesse mit Veränderungen im Stoffwechsel des Gehirnes in Verbindung. Insofern ist eine Unterscheidung der Form „rein körperlich“ vs. „rein psychisch“ eigentlich unsinnig. Darüber hinaus gibt es familiäre Prädispositionen für die Entwicklung von Depressionen, die eine Beteiligung von genetischen Faktoren nahelegen. Aktuelle Studien haben auch zeigen können, dass sich Strukturen des Gehirns im Rahmen einer depressiven Erkrankung verändern. Diese Veränderungen können durch Psychotherapie in Verbindung mit einer medikamentösen Behandlung rückgängig gemacht werden.

8. Gut gemeinte Ratschläge helfen

„Gut gemeint“ ist manchmal das Gegenteil von gut . Die Gesellschaft muss dringend ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass eine Depression – ebenso wie jede andere psychische Störung – eine „reale“ Erkrankung ist, für die man sich nicht schämen muss. Empathie von Freunden und Familienmitgliedern ist für den Heilungsprozess förderlich und teilweise überlebenswichtig. Wer einer an Depressionen erkrankten Person wirklich helfen möchte, der sollte vor allem Geduld und ein „offenes Ohr“ mitbringen, sich umfassend informieren und den Betroffenen auf seinem Weg begleiten. Verurteilungen, das Ausüben von Druck oder die Abwertung der Erkrankung bieten den Patienten keine Erleichterung.

Depressionen bei Kindern und Jugendlichen

Genetik und Resilienz

Auf Grund der jeweiligen genetischen Ausstattung und der frühkindlichen Bindungserfahrung verfügen Menschen über individuell ganz unterschiedliche Ausprägungen des Faktors „Resilienz“ (psychische Widerstandsfähigkeit). Ob und in welchem Alter Menschen Depressionen entwickeln, hängt also teilweise davon ab, ob sie familiär vorbelastet sind. Gleichzeitig kann aber eine Stabilität innerhalb der Kernfamilie einen deutlichen Nestschutz bieten, der einen Ausbruch der Erkrankung trotz angeborener „Neigung“ zu Depressionen auch noch bis ins Erwachsenenalter verhindern kann.

Checkliste: Depressionen bei Kindern und Jugendlichen erkennen

  • Stimmungsschwankungen
  • Ein- oder Durchschlafstörungen und Probleme mit der Konzentration
  • Deutlicher Leistungsabfall in der Schule
  • Häufiges Weinen oder Gefühle von Traurigkeit
  • Rückzugstendenzen: Begegnung mit Freunden wird zunehmend vermieden
  • Änderung der Essgewohnheiten (etwa mangelnder Appetit)
  • Schulverweigerung
  • Störungen des Sozialverhaltens durch Aggressionen
  • Geringes Selbstbewusstsein

Die genannten Symptome sind allesamt unspezifisch und können Teil einer (von selbst) vorübergehenden Stimmungsproblematik sein. Eltern müssen sich bewusst machen, dass es für die psychische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zwingend notwendig ist, dass sie lernen, Frust und Enttäuschung zu verarbeiten. Wut, Tränen oder Rückzugstendenzen können Teil einer vollkommen gesunden Reaktion sein. Falls die Symptomatik jedoch länger als 14 Tage andauert, besteht jedoch Handlungsbedarf. Ein sofortiges Einschreiten ist selbstverständlich nötig, wenn Kinder oder Jugendliche Selbsstötungsgedanken haben.

 

Atypische Präsentation
Somatisierungstendenzen

Depressionen existieren auch bei Kindern, jedoch sehen die Symptome hier manchmal anders aus als bei Erwachsenen. Die Ursache dafür liegt hauptsächlich darin, dass Kinder noch nicht gelernt haben, ihre seelischen Konflikte als solche wahrzunehmen und die Problematik entsprechend zu kommunizieren. Daher sind Depressionssymptome insbesondere bei Kindern sehr unspezifischer Natur und können sich beispielsweise in Form von Oberbauchschmerzen, Kopfschmerzen oder Appetitlosigkeit äußern. Dieser Prozess der „Umleitung“ psychischer Probleme auf die körperliche Ebene, wird als Somatisierung bezeichnet. Ebenso treten sogenannte maskierte Depressionen auf, die sich beispielsweise auch in Form von Aggressivität äußern können. Je nach Reifegrad und kommunikativer Kompetenz eines Kindes äußert sich eine depressive Verstimmung häufig aber auch exakt in der selben Form, wie bei Erwachsenen, also als wahrnehmbare Traurigkeit oder Fehlen von Motivation.

 

Die Pubertät als kritische Phase

Durch massive Veränderungen der Nervenbahnen im Gehirn sind Jugendliche anfällig für Stimmungsschwankungen. Eine Unterscheidung zwischen dem potenziell lebensbedrohlichen Krankheitsbild der „Depression“ und den „normalen“ Auswirkungen der Pubertät kann ein schwieriges Unterfangen sein und es ist wichtig, dass Eltern und Ärzte rechtzeitig eingreifen, ohne den Zustand der/des Jugendlichen unnötig zu pathologisieren. Eltern sollten beispielsweise dann aufmerksam werden, wenn die Jugendlichen sich über einen langen Zeitraum hinweg zurückziehen, ein deutlich erhöhtes Schlafbedürfnis zeigen, die Leistungen in der Schule erheblich nachlassen oder liebgewonnene Freizeitgewohnheiten plötzlich keine Attraktivität besitzen. Auch bei Jugendlichen können Aggressionsausbrüche Ausdruck depressiver Verstimmungen sein.

Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Laut der Stiftung Deutsche Depressionshilfe sind im Vorschulalter ca. 1% der Kinder und im Grundschulalter ca. 2% betroffen. Etwa 3-10% aller Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren erkranken an einer Depression.

 

Exogene und endogene Depression

Ursächlich für die Entwicklung von Depressionen bei Kindern und Jugendlichen ist – ähnlich wie bei Erwachsenen – eine Kombination verschiedener exogener und endogener Faktoren. Dabei beschreiben die exogenen Faktoren die Einflüsse, die „von außen“ kommen und sich in Form von zu verarbeitenden traumatischen Erlebnissen (etwa: eigene körperliche Erkrankungen, Verlust von Familienmitgliedern, Mobbing in der Schule oder im Freundeskreis) präsentieren. Die endogenen Mechanismen, die eine Depression fördern, bzw. verursachen können sind ein Ungleichgewicht in der Zusammensetzung der hirneigenen Botenstoffe wie Serotonin, sowie die angesprochenen genetischen Vorbelastungen.

 

Frühes Auftreten der Erkrankung

Die Frage, ob man schon im Vorschulalter Depressionen diagnostizieren kann und sollte ist umstritten. Aktuelle Studien kommen allerdings zu dem Ergebnis, dass das Auftreten der Erkrankung in diesem Alter zwar selten ist, aber durchaus vorkommt. Bedenken muss man dabei jedoch, dass nicht jedes ungewöhnlich ängstliche oder traurige Verhalten gleich eine Depression ist. Die Anzahl an Differentialdiagnosen ist im Kindes- und Jugendalter auch noch relativ groß. Bisher nicht diagnostizierte Lernstörungen oder auch Hochbegabungen können beispielsweise depressive Verstimmungen auslösen, wenn ein Kind konstant über- oder unterfordert ist. Bei Teenagern kommen durch die hormonellen Veränderungen oder die Veränderung des Körperbildes möglicherweise Essstörungen oder soziale Ängste hinzu, die ebenfalls häufig mit Depressionen einhergehen.

