Antidepressiva Liste

Die Gruppen der Psychopharmaka

Psychopharmaka sind Medikamente, die eine bedeutende Rolle bei der Behandlung psychischer Erkrankungen spielen. Unter einem Psychopharmakon versteht man ein Mittel, welches Einfluss auf spezifische Stoffwechselvorgänge im Gehirn nimmt.

Psychoaktive Substanzen sollten immer von einem Facharzt oder Psychiater verordnet und dosiert werden. Eine psychotherapeutische Behandlung der Ursachen sollte in jedem Fall parallel verlaufen.

Im Folgenden wird eine Liste der verschiedenen Gruppen der Psychopharmaka vorgestellt.

 

Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI)

Depressionen und psychische Störungen werden häufig mit Medikamenten behandelt. SSRI finden dabei heutzutage am häufigsten Anwendung. Sie blockieren die Aufnahme von Serotonin über die Rezeptoren und erhöhen dadurch die Serotoninkonzentration im Gehirn. Sie entfaltet ihre Wirkung allerdings erst nach einigen Wochen und fordern eine gewisse Geduld vom Anwender. Dafür fallen die Nebenwirkungen dieser Wirkstoffgruppe häufig etwas schwächer aus, als bei anderen Antidepressiva.

Citalopram

Citalopram ist ein Wirkstoff, der zur Behandlung von Depressionen und psychischen Störungen eingesetzt wird. Im Jahr 2011 war es das am häufigsten verschriebene Psychopharmakon in Deutschland. Citalopram gehört zu der Gruppe der SSRI. Der Wirkstoff beeinflusst den Hirnstoffwechsel. In der Regel wird Citalopram einmal am Tag als Tablette eingenommen. Trotz seiner allgemein guten Verträglichkeit können Nebenwirkungen, wie Gewichtsveränderungen, Müdigkeit und weitere Nebenwirkungen laut Packungsbeilage auftreten.

Paroxetin

Dieser Wirkstoff zählt zu den SSRI. Paroxetin wird bei Depressionen, Panik, Angst- und Zwangsstörungen, sowie zur Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen angewendet. Normalerweise erfolgt die Einnahme täglich einmal. Die am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen sind Schläfrigkeit, verminderte Libido, Schlaflosigkeit und Übelkeit. Paroxetin darf nicht in Kombination mit MAO-Hemmern eingenommen werden.

Fluoxetin

Der Wirkstoff Fluoxetin zählt zu den SSRI-Wirkstoffen. Er wirkt hemmend auf die Serotoninaufnehmer der Synapsen. Dieses Mittel wird bei Zwangsstörungen, Depressionen und Bulimie angewendet. Fluoxetin wird oral eingenommen und im Magen-Darmtrakt aufgenommen. Häufige Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Diarrhö, Übelkeit und Müdigkeit. Durch seine lange Halbwertszeit verbleibt der Wirkstoff noch bis zu sechs Wochen im Körper des Anwenders.

Escitalopram

Escitalopram findet bei der Behandlung depressiver Zustände, Panik-, Angst- und Zwangsstörungen, sowie bei sozialen Phobien Verwendung. Der Wirkstoff zählt zu den SSRI. Anwender zeigen weniger häufig die typischen Nebenwirkungen. Diese können dennoch auftreten. Häufig werden Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen angegeben. Der Wirkstoff darf nicht in Kombination mit MAO-Hemmern eingenommen werden.

Sertralin

Psychopharmaka mit dem Wirkstoff Sertralin gehören zu den SSRI. Der Wirkstoff kann bereits nach der ersten Einnahme Wirkung zeigen, spätestens jedoch nach 7-21 Tagen einen stimmungsaufhellenden Effekt haben. Sertralin wird in Tablettenform einmal am Tag oral eingenommen. Das Medikament sollte nicht am Abend eingenommen werden, da es aktivierend wirkt. Die Dosierung ist abhängig vom Erkrankungsbild und liegt zwischen 25 und 200 mg (Höchstdosis) am Tag.

Fluvoxamin

Der psychoaktive Wirkstoff Fluvoxamin ist der SSRI-Gruppe zuzuordnen. Er wird zur Behandlung von Depressionen und Zwangsstörungen eingesetzt. Fluvoxamin wird in Tablettenform verabreicht und ein- bis zweimal täglich eingenommen. Nebenwirkungen wie Verdauungsstörungen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit oder ein erhöhter Puls können auftreten.