 

Mögliche Differentialdiagnosen/Komorbiditäten bei Depressionen im Kindes- und Jugendalter

 

  • Lern- und Leistungsstörungen
  • Störungen des Sozialverhaltens (Formen des Autismus)
  • ADS/ADHS
  • depressive Verstimmung als Folge schulischer Unter- oder Überforderung
  • Störungen des Körperbildes (insbesondere im Jugendalter)
  • Borderline-Persönlichkeitsstörung (Jugendalter)
  • Generalisierte Angststörung (häufig in Komorbidität mit Depressionen)

 

Therapieansätze

Eine Depression ist eine ernstzunehmende aber relativ gut therapiebare Erkrankung. Ebenso wie im Erwachsenenalter wird bei Kindern und Jugendlichen auf einen multimodalen Therapieansatz zurückgegriffen, der sich durch eine Kombination aus gesprächstherapeutischen Maßnahmen und medikamentöser Hilfe auszeichnet. Der Einsatz von Antidepressiva ist bei Kindern und Jugendlichen selbstverständlich noch kritischer zu betrachten als bei Erwachsenen, da die Folgen eines Eingriffes in das prekäre Gleichgewicht der Neurotransmitter schwer zu kontrollieren sind. Dennoch ist die Gabe von Medikamenten bei Vorliegen einer echten Depression zumindest über einen kurzen Zeitraum zu empfehlen (dabei ist zu beachten, dass es häufig mehrere Anläufe braucht, bis man das richtige Präparat findet und dass die tatsächliche Wirkung erst nach mehreren Wochen spürbar wird).

 

Möglichkeiten der Prävention

Das Auftreten einer Depression im Kindes- und Jugendalter lässt sich nicht mit absoluter Sicherheit verhindern, aber bei entsprechender Aufklärung ist es möglich, die Symptomatik rasch zu erkennen und Behandlungsschritte einzuleiten. Eine vertrauensvolles Miteinander und ein gewisses Mass an Stabilität innerhalb der Familie vermittelt den Kindern darüber hinaus die notwendige psychische Widerstandsfähigkeit (Resilienz), um mit Krisensituationen umgehen zu können. Falls in der Familiengeschichte bereits Depressionen aufgetreten sind, kann dies einen Hinweis liefern, dass eine genetische Prädisposition vorliegt. Allerdings führt diese Prädisposition nicht notwendigerweise zum Ausbruch der Erkrankung.

 

Quellen

Cummings, C. M., Caporino, N. E., & Kendall, P. C. (2014). Comorbidity of anxiety and depression in children and adolescents: 20 years after. In: Psychological Bulletin, 140 (3), 816-845.

Groen, Gunter/Petermann, Franz (2011): Depressive Kinder und Jugendliche. (Klinische Kinderpsychologie
Band 6). Göttingen: Hogrefe.

Horn, Hildegard; Geiser-Elze, Annette; Reck, Corinna; Hartmann, Mechthild; Stefini, Annette; Victor, Daniela; Winkelmann, Klaus & Kronmüller, Klaus-Thomas: Zur Wirksamkeit psychodynamischer Kurzzeitpsychotherapie bei Kindern und Jugendlichen mit Depressionen. In: Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie 54 (2005) 7, S. 578-597.
http://psydok.psycharchives.de/jspui/bitstream/20.500.11780/2863/1/54.20057_4_45838.pdf_new.pdf

Kipman, Ulrike (2013): Psychologische Diagnostik moderierender Persönlichkeitsmerkmale bei Kindern und Jugendlichen
Österreichisches Zentrum für Begabtenförderung und Begabungsforschung (ÖZBF) http://www.oezbf.at/cms/tl_files/Publikationen/Veroeffentlichungen/Testverfahren-persoenlichkeit_WEB.pdf#page=140

Therapeutensuche

Tipps zur Suche nach einem Therapeuten bei Depressionen

Wer unter Depressionen leidet, ist nicht einfach traurig. Eine anhaltende Niedergeschlagenheit wird meist von weiteren Symptomen begleitet: Schlaflosigkeit, Antriebslosigkeit, niedriges Selbstwertgefühl und Verlust von Interesse an Dingen, die sonst Freude bereitet haben. Eine Psychotherapie ist für viele Patienten hilfreich, um frei von Depressionen zu werden oder zumindest die Symptome in den Griff zu bekommen.

Einen guten Therapeuten zu finden, dem der Patient Vertrauen entgegen bringen kann, ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Psychotherapie. Allerdings erweist sich die Suche nach einem passenden und verfügbaren Therapeuten gerade für Menschen, die unter den aufgeführten Symptomen leiden, als doppelt schwierig. Zum einen sind gerade im ländlichen Raum oft nur wenige Psychotherapeuten verfügbar. Diese haben dann auch häufig noch lange Wartezeiten auf einen Termin. Zum anderen erscheint den Patienten wegen ihrer allgemeinen Antriebslosigkeit und Problemen, alltägliche Aufgaben zu erledigen, die Suche beinahe unüberschaubar und überfordernd.

Dieser Leitfaden bietet daher einige praktische Tipps zur erfolgreichen Therapeutensuche.

Vor dem Suchen eines Therapeuten

Patienten mit Depressionen sollten wissen, dass ihnen als Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse die Anspruchnahme einer Psychotherapie zusteht. Es ist in der Regel keine Überweisung eines Haus- oder Facharztes nötig. Allerdings muss der Psychotherapeut eine Approbation sowie eine Kassenzulassung haben, damit die Kosten übernommen werden. Außerdem sind nur bestimmte Arten der Therapie von der Kasse anerkannt. Es ist empfehlenswert, dass Patienten sich am Anfang ihrer Suche in Grundzügen über diese Verfahren informieren. So kann einerseits schon vorab festgestellt werden, welche Form am geeignetsten erscheint. Andererseits schränkt dies auch schon die Auswahl an Therapeuten ein, da diese auf eine oder mehrere Verfahren spezialisiert sind. Dies erleichtert die oftmals überwältigend wirkende Suche.

Von der Kasse zugelassene Therapiemethoden sind:

  • analytische Psychotherapie
  • Verhaltenstherapie
  • tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

Praktische Hilfe bei der Therapeutensuche

Zunächst einmal kann es hilfreich sein, den umfassenden Begriff der Therapeutensuche in kleine, überschaubare Schritte einzuteilen. Wenn ein Patient Hilfe von Familien oder Freunden hat, sollte er sich nicht scheuen, diese Personen um Unterstützung zu bitten. Einigen Menschen fällt es beispielsweise schwer, Anrufe zu tätigen, gerade wenn es sich um Unbekannte handelt. Hier können nahe stehende Personen die Therapeuten anrufen und einen Termin vereinbaren. Andere mögen sich wiederum von der Vielzahl an Therapeuten überfordert fühlen. In diesem Fall können Angehörige eine Vorauswahl treffen und dem Patienten eine kurze Liste mit Telefonnummern zusammenstellen.

Wichtig ist in jedem Fall, dass Menschen mit Depression sich nicht zu viel vornehmen. Eine Aufstellung mit kleinen Schritten kann helfen, diese Aufgabe überschaubar zu machen. Eine to do Liste kann in etwa so aussehen:

  • Therapieformen bei Wikipedia nachschauen
  • Alle Therapeuten im Umkreis von z. B. 20 km heraussuchen unter bptk.de,  ttherapie.de, weisse-liste.dee oder den Websites der Kassenärztlichen Vereinigung des eigenen Bundeslandes
  • Kriterien zur Eingrenzung überlegen (hierzu im Folgenden weitere Tipps)
  • Eine Liste zum Abtelefonieren erstellen (z. B. mit 5 Namen und Telefonnummern)
  • Anrufe und Ergebnis protokollieren

Diese Schritte müssen keineswegs an einem Tag oder auch nur in einer Woche erledigt sein. Patienten mit Depressionen möchten natürlich schnelle Hilfe, aber sollten sich nicht unter Druck setzen. Es genügt völlig, diese Schritte im eigenen Tempo zu erledigen und Hilfe von Angehörigen und Freunden in Anspruch zu nehmen. Die Schritte können noch kleinteiliger unterteilt werden, wenn dies hilfreich erscheint.

Eingrenzung der Suche

Während im ländlichen Raum die Suche nach Therapeuten zu überschaubaren Ergebnissen führen kann und die zurückzulegende Strecke eventuell sogar erweitert werden muss, gibt es in Städten oft sehr viele Therapeuten. Hier bietet es sich ein, die Auswahl vorab einzugrenzen. Eine erste Methode ist die Einschränkung nach dem angebotenen Therapieverfahren.

Des Weiteren gibt es viele Patienten, die lieber von einer Therapeutin oder lieber von einem Therapeuten behandelt werden möchten. Dies ist ein völlig legitimes Anliegen, denn bei einer Psychotherapie ist es von höchster Wichtigkeit, dass ein enges Vertrauensverhältnis entsteht. Eine Eingrenzung nach Geschlecht des Therapeuten ist also durchaus eine gute Idee, sofern der Patient dies als nützlich empfindet.

Oftmals haben Therapeuten auch noch weitere Behandlungsschwerpunkte. So gibt es beispielsweise Kinder- und Jugendtherapeuten. Bei den verhaltenstherapeutischen Methoden gibt es noch weitere Unterschiede wie kognitive Verhaltenstherapie oder Biofeedback. Es ist durchaus sinnvoll, diese Schwerpunkte bei der Vorauswahl zu berücksichtigen.

Der Anruf beim Therapeuten

Häufig ist es gar nicht so einfach, den Therapeuten telefonisch zu erreichen. In den meisten Fällen gibt es keine Sprechstundenhilfe, sondern nur den Therapeuten. Sollte niemand erreichbar sein, wird in der Regel ein Anrufbeantworter vorhanden sein. In diesem Fall ist es empfehlenswert, nicht nur Namen und Telefonnummer zu hinterlassen, sondern auch eine Zeitspanne, in der der Patient gut erreichbar und ungestört ist.

Das Telefongespräch wird je nach Therapeut anders verlaufen. So erhalten beide Parteien aber auch bereits einen ersten Eindruck voneinander. Sollte dem Patienten der Anruf bereits unsympathisch sein, ist es völlig in Ordnung, keinen Termin zu vereinbaren.

Natürlich kann am Telefon nicht ausführlich besprochen werden, wie die Situation des Patienten sich darstellt. Dennoch sollten die wichtigsten Informationen bereits angesprochen werden. Es kann daher hilfreich sein, sich vor dem Telefonat kurze Stichpunkte aufzuschreiben. Je nach Länge des Gesprächs wird der Therapeut Sie um eine kurze Schilderung der Symptome bitten, auch um einschätzen zu können, wie dringend der Behandlungsbedarf ist.

Patienten mit Depressionen sollten auch darauf eingestellt sein, dass der Therapeut möglicherweise nach Selbstmordgedanken fragt. Obwohl dies ein schwieriges Thema ist, gerade mit einer unbekannten Person, sollte wahrheitsgetreu geantwortet werden. Hieraus kann der Therapeut Dringlichkeit ableiten und gegebenenfalls schneller verfügbare Therapieangebote zur Überbrückung empfehlen.

Eine gute Idee ist es, den Therapeuten etwa 10 Minuten vor der vollen Stunde anzurufen. Therapiesitzungen dauern 45-50 Minuten und so könnte es gut sein, dass man zwischen zwei Stunden Glück hat und den Therapeuten direkt sprechen kann.

Ziel dieses ersten Gesprächs ist es, einen Termin zu vereinbaren. Patienten sollten sich allerdings auch darauf einstellen, vom Therapeuten unter Umständen die Aussage zu erhalten, dass kein Termin frei ist oder erst in einigen Wochen oder gar Monaten.

Falls der Therapeut nicht selbst darauf zu sprechen kommt, sollten Patienten fragen, ob es eine Warteliste gibt. Dies ist auch der Grund, warum unbedingt mehrere Therapeuten kontaktiert werden sollten. Es ist sinnvoll, sich auf die Warteliste von verschiedenen Therapeuten setzen zu lassen. Selbstverständlich möchten Menschen mit Depressionen möglichst rasch mit Ihrer Behandlung beginnen, aber nicht immer muss der am ehesten verfügbare Therapeut auch der richtige sein. Daher ist es keinesfalls unangebracht, auf mehreren Wartelisten zu verbleiben oder mehrere Termin wahrzunehmen. Ein guter Therapeut wird Verständnis hierfür haben.

Völlig unverbindlich: Der erste Termin

Der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses ist entscheidend für den Erfolg einer Therapie. Daher dient der erste Termin vor allem dazu herauszufinden, welche Ziele mit der Therapie verfolgt werden sollen. Nicht nur der Therapeut sammelt hierbei Informationen, sondern auch der Patient.

Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen fünf Sitzungen beim Psychotherapeuten, ohne dass hierfür Bedingungen gelten. Patienten sollten sich daher diese Zeit auch nehmen, um zu entscheiden, ob Sie sich mit dem Therapeuten gut aufgehoben fühlen. Oftmals ist dies bereits nach dem ersten Termin klar.

Als Patient ist es völlig zulässig, sich Fragen zu überlegen und zu stellen. Eine kleine Liste kann helfen, damit nichts vergessen wird. Ein guter Therapeut lässt in der ersten Sitzung Freiraum für Fragen und beantwortet diese ausführlich.

Es ist ebenfalls gutes Recht des Patienten, Termine bei mehreren verschiedenen Therapeuten wahrzunehmen. Auch hierfür übernimmt die Kasse die Kosten. Falls der Patient sich mit einem Therapeuten nicht wohlfühlt, sollte er dies auf jeden Fall mitteilen, damit ein anderer Patient den Therapieplatz wahrnehmen kann.

Nach Festlegung auf einen Therapeuten muss nach den ersten fünf Sitzungen ein Antrag an die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten gestellt werden. Dies übernimmt der Therapeut, und als Patient muss eine Unterschrift geleistet werden. Eventuell kommen in dieser ersten Phase Tools wie Fragebögen zum Einsatz, die der Diagnose dienen.