Trazodon

Trazodon, welches zu den SSRI Arzneimitteln gehört, wird zur Behandlung von Depressionen, Angstzuständen und posttraumatischen Belastungsstörungen eingesetzt. Es wird in Tablettenform verabreicht. Die Dosierung liegt zwischen 100 und 400 mg. Eine langsame Steigerung er Dosis ist ratsam. Auch das Absetzen sollte schleichend erfolgen. Nach der Einnahme setzt die beruhigende Wirkung schneller ein, als die stimmungsaufhellende Wirkung.

Buspiron

Der SSRI-Stoff Buspiron hat eine angstlösende Wirkung. Der Wirkstoff macht weniger müde und abhängig, als andere Stoffe dieser Wirkstoff-Gruppe. Der Stoff wird als Tablette dargereicht. Zu Beginn der Behandlung wird eine geringere Dosis eingenommen, die dann schleichend erhöht wird. Die Höchstdosis von 20 mg pro Tag sollte nicht überschritten werden. Ungewünschte Nebenwirkungen, wie Brustschmerzen, Unruhe, Albträume und Aggressionen können auftreten.

Selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSNRI)

Wirkstoffe dieser Gruppe hemmen, zusätzlich zur Serotoninaufnahme, auch die Noradrenalinaufnahme im Gehirn. Dadurch wird die Konzentration beider Stoffe erhöht. Häufige Nebenwirkungen sind Bluthochdruck, Nervosität und Übelkeit.

Duloxetin

Der SSNRI-Wirkstoff Duloxetin hemmt die Wiederaufnahme bestimmter Botenstoffe. Die Transmitter werden so inaktiviert und die Serotonin- und Noradrenalinkonzentration im Gehirn erhöht. Studien konnten keinen deutlichen Behandlungsvorteil gegenüber gängiger SSRI-Wirkstoffe beweisen. Nebenwirkungen, wie Übelkeit, Schlafstörungen und Mundtrockenheit treten häufiger auf, als bei anderen Medikationen.

Selektive Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI)

Reine Noradrenalin-Hemmer haben sich in der Anwendung nicht durchgesetzt. Sie weisen eine geringere Wirksamkeit als SSRI oder SSNRI Wirkstoffe auf.

Venlafaxin

Venlafaxin zählt zu der SNRI-Gruppe. Das Mittel wirkt angstlösend und antidepressiv und wird daher zur Behandlung von Angststörungen und Depressionen eingesetzt. Im Gegensatz zu ähnlichen Wirkstoffen wirkt Venlafaxin nicht dämpfend und ermüdend. Das Medikament sollte nicht abends eingenommen werden. Ein Absetzen sollte schleichend erfolgen, um negative Absetzerscheinungen zu vermeiden. Venlafaxin steht unter dem Verdacht, die Bereitschaft zum Suizid fördern zu können. In Kombination mit Epilepsie, bei bipolaren Störungen und Bluthochdruck sollte dieses Mittel nicht eingesetzt werden.

Milnacipran

Das, zu den SNRI-Wirkstoffen zählende Milnacipran, wird bei schweren Depressionen eingesetzt. Als reiner Noradrenalin-Hemmer steigert er die Konzentration des Botenstoffes Noradrenalin im Gehirn. Studien haben bewiesen, dass dies eine geringere Wirkung hat, als SSRI- oder SSNRI-Stoffe. Über den Wirkstoff Milnacipran sind keine deutschsprachigen Informationen vorhanden. Über Dosierung und Nebenwirkungen können derzeit keine präzisen Aussagen getroffen werden.

Reboxetin

Der, zu der SNRI-Gruppe, zählende Stoff Reboxetin, ist zur Behandlung von Depressionen zugelassen. Zudem wird der Wirkstoff bei der Behandlung von Panikattacke, bei Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivitätsyndromen. Es können einige der typischen, unerwünschten Nebenwirkungen auftreten. Dazu zählen eine verminderte Libido, Erektionsstörungen, Veränderungen am Penis Mundtrockenheit, Verstopfung und Kopfschmerzen.

Selektive Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahme-Hemmer (NDRI)

Die Stoffe der NDRI Gruppe finden vor allem bei Depressionen Anwendung, die sich durch Antriebsschwäche manifestiert. Die Aufnahmehemmung der Transmitter Dopamin und Noradrenalin, führt zu einem Anstieg eben jener Botenstoffe im Gehirn. NDRI Präparate stehen allerdings unter dem Verdacht, abhängig zu machen.

Agomelatin

Das, unter dem Handelsnamen Valdoxan bekannte Mittel, wird bei Major Depressionen eingesetzt. Es bewirkt eine Erhöhung von Dopamin und Noradrenalin im Gehirn und ist daher der Gruppe der NDRI zuzuordnen. Es kann sich positiv auf die Tagesaktivität auswirken, da es die Tiefschlafphasen vermehrt und die Qualität des Schlafes verbessert. Im Gegensatz zu anderen Mitteln sind die typischen Nebenwirkungen von Antidepressiva, deutlich seltener aufgetreten.