Wichtig zu wissen für Patienten: Der Therapeut schreibt einen Bericht mit Angaben zu Symptomen und Diagnosen, der an die Krankenkasse geschickt wird. Die persönlichen Informationen werden aber anonymisiert in einem verschlossenen Umschlag versendet, sodass die Krankenkasse selbst keinen Einblick hat. Der verschlossene Umschlag ohne Angabe von Namen etc. wird an einen externen Gutachter geschickt, der über Annahme des Antrags entscheidet. Meist wird der Antrag für eine gewisse Anzahl an Therapiesitzungen gestellt, eine Verlängerung ist aber mit einem erneuten Antrag möglich.

Was, wenn kein passender Therapeut zu finden ist?

Manchmal findet sich einfach kein freier Therapieplatz. Es kommt auch vor, dass Patienten nur Termine zu bestimmten Tagen oder Uhrzeiten wahrnehmen können, an denen der Therapeut nicht verfügbar ist. In solchen Ausnahmefällen ist es möglich, bei der Krankenkasse einen Antrag zu stellen, damit ein Therapeut ohne Kassenzulassung aufgesucht werden kann. Es gibt nur eine bestimmte Anzahl an kassenärztlichen Therapeuten, allerdings gibt es weitaus mehr Therapeuten. Diese sind genauso approbiert, behandeln aber hauptsächlich Privatpatienten oder Selbstzahler. Oftmals sind bei diesen auch schneller Termine verfügbar. Patienten sollten sich daher nicht davor scheuen, bei langen Wartezeiten oder anderen Problemen auch diese Therapeuten mit Privatpraxis zu kontaktieren.

Soll ein Therapeut ohne Kassenzulassung in Anspruch genommen werden, müssen hierfür einige Anträge gestellt werden. Meistens sind hierfür Belege notwendig, dass bereits andere Therapeuten erfolglos kontaktiert wurden. Die genauen Bedingungen teilen die Krankenkassen mit. Auch der private Therapeut kann unter Umständen hilfreiche Tipps dazu geben.

Johanniskraut

Johanniskraut gegen Depressionen: Hypericum Perforatum: Heilpflanze seit der Antike

Die Verwendung von Johanniskraut (Hypericum Perforatum) zu medizinischen Zwecken war bereits im Altertum Gang und Gäbe. Allerdings waren die Haupteinsatzbereiche für das Kraut zunächst entzündliche Erkrankungen wie Gicht und Rheuma, sowie die Behandlung offener Wunden. Bereits im Mittelalter wurde man aber auch auf eine mögliche stimmungsaufhellende Wirkung der Pflanze aufmerksam und setzte sie unter anderem gegen Angstzustände und Stimmungsschwankungen ein.

Tabletten aus Johanniskraut-Trockenextrakt sind heute für die Anwendung bei leichten bis mittelschweren Depressionen zugelassen, da zahlreiche Studien eine Besserung der Symptomatik im Rahmen der Einnahme belegen konnten. Als rein pflanzliches Mittel sind die Präparate vergleichsweise nebenwirkungsarm. Der tatsächliche Wirkmechanismus des Medikamentes ist bis heute nicht vollständig geklärt, man geht aber davon aus, dass die positiven Effekte auf die in der Pflanze enthaltenen Stoffe Hyperforin und Hyperosid zurückzuführen sind.

Die antidepressive Wirkung des Krautes

Die Stoffe Hyperforin und Hyperosid sollen – vergleichbar mit den Wirkstoffen chemisch hergestellter Antidepressiva – die Verfügbarkeit bestimmter Botenstoffe im Gehirn erhöhen, indem sie deren „Wiederaufnahme“ (und damit ihren Abbau) hemmen. Das Ungleichgewicht dieser Neurotransmitter, das eine der Hauptursachen von Depressionen darstellt, kann damit aufgehoben werden. Insbesondere die mangelnde Verfügbarkeit des auch als „Glücksbotenstoff“
bezeichneten Transmitters Serotonin wird mit Störungen des Gemüts in Verbindung gebracht.

Präparate mit Johanniskraut-Trockenextrakt sind rezeptfrei in den Apotheken erhältlich, eine Rücksprache mit dem Arzt wird aber dringend angeraten. Bei Depressionen handelt es sich um potentiell lebensbedrohliche Erkrankungen und letztlich kann nur in einem Gespräch mit einem Fachmann geklärt werden, welchen Schweregrad die vorliegende Störung des Empfindens hat. Etwas in die Kritik geraten sind auch die nicht apothekenpflichtigen Johanniskrautpräparate, die man beispielsweise in Drogeriemärkten erhält. Die Dosierung ist hier in den meisten Fällen zu niedrig, um eine antidepressive Wirkung zu erreichen und die Qualität entspricht auf Grund des vereinfachten Prüfverfahrens für „traditionelle Heilmittel“ meist nicht den hohen Standards der apothekenpflichtigen Präparate.

Gut Ding will Weile haben – Johanniskraut braucht Zeit zum Wirken

Was die Zeit bis zum Eintritt einer erkennbaren stimmungsaufhellenden Wirkung betrifft, ist antidepressiv eingesetztes Johanniskraut mit chemischen Präparaten vergleichbar. Das heißt: es kann etwas dauern (ca. 4-6 Wochen), bis eine umfassende Besserung eintritt. Nach dieser Anlaufwirkzeit fühlen sich die Behandelten üblicherweise entspannter, aktiver und fröhlicher und das Schlafverhalten bessert sich. Im Vergleich zu manchen chemisch hergestellten Antidepressiva erhöht Johanniskraut trotz der genannten schlaffördernden Wirkung meistens nicht die Tagesmüdigkeit, was die Patienten als sehr positiv wahrnehmen. Ärzte empfehlen, das Medikament über einen Zeitraum von mindestens 9 Monaten einzunehmen, damit die Wirkung auch nach dem Absetzen dauerhaft anhält. Rückfälle können durch eine kontinuierliche und langanhaltende Einnahme ebenfalls vermieden werden.

Rezeptfrei aber nicht immer harmlos: Neben- und Wechselwirkungen

Präparate mit Johanniskraut werden als sehr nebenwirkungsarm beschrieben und gelten im Vergleich zu chemisch hergestellten Präparaten mit ähnlicher Wirkung als wesentlich verträglicher. Insbesondere bei Patienten, die keine weiteren Medikamente einnehmen, sind meist keine unerwünschten Effekte zu erwarten. Das Fehlen einer Absetzsymptomatik ist ebenfalls ein großes Plus, da es dadurch nicht notwendig ist, das Mittel vorsichtig ein- oder auszuschleichen. Da die Studienlage für einen Einsatz bei Schwangeren oder Stillenden nicht ausreichend geklärt ist, empfehlen Fachleute, dass Frauen in diesen Phasen auf eine Einnahme des Wirkstoffes verzichten. Nebenwirkungen sind bei Johanniskraut selten, kommen aber trotzdem vor. Die wichtigsten unerwünschten Effekte sollen im Folgenden aufgezählt werden:

  • Erhöhung der Lichtempfindlichkeit der Haut; es kann zu sonnenbrandähnlichen Effekten kommen
  • Hautjucken
  • Verdauungsstörungen
  • Schwindel
  • Müdigkeit
  • innere Unruhe

Da Johanniskraut den Abbau bestimmter Stoffe in der Leber beschleunigt kann es die Wirksamkeit einiger (teilweise lebensnotwendiger) Medikamente deutlich herabsetzten. Auch aus diesem Grund sollte die Einnahme keinesfalls ohne Rücksprache mit den betreuenden Ärzten oder mit pharmazeutischen Fachkräften in den Apotheken erfolgen. Eine Wirkungsabschwächung in Verbindung mit der Einnahme von Johanniskraut-Präparaten ist für folgende Medikamentengruppen beschrieben worden:

  • Mittel, die gegen HIV/AIDS eingesetzt werden
  • Zytostatika bei Krebserkrankungen (Chemotherapie)
  • Medikamente die der Blutverdünnung dienen (zum Beispiel: Phenprocoumon)
  • die Antibabypille
  • herz- und kreislaufstabilisierende Mittel

Wichtig!

Abschließend soll noch einmal erwähnt werden, dass Studien zwar eine gute Wirksamkeit der Heilpflanze „Hypericum Perforatum“ bei leichten bis mittelschweren Depressionen verzeichnen konnten, dass dieser Beleg aber für schwerere oder chronisch verlaufende Formen der Erkrankung fehlt, beziehungsweise nicht erbracht werden konnte. Eine alleinige Behandlung mit Johanniskraut im Rahmen einer so schwerwiegenden Beeinträchtigung ist daher keinesfalls zu empfehlen und birgt erhebliche Risiken.

 

Weiterführende Links

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=37681
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC552808/
https://www.johanniskraut.net/nebenwirkungen-wechselwirkungen.html

Bachmann, Christof (2017): Wirksamkeit eines hochdosierten Johanniskraut-Extraktes bei mittelschweren Depressionen:
Studien bestätigen gleiche Wirksamkeit wie und bessere Sicherheit als Citalopram. In: Schweiz Z Ganzheitsmed 2017;29:320-322.
https://www.karger.com/Article/Pdf/481964

Bachmann, Christof (2016): Phytotherapie und Phytopharmaka: Experteninterview mit Prof. Dr. Siegfried Kasper. In: Schweiz Z Ganzheitsmed 2016; 28:254-257.
https://www.karger.com/Article/Pdf/448678

Lipp, HP (2017). Phytopharmaka der komplementären und alternativen Medizin
Ausgangspunkt für Wechselwirkungen in der Tumortherapie. In: Forum (2017) 32: 411.

Moclobemid

Moclobemid

Bei dem Wirkstoff Moclobemid handelt es sich um einen selektiven MAO-A-Hemmer. Der Zusatz selektiv sagt aus, dass dieser Wirkstoff nur auf einen Teil des Monoaminoxidase-Enzyms wirkt, das sogenannte MAO-A. Aminosäuren wie L-Tyramin bleiben ungestört und werden nicht gespaltet. Dies sorgt für eine bessere Verträglichkeit, da die Hemmung des Abbaus von L-Tyramin zu Bluthochdruckkrisen führen kann! Diese treten insbesondere dann auf, wenn Lebensmittel mit hohem Tyramingehalt verzehrt werden. Hierzu gehören Rotwein, Käse und weiße Bohnen. MAO-A-Hemmer haben diesbezüglich keine Auswirkung und bei der Einnahme muss auf den Verzehr dieser Lebensmittel nicht verzichtet werden.

Wie wirkt Moclobemid?

Die Einnahme von Moclomebid hemmt den Abbau sogenannter Monoamine im Gehirn. Hierfür wird die Monoaminoxidase gehemmt. Das hat zur Folge, dass die Botenstoffe Noradrenalin, Serotonin, Adrenalin und Dopamin in höherer Konzentration vorliegen und Depressionen gelindert werden. Medikamente mit dem Wirkstoff Moclobemid wirken daher vierfach, sie steigern den Antrieb, erhellen die Stimmung, dämpfen die Angst und aktivieren die Psyche.

Wann ist die Einnahme von Moclobemid angezeigt?

MAO-A-Hemmer sind nicht das Mittel erster Wahl bei Depressionen, sie werden nur bei äußerst schweren Fällen eingesetzt. Oft erfolgt zunächst eine Therapie mit den modernen SSRI oder den etwas älteren, trizyklischen Antidepressiva. Ist die Wirkung unzureichend, kann ein MAO-A-Hemmer zum Einsatz kommen. Auch Angststörungen und Psychosen können ein Indikator für die Verwendung von Moclobemid sein.

Verträgt sich Moclobemid mit anderen Medikamenten und Lebensmitteln?

Da unter Moclobemid keine Verstoffwechselung von L-Tyramin stattfindet, gibt es keine nennenswerten Wechselwirkungen mit tyraminhaltigen Lebensmitteln. Dennoch sollte auf Käse, Rotwein und weiße Bohnen in großen Mengen verzichtet werden. Insbesondere die gemeinsame Einnahme ist zu vermeiden.

Auf keinen Fall darf Moclobemid gleichzeitig mit anderen Medikamenten eingenommen werden, die für eine Steigerung des Serotoningehalts sorgen. Hierzu gehören SSRT (selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer) und alle Antidepressiva aus unterschiedlichen Gruppen. Auch Triptane – Schmerzmittel welche bei Migräne verabreicht werden – dürfen nicht zeitgleich mit MAO-A-Hemmern genutzt werden. Ebenfalls verboten ist das Hustenmedikament Dextromethorphan, sowie die Schmerzmittel Tramadol und Pethidin. Die gemeinsame Einnahme dieser Substanzen kann zu starken Nebenwirkungen im zentralen Nervensystem führen. Die Anwendung von Antidepressiva kann zum Serotonin-Syndrom führen, welches mit starken Krämpfen, Schwitzen, Angstattacken, Muskelkontraktionen bis hin zum Tod einhergeht.

Zwischen der Einnahme von Antidepressiva und MAO-A-Hemmern muss eine Frist von mindestens 14 Tagen eingehalten werden, da erst nach diesem Zeitpunkt eine vollständige Verstoffwechselung garantiert ist.

Kann Moclobemid zu Nebenwirkungen führen?

Nahezu jedes Arzneimittel birgt die Gefahr von Nebenwirkungen, so auch Moclobemid. Diese treten am häufigsten in den ersten Einnahmewochen auf und reduzieren sich dann von selbst. Am häufigsten kommt es zu Übelkeit, Mundtrockenheit, Schwindel, Störungen des Schlafs und Kopfschmerzen. Gelegentlich können Hautreaktionen auftreten, zu denen auch Nesselsucht gehört. Das zentrale Nervensystem kann auf die Einnahme mit einer erhöhten Reizbarkeit und Angstzuständen reagieren. Eher selten kommt es zu Störungen im Bereich des Magen-Darm-Trakts, Durchfall, Erbrechen und Verstopfung gehören dazu. Ab und an können Paresthesien (Kribbelempfindungen in den Extremitäten) und Sehstörungen auftreten. Bei Frauen besteht die Gefahr eines krankhaften Milchflusses, obwohl keine Schwangerschaft vorliegt.

Zu Beginn der Behandlung sollten regelmäßig die Blutwerte des Patienten kontrolliert werden. Das Hauptaugenmerk liegt auf den Leberwerten, da sich diese in seltenen Fällen unter der Einnahme von Moclobemid erhöhen können.

Ärztlicher Rat ist erforderlich, wenn es während der Einnahme von MAO-A-Hemmern zu Bluthochdruckkrisen kommt. Es besteht die Gefahr einer Blutung im inneren des Schädels, bei einer Überdosis Moclobemid ist eine maligne Hyperthermie möglich.

Was muss bei der Einnahme von Moclobemid beachtet werden?