Bupropion

Das Arzneimittel Bupropion ist ein NDRI-Präparat. Es wird zu Linderung der Symptome einer Depression eingesetzt. Aber bei der Rauchentwöhnung konnte das Mittel bereits erfolgreich angewendet werden. Die Wirkung des Medikaments wird allerdings immer häufiger infrage gestellt. Nebenwirkungen, wie Mundtrockenheit, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Benommenheit und andere können auftreten.

Elontril

Der Wirkstoff der Gruppe NDRI Elontril wirkt stimmungsaufhellend und wirkt Depressionen entgegen. Zudem kann eine Rauchentwöhnung unterstützt werden. Eine Tablette enthält 150 mg des Wirkstoffes Bupropion hydrochlorid. Bei stark ausgeprägten Depressionen kann eine Dosis von 2 Tabletten eingenommen werden. Eine Dosis von mehr als 300 mg sollte nicht überschritten werden. Die für Antidepressiva üblichen Nebenwirkungen können auftreten.

Trizyklische Antidepressiva

Trizyklische Antidepressiva wirken nicht so zielgerichtet, wie die neuzeitlicheren SSRI Wirkstoffe, da sie auf mehrere Transmittersysteme im Gehirn, wirken. Daher treten oftmals mehr und stärker ausgeprägte Nebenwirkungen auf.
Häufige unerwünschte Nebenwirkungen sind Mattigkeit, Magen-Darm-Beschwerden, Kreislaufprobleme und Herzrhythmusstörungen. Allerdings bilden sich viele Nebenwirkungen auch hier im Lauf der Behandlung wieder zurück. In einigen Fällen müssen strenge diätische Einschränkungen eingehalten werden, um schädliche Wechselwirkungen zu vermeiden.

Mirtazapin

Mirtazapin ist ein tetrazyklisches Antidepressivum. Dieser Wirkstoff gehört zu den Nachfolgern der trizyklischen Psychopharmaka. Durch Blockade der Bindungsstellen für Noradrenalin und Serotonin nimmt es Einfluss auf Signalübertragungsprozesse im Gehirn und hilft Depressionen zu lindern. Es hat eine beruhigende Wirkung, da es die Dopaminfreisetzung steigert. Mirtazapin wird oral und typischerweise in Tablettenform eingenommen. Je nach Verordnung wird die Dosis von 15-45 mg pro Tag, ein- bis zweimal täglich eingenommen.

Amitriptylin

Der Wirkstoff Amitriptylin gehört zu den trizyklischen Antidepressiva. Aufgrund seiner beruhigenden und angstlösenden Wirkung kommt das Mittel häufig bei Depressionen und in der Migräne-Prophylaxe zum Einsatz. Normalerweise wird Amitriptylin in Tablettenform eingenommen, es gibt jedoch auch die Darreichungsform als Tropfen oder als Injektion. Da eine verzögernde Wirkung nach der Einnahme zu erwarten ist, werden die Tabletten über den Tag verteilt eingenommen. Häufige Nebenwirkungen sind Gewichtszunahme, Aggressionen und Schwindel.

Doxepin

Doxepin wirkt sich beruhigend auf den Patienten aus. Es verringert die geistige und körperliche Aktivität und kann bei längerer Einnahme stimmungsaufhellend wirken. Doxepin wird bei Depressionen oder Angstzuständen, aber auch bei Schlafstörungen angewendet. Bei der Behandlung von Depressionen und Angstzuständen sollte die Dauer der Einnahme mindestens vier bis sechs Monate betragen. Doxepin gehört zu den trizyklischen Antidepressiva.

Trimipramin

Der Wirkstoff Trimipramin ist der Gruppe der trizyklischen Psychopharmaka zuzuordnen. Es ist eines der ältesten Mittel, die bei Depressionen, Angst- und Schlafstörungen angewendet werden. Trimipramin hemmt dabei weniger die Wiederaufnahme von Noradrenalin und Serotonin, vielmehr besetzt es die Rezeptoren, die eine eher beruhigende und angstlösende Funktion haben, wie Dopamin, Histamin und Acetylcholin. Die Dosierung wird in der Regel bei 25-50 mg begonnen. Die Höchstdosis liegt bei 400 mg.