Es kann unter der Einnahme von Moclobemid zu einer extrem aufgedrehten Stimmungslage, der Manie, kommen. Auch kann es passieren, dass sich bestehende, depressive Symptome verschlimmern. In diesem Fall ist die sofortige Hinzuziehung eines Arztes erforderlich. Moclobemid muss bei einer auftretenden Manie abgesetzt und gegebenenfalls durch ein anderes Präparat ersetzt werden.

Ein weiteres Risiko besteht bei Patienten, die an einer schizophrenen Psychose leiden. Die Symptomatik der Psychose kann durch die Einnahme von MAO-A-Hemmern verstärkt werden. Es ist daher erforderlich, dass parallel hierzu eine Therapie mit geeigneten Neuroleptika erfolgt. Die Diagnose Psychose ist kein grundsätzliches Ausschlusskriterium für eine Therapie mit Moclobemid, allerdings ist eine besondere, medizinische Überwachung nötig.

Wird die Therapie beendet, ist es erforderlich die Dosierung schrittweise zu reduzieren. Es besteht bei einer zu schnellen Reduktion die Gefahr von Absetzsymptomen, die sich durch Benommenheit, Verwirrtheitszustände, Schwindel, Angst, Panik oder Halluzinationen äußern können. In der Regel sind diese Symptome selbstlimitierend.

Quellen: 

Duloxetin

Duloxetin

Bei Duloxetin handelt es sich um einen sogenannten, selektiven Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, der als Therapeutikum gegen Angststörungen, Polyneuropathie, Depressionen und Inkontinenz eingesetzt wird. In Europa fehlt bislang die Zulassung gegen Fibromyalgie, in den USA ist das Medikament hierfür schon zugelassen.

Welcher Wirkungsmechanismus steht hinter Duloxetin?

Die interne Kommunikation des Hirns funktioniert über Neuronen und Neurotransmitter. Jede Zelle schüttet bestimmte Transmitter aus, die dann von anderen Zellen und ihren Rezeptoren erkannt werden. Es entsteht ein riesiges, kommunikatives Netzwerk, welches selbst Wissenschaftlern noch nicht vollständig begreiflich ist. Einige dieser Botenstoffe rufen bestimmte Wirkungen hervor, so gilt Serotonin beispielsweise als Glückshormon. Fehlt Serotonin oder ist die Konzentration zu niedrig, können Depressionen entstehen. Noradrenalin hingegen gilt als erregender Neurotransmitter und sorgt für den Antrieb des Menschen. Zu wenig Noradrenalin kann zu einer ausgeprägten Antriebslosigkeit führen.

Duloxetin verstärkt die Wirkung der einzelnen Neurotransmitter und sorgt dafür, dass diese länger an einer Zelle verweilen. Serotonin und Noradrenalin wirken stärker, was den antidepressiven Effekt erklärt. Doch auch die schmerzstillende Eigenschaft des Medikaments ergibt sich im Gehirn. Durch ein übersensibilisiertes Schmerzzentrum werden bei Fibromyalgie und Polyneuropathie schon kleinste Schmerzreize überstark wahrgenommen. Duloxetin normalisiert das Schmerzzentrum und sorgt somit für eine Verminderung des Leidensdrucks. Ein weiterer Aspekt des Medikaments ist der stärkere Harnröhrenverschluss, der sich bei Belastungsinkontinenz als sehr hilfreich erwiesen hat.

Das Medikament wird oral eingenommen und gelangt durch den Darm ins Blut. Es dauert rund sechs Stunden, bis die höchste Konzentration im Blut erreicht ist. Verstoffwechselt wird Duloxetin teilweise über die Leber, unwirksame Restprodukte werden von der Niere ausgeschieden. Etwa 12 Stunden nach der Einnahme ist der Wirkstoff aus dem Körper wieder entfernt, was einer kurzen Halbwertszeit entspricht. In der Regel werden gerade bei Depressionen und Angststörungen zwei Einnahmen täglich favorisiert, um den Blutspiegel hoch zu halten.

Hat Duloxetin unerwünschte Nebenwirkungen?

Am Anfang der Behandlung mit Duloxetin kann es vermehrt zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Viele davon verschwinden innerhalb der ersten 14 Tage der Einnahme wieder. Ausnahme stellen schwerwiegende Nebenwirkungen dar, die einen sofortigen Abbruch der Therapie erfordern.

Sehr häufig kommt es zu Symptomen wie Müdigkeit, Schlaflosigkeit, stärkere Angst, Einschränkungen der Libido und Impotenz. Auch Schwindel, Ohrgeräusche, Sehstörungen, ein Anstieg des Blutdrucks, gastrointernale Symptome und Hautausschlag kann häufig vorkommen. Meist sind diese Nebenwirkungen leichter Natur und limitieren sich von selbst.

Sollte es während der Einnahme von Duloxetin zu starken Beschwerden kommen, wie beispielsweise hohem Fieber, Atemnot oder schwerer Hautausschlag, ist der Besuch beim Arzt unumgänglich. Gleiches gilt für das Auftreten schwerer Suizidgedanken, denn dieses Phänomen kann innerhalb der ersten sechs Wochen nach der Tabletteneinnahme auftreten.

Darf Duloxetin mit anderen Medikamenten kombiniert werden?

Es gibt Medikamente, die bei gleichzeitiger Einnahme von Duloxetin in ihrer Wirkung verstärkt oder abgeschwächt werden. Keinesfalls sollte das Medikament gemeinsam mit anderen Präparaten eingenommen werden, welche die Serotoninkonzentration erhöhen. Es besteht das Risiko eines Serotonin-Syndroms, welches sich durch Muskelkrämpfe, starkes Schwitzen und hohes Fieber zeigt. Zu diesen Medikamentengruppen gehören MAO-Hemmer (zur Behandlung von Depressionen), Antidepressiva vom Typ SSRI oder tri- und tetrazyklische Antidepressiva, Johanniskraut, Triptane, Opiode und auch das frei verkäufliche L-Tryptophan.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn gleichzeitig mit Duloxetin Gerinnungshemmer wie Marcumar, ASS, Warfarin oder Phenprocoumon eingenommen werden. Es ist mitunter nötig die Dosis der Gerinnungshemmer zu ändern.

Wie wird die Einnahme von Duloxetin beendet?

Auch wenn Medikamente mit dem Wirkstoff Duloxetin nicht klassisch abhängig machen, dürfen sie nicht von heute auf morgen abgesetzt werden. Es besteht das Risiko schwerer Nebenwirkungen, auch als Absetzsymptomatik bezeichnet. Dies ist nicht immer ein Hinweis darauf, dass die eigentliche Grunderkrankung noch besteht. Häufig sind Absetzsymptome ein Zeichen dafür, dass der Hirnstoffwechsel Zeit benötigt um sich wieder umzustellen.

Eine Dosisreduktion sollte ausschließlich nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen und schrittweise vorgenommen werden. Mitunter kann es mehrere Wochen oder gar Monate dauern, bis die letzte Dosis Duloxetin eingenommen wurde.

Zu den Absetzsymptomen gehört nicht nur eine Intensivierung der ursprünglichen Symptome, sondern auch eine heftige Reaktion des zentralen Nervensystems. Hierzu gehören Schwindel, Sehstörungen, Zittern, unkontrolliertes Weinen und eine Überreizung des Magen-Darm-Trakts mit Durchfall.

Wichtige Hinweise während der Therapie mit Duloxetin

Es handelt sich bei Duloxetin um ein stark wirksames Medikament, welches zu verschiedenen, therapeutischen Zwecken eingesetzt wird. Es ist das erste Präparat, welches in Europa auch bei Belastungsinkontinenz zugelassen ist. Ärzte und Wissenschaftler sind sich jedoch nicht einig, ob es sich um die beste Therapieoption handelt. Das Risiko schwerwiegender, psychischer Nebenwirkungen ist groß, daher ist die Kosten-Nutzen-Rechnung sehr sorgfältig abzuwägen.

Patienten, die erstmals mit einem Psychopharmaka behandelt werden, sollten in den ersten Wochen der Therapie engmaschig überwacht werden. Im Zweifel oder bei Suizidgefahr muss die Einstellung in stationärer Umgebung erfolgen.

Es ist zu beachten, dass der Konsum von Alkohol und Nikotin während der Therapie unterbleiben sollte. Es wurde nachgewiesen, dass Raucher den Wirkstoff schneller abbauen und somit keinen konstanten Wirkspiegel erzielen können.

Quellen: 

Paroxetin

Paroxetin

Paroxetin gilt als sogenannter Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und wird zur Behandlung von Angststörungen, Depressionen, Zwängen und posttraumatischen Belastungsstrungen eingesetzt. Eingenommen wird das Mittel in Tablettenform, obwohl auch Tropfen zur Verfügung stehen.

Wie wirken Medikamente mit Paroxetin?

Paroxetin wirkt auf die gleiche Weise wie andere SSRI, indem es direkt in den Stoffwechsel des Hirns eingreift. Die Kommunikation der Nervenzellen findet über chemische Botenstoffe statt, auch Neurotransmitter genannt. Sie wandern von Zelle zu Zelle, wo sie von den Rezeptoren wahrgenommen werden. Durch die Einnahme von Paroxetin verbleibt der Neurotransmitter Serotonin länger an den Andockstellen, die Wiederaufnahme wird gehemmt. Da Depressionen und andere, psychiatrische Erkrankungen oft auf einen Mangel an Serotonin zurückzuführen sind, kann auf diese Weise das Beschwerdebild gelindert werden.

Paroxetin wird in der Regel einmal täglich, bevorzugt in den Morgenstunden, eingenommen. Die Aufnahme in den Blutkreislauf erfolgt über den Darm, die Verstoffwechselung findet in der Leber statt. Ausgeschieden wird Paroxetin sowohl über den Stuhlgang, als auch über den Urin. Die Halbwertszeit liegt bei 24 Stunden, weswegen bei Beendigung der Therapie eine langsame Reduktion des Wirkstoffs nötig ist. Auch bei Therapiebeginn wird nicht sofort die volle Dosis verabreicht, sondern in 10mg-Schritten gesteigert. Dieses Einschleichen hat eine bessere Verträglichkeit zur Folge und reduziert die Gefahr von Nebenwirkungen.

Hat Paroxetin unerwünschte Nebenwirkungen?

Besonders zu Beginn der Therapie kann es passieren, dass neben der gewünschten Wirkung auch unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Am häufigsten kommt es zu Übelkeit, der mit der Gabe eines Magenschutzmittels entgegengewirkt werden kann. In den meisten Fällen verschwindet diese Übelkeit aber auch ohne Medikamenteneinnahme innerhalb weniger Tage wieder.

Die gängigsten Nebenwirkungen, welche häufig auftreten sind: Müdigkeit, Zittern, verschwommenes Sehen, Schwitzen, Gähnen, Schwindel und Kopfschmerzen. Auch Auswirkungen auf den Magen-Darm-Trakt sind möglich, besonders häufig werden Durchfall und Verstopfung beobachtet.

Bei jungen Menschen besteht in den ersten sechs Wochen der Einnahme das Risiko von stark impulsivem Verhalten und suizidalen Gedanken. Auch erwachsene Personen können diese Nebenwirkung bekommen und sollten umgehend ihren Arzt verständigen. Es liegen bis dato keine ausreichenden Studien darüber vor, ob Paroxetin bei Kindern und Jugendlichen einen therapeutischen Nutzen hat. Die Anwendung wird daher kontrovers diskutiert und sollte vermieden werden.

Verträgt sich Paroxetin mit anderen Medikamenten und Lebensmitteln?

Paroxetin hat einen maßgeblichen Einfluss auf den Serotoninspiegel. Werden zusätzlich andere Medikamente eingenommen, die ebenfalls den Serotoningehalt im Körper beeinflussen, verstärken sich die Präparate gegenseitig. Dies gilt für alle anderen Antidepressiva aus der Klasse der SSRI, aber auch für tri- und tetrazyklische Antidepressiva, sowie für MAO-Hemmer. Wegen der Gefahr des potentiell tödlichen Serotoninsyndroms dürfen diese Medikamente nicht zusammen genommen werden. Auch die Einnahme von L-Tryptophan, Tramadol, Fentanyl, Penthidin und Triptanen darf nur nach strenger Abwägung des Kosten-Nutzen-Risikos erfolgen.

Während der Anwendung von Paroxetin sollte darüber hinaus der Konsum von Alkohol vermieden werden. Die Wirkung von Alkohol kann deutlich verstärkt werden, außerdem ist das Risiko von starker Übelkeit und Unwohlsein gegeben. Selbst am Tag nach dem Alkoholkonsum können sich Anwender von Paroxetin übermäßig schlecht fühlen.

Gibt es besondere Warnhinweise für die Verwendung von Paroxetin?

Der Wirkstoff darf von schwangeren Frauen nicht eingenommen werden, da das Risiko von Fehlbildungen beim ungeborenen Kind besteht. Auch kann der Säugling nach der Geburt unter starken Entzugssymptomen leiden, die die ersten Lebenswochen erschweren können. Da Paroxetin in die Muttermilch übergeht sollten stillende Mütter das Präparat nicht einnehmen.

Wird Paroxetin abgesetzt, besteht das Risiko von Absetzsymptomen. Diese treten besonders häufig dann auf, wenn das Medikament von heute auf morgen abgesetzt wird. Langsames Ausschleichen kann die Wahrscheinlichkeit von Absetzsymptomen stark vermindern. Mitunter kann es nötig sein die Dosierung wöchentlich um eine geringe Menge zu reduzieren, der gesamte Absetzvorgang kann mehrere Wochen oder gar Monate dauern.

Als häufigste Absetzsymptomatik wird eine Verschlimmerung der ursprünglichen Symptomatik geschildert. Darüber hinaus kann es zu Schwindel, Kopfschmerzen, starken Angstzuständen und pathologischem Weinen kommen. Viele Nutzer beschrieben nach dem Absetzen sogenannte Brainzapps. Hierbei handelt es sich um Missempfindungen des Gehirns, die ähnlich wie ein Blitzschlaggefühl wahrgenommen werden. Ein ähnliches Phänomen berichten Paroxetin-Nutzer auch bei Fieber, wenn es unter der Einnahme des Medikaments auftritt.

Die kleinste Dosierungseinheit von Tabletten reicht oft nicht aus, um die letzten Milligramm des Wirkstoffs auszuschleichen. Zu diesem Zweck gibt es Paroxetin in Tropfenform. Der Vorteil dieser Darreichungsform liegt darin, dass die Substanz tropfenweise reduziert werden kann, um den Entzug möglichst schonend zu gestalten.