Opipramol

Der Arzneistoff Opipramol gehört der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva an. Er wirkt beruhigend, stimmungsaufhellend und angstlösend. Die beruhigende Wirkung setzt vor der stimmungsaufhellenden Wirkung ein. Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Magen-Darm-Beschwerden und sexuelle Funktionsstörungen können auftreten. Die Nebenwirkungen lassen nach einigen Wochen jedoch meist nach. Opipramol gehört zu den Stoffen, die keine körperliche Abhängigkeit auslösen.

Clomipramin

Der trizyklischen Wirkstoff Clomipramin gilt als Vergleichsstandard, in der Entwicklung neuer Medikamente, zur Behandlung von Zwangsstörungen. Er wirkt stimmungshebend und aktivierend. Die antidepressive Wirkung setzt bei der Behandlung später ein, als die stimmungsaufhellende. Vom Bedienen von Maschinen und dem Autofahren wird während einer Therapie mit Clomipramin abgeraten, da Sehstörungen auftreten können. Von der Einnahme während einer Schwangerschaft ist abzuraten.

Imipramin

Ein weiteres trizyklisches Antidepressivum stellt Imipramin da. Der beruhigende Wirkstoff wird bei chronischen Schmerzen, Bettnässen und Depressionen eingesetzt.
Imipramin wird in Tablettenform verabreicht und ein- bis dreimal täglich eingenommen, wobei Mahlzeiten nicht berücksichtigt werden müssen. Der Wirkstoff kann Tremore, EKG-Veränderungen, Schwitzen und weitere Nebenwirkungen hervorrufen. Die Wirkung gilt als weniger selektiv im Vergleich zu neueren Antidepressiva.

Clomipramin

Der trizyklischen Wirkstoff Clomipramin gilt als Vergleichsstandard, in der Entwicklung neuer Medikamente, zur Behandlung von Zwangsstörungen. Er wirkt stimmungshebend und aktivierend. Die antidepressive Wirkung setzt bei der Behandlung später ein, als die stimmungsaufhellende. Vom Bedienen von Maschinen und dem Autofahren wird während einer Therapie mit Clomipramin abgeraten, da Sehstörungen auftreten können. Von der Einnahme während einer Schwangerschaft ist abzuraten.

Maprotilin

Der trizyklische Wirkstoff Maprotilin findet bei der Behandlung schwerer und bipolar bedingter Depressionen Verwendung. Wie auch bei anderen trizyklischen Wirkstoffen, die weniger selektiv auf die Transmittersysteme im Gehirn wirken, treten häufig unerwünschte Nebenwirkungen auf. Dazu zählen auch Magen-Darm-Probleme, wie Erbrechen, Übelkeit, Verstopfung und Durchfälle.

Mianserin

Milanserin ist ein Arzneimittel der Gruppe der tretrazyklischen Antidepressiva. Es wirkt stimmungsaufhellend, dämpfend und angstlösend. Das Mittel wird, aufgrund seiner dämpfenden Wirkung, normalerweise abends eingenommen. Es liegt in Tablettenform vor. Eine Behandlung mit Mianserin sollte schleichend begonnen werden und ausschleichend beendet werden. Mögliche Nebenwirkungen sind Gewichtszunahme und eine gedämpfte Empfindung.

Nortriptylin

Nortriptylin zählt zu den trizyklischen Psychopharmaka. Es wirkt stimmungsaufhellend und wird bei Depressionen eingesetzt. Der stimmungsaufhellende Effekt kommt durch die Hemmung der Aufnahme von Noradrenalin zustande. Das Medikament wird in Tablettenform dargereicht. Die Einnahme erfolgt je nach Verordnung ein- bis dreimal täglich. Einige der häufigsten Nebenwirkungen sind Sehstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit.

Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer)

Eine weitere Gruppe der Psychopharmaka bilden die MAO-Hemmer. Monoaminoxidase ist im Gehirn für den Abbau von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin zuständig. Wird dieses Enzym gehemmt, stehen mehr der genannten Stoffe zur Verfügung. MAO-Hemmer werden nur eingesetzt, wenn andere Mittel keine Wirkung zeigen, da sie zahlreiche und schwerwiegende Neben- und Wechselwirkungen mit sich bringen.

Moclobemid

Der Wirkstoff Moclobemid gehört der Gruppe der MAO-Hemmer an. Das Mittel wirkt stimmungsaufhellend, aktivierend und belebend. Es findet bei Depressionen und sozialen Phobien Anwendung. In der Regel wird die Dosis, in Tablettenform, zwei- bis dreimal täglich, nach dem Essen eingenommen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen dermatologische Ausschläge, Schlafstörungen, Schwindel, Mundtrockenheit und Übelkeit.

Tranylcypromin

Tranylcypromin, was auch unter dem Namen Jatrosom im Handel erhältlich ist, zählt zu den MAO-Hemmern. Durch Hemmung der Monoaminoxidase werden einige Botenstoffe langsamer abgebaut. Das Mittel kann allerdings nur richtig wirken, wenn eine strenge, tyraminarme Diät eingehalten wird. Daher wird es bei schweren Depressionen erst eingesetzt, wenn andere Mittel wirkungslos bleiben. Die Dosierung liegt, in der Regel, zwischen 20 und 60 mg. Mundtrockenheit, Gewichtsveränderung und Schlafstörungen sind einige der registrierten Nebenwirkungen. Durch die hohe Amphetaminkonzentration des Mittels kann eine, für Antidepressiva eher untypische, deutliche Steigerung der Libido auftreten.

Neuroleptika

Unter Neuroleptika versteht man antipsychotisch wirkende Stoffe. Diese wirken sich positiv auf Erregungszustände aus, indem sie eine sedierende und beruhigende Wirkung entfalten. Insgesamt verringern sie die Intensität der Wahrnehmung des Patienten. Durch die Blockade der Histaminrezeptoren und gleichzeitiger Aktivierung, der Serotoninrezeptoren, wird ein Gleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn hergestellt, das eine stimmungsausgleichende Wirkung nach sich zieht.

Aripiprazol

Das Neuroleptika Aripiprazol findet bei der Behandlung von Schizophrenien, bipolaren Störungen und manischen Episoden Anwendung. Das Mittel ist unter dem Namen Abilify, in vielen Darreichungsformen, erhältlich. In der Regel werden 10 bis 30 mg verabreicht. Die Nebenwirkungen sind typischerweise Unruhe, Schlafstörungen und Übelkeit.

Quetiapin

Das Arzneimittel Quetiapin zählt zu der Gruppe der Neuroleptika. Es wird bei psychischen Störungen, zur Behandlung von Schizophrenien und manischen sowie depressiven Episoden eingesetzt. Auch zur Vorbeugung vor Rückfällen bipolaren Phasen kann das Mittel angewendet werden. Der Wirkstoff ist in dem Präparat Seroquel erhältlich. Häufige Nebenwirkungen sind Schwindel, Müdigkeit, Gewichtszunahme und Benommenheit.

Sulpirid

Sulpirid ist ein Neuroleptikum, welches bei Schwindel, Depressionen und Schizophrenie angewendet wird. Es wird meist oral und in Tablettenform eingenommen. Dabei sollte die Einnahme schleichend begonnen und langsam, über einen längeren Zeitraum, wieder abgesetzt werden. Bei Schizophrenie sollten mehrere Einzeldosen zwischen 300 bis 1000 mg am Tag verabreicht werden. Zur Therapie von Depressionen reichen 100 bis 300 mg aus. Die, für Neuroleptika typischen Nebenwirkungen treten im Zusammenhang mit diesem Mittel seltener auf.

Ziprasidon

Der, zu den atypischen Neuroleptika zählende, Wirkstoff Ziprasidon, wird bei Schizophrenie, bipolaren Störungen sowie manischen und posttraumatischen Belastungsstörungen verwendet. Als atypisches Neuroleptikum ruft es weniger extrapyramidalmotorische Nebenwirkungen hervor, als andere Neuroleptika. Es kann in oraler Form verabreicht oder, bei akuten Zuständen, als Injektion verabreicht werden. Unerwünschte Nebenwirkungen können Müdigkeit, Magen-Darm-Probleme und sexuelle Dysfunktionen sein.

 

Liste anderer Antidepressiva

Vortioxetin

Vortioxetin wird in Deutschland nicht mehr eingesetzt. Das multimodale Antidepressivum wurde im Jahr 2016 vom Markt genommen. In der EU ist allerdings auch weiterhin zugelassen und uneingeschränkt verkehrsfähig. Die Dosierung liegt zwischen 10 und 20 mg pro Tag. Häufige Nebenwirkungen waren Übelkeit und Erbrechen.

Tianeptin

Das Mittel Tianeptin ist seit 2012 in Deutschland zugelassen. Der Wirkstoff gilt als Serotoninwiederaufnahmeverstärker, er verringert die Serotoninkonzentration, wobei die antidepressive Wirkung eher einer positiven Wirkung, auf die Hypothalamus-Hypophyse-Nebennierenrinde zuzuschreiben ist. Tianeptin zeigt eine gute Wirksamkeit, im Vergleich zu SSRI und trizyklischen Mitteln. Die klassischen Nebenwirkungen treten in geringerer Ausprägung auf