 

Sertralin

Sertralin: Anwendungsgebiete, Wirkung und Nebenwirkungen

Sertralin ist ein Arzneimittel aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, kurz SSRI. Es ist ursprünglich unter dem Originalnamen Zoloft erschienen, heute aber von vielen Firmen als günstiges Generikum zu erhalten.

Es wird als Antidepressivum verwendet. Es wird zur Behandlung von Depressionen, Angst- und Panikstörungen, Zwangserkrankungen und auch der sozialen Phobie und der Posttraumatischen Belastungsstörung auschließlich ärztlich verordnet. Sertralin ist in Deutschland und den meisten anderen Ländern in denen es zur Behandlung psychischer Erkrankungen zugelassen ist, verschreibungspflichtig.

Die Wirkungsweise

Sertralin wirkt durch die Hemmung der Wiederaufnahme von Serotonin in die Nervenzelle und sorgt auf diese Weise dafür, dass sich das Hormon Serotonin somit länger im synaptischen Spalt zwischen den Zellfortsätzen zweier Nervenzellen befindet. Auf diese Weise bleibt das für seine stimmungshebende Wirkung bekannte Serotonin länger im Gehirn verfügbar. Dies ist die Wirkungsweise aller selektiven Serotonin Wiederaufnahme-Hemmer und trifft nicht nur auf Sertralin zu. Einen tatsächlichen physischen Beweis für die stimmungsaufhellende Wirkung gibt es nicht, der genaue Mechanismus ist noch unbekannt.
Sertralin wird ausschließlich oral eingenommen und sehr langsam vom menschlichen Körper resorbiert, erst nach 6-8 Stunden ist die volle Plasmakonzentration erreicht, nur 32% des Wirkstoffes können vom menschlichen Körper überhaupt aufgenommen werden. Nach etwa einer Woche ist der sogenannte Steady State erreicht, bei dem das Medikament seine volle Wirksamkeit erreichen kann. Bei den meisten Patienten dauert es bis zum Wirkungseintritt im Sinne einer Stimmungsaufhellung aber mehrere Wochen, während ein rein antriebssteigernder Effekt bereits früher wahrgenommen werden kann.

Die Wirksamkeit von Sertralin

Die Wirksamkeit von Sertralin konnte in vielen von den Pharmaunternehmen durchgeführten Studien belegt werden. So wirkt Sertralin in jeder stattgefundenen Doppelblindstudie gegen die Indikationen Depression oder Dysthymia, Panik, soziale Phobie und Zwangsstörung nachweislich besser als ein Placebo und ebenso gut wie ein klassisches trizyklisches Antidepressivum. Bei der Posttraumatischen Belastungsstörung, insbesondere bei Kriegsgeschädigten, stellte sich Linderung erst nach längerer Behandlungsdauer und bei höherer Dosierung ein.

Die Risiken und Nebenwirkungen bei Sertralin sind geringer ausgeprägt als bei trizyklischen Antidepressiva. Die Messinstrumente zur Feststellung der Wirksamkeit, beziehungsweise zur Festlegung der Stimmung und einer Stimmungsaufhellung waren klassische Fragebögen wie die Hamilton Depression Rating Scale und die Clinical Global Impression Scale, wie sie auch tagtäglich zur Diagnostik von psychischen Erkrankungen verwendet werden. Höhere Dosierungen zeigten von Beginn der Studien an auch bessere Wirkungen.

Die Nebenwirkungen

Leider sind auch die Arzneimittel aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer nicht nebenwirkungsfrei. So gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen Übelkeit, Erbrechen, unspezifische Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit und auch erektile Dysfunktion. Auch die Nebenwirkungen stehen in starkem Zusammenhang mit der Höhe der Dosierung, so dass zu Minimierung der Nebenwirkungen Sertralin langsam aufdosiert werden sollte.

MAO-Hemmer dürfen nicht mit Sertralin kombiniert eingenommen werden, da diese die Gefahr für ein lebensgefährliches Serotonin-Syndrom signifikant erhöhen. Für Kinder und Jugendliche ist Sertralin aufgrund der starken Nebenwirkungen nur zur Behandlung von ausgeprägten Zwangsstörungen zugelassen. Bei Kindern und Jugendlichen zeigte sich unter Einnahme von Sertralin eine massiv erhöhte Suizidalität, was bereits 2004 zu kontroversen Diskussionen über den Einsatz von SSRI geführt hat.

Kritik

Die gesamte Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, darunter auch Sertralin, muss sich einer herben Kritik aussetzen. Tatsächlich konnten unabhängige Studien die Wirksamkeit der SSRI nicht belegen, stattdessen blieb laut dieser Studien die Wirkung auf dem reinen Placeboniveau. Auch wurde im Jahr 2004 belegt, dass die SSRI-produzierenden Pharmaunternehmen in einigen Studien zum gleichen Ergebnis gekommen waren, diese Ergebnisse jedoch nicht veröffentlicht hatten und unter Verschluss hielten.

Auch die Tatsache, dass es sich um Medikamente mit einem hohen Potenzial an unerwünschten Nebenwirkungen handelt und dass die Einnahme bei Kindern und Jugendlichen sogar zu Selbstmordversuchen geführt hat, kann nicht ohne Kritik bleiben.

Daten und Fakten

Weltweit nehmen Millionen Menschen Antidepressiva ein, circa 45 Millionen Menschen setzen auf Linderung durch selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Circa 30-50% der Patienten leiden während der Einnahme unter mehr oder minder ausgeprägten Nebenwirkungen. Bei den meisten Patienten stellt sich innerhalb der ersten 12 Wochen der Einnahme eine stimmungsaufhellende Wirkung ein, unter denjenigen Patienten, die innerhalb dieser Zeitspanne keine Linderung verspürt haben, stellt sich bei 50% unter Dosiserhöhung und längerer Einnahme auch noch eine Linderung ein.

Auch die zunehmende Kritik hat den Verordnungszahlen der selektiven Wiederaufnahmehemmern keinen Einbruch beschert, der Trend zur Einnahme von Antidepressiva, und aktuell eben den SSRI, hält weiter an und die Verordnungen weltweit steigen unvermindert an. Inzwischen halten viele Neurologen die SSRI für die Antidepressiva der ersten Wahl, was bislang den trizyklischen Antidepressiva zukam. Tatsächlich werden die meisten Verordnungen über Antidepressiva allerdings nicht von Neurologen, sondern von Hausärzten vorgenommen. SSRI sind dabei erheblich teurer als trizyklische Antidepressiva.

Fazit

Bei Sertralin handelt es sich um einen selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, der die Wiederaufnahme von Serotonin an den Verbindungsstellen der Nervenzellen blockiert, so dass es länger verfügbar bleibt. In zahlreichen Studien konnte die Wirksamkeit von Sertralin belegt werden, wenn auch die Pharmaunternehmen wegen zurückgehaltener Studienergebnisse sowie den Nebenwirkungen des Präparates, insbesondere bei der Anwendung bei Kindern und Jugendlichen, stark kritisiert werden. Insgesamt aber werden SSRI, und eben auch Sertralin immer häufiger verordnet, weil fachärztlich tätige Neurologen von den positiven Wirkeffekten überzeugt sind.

Quellen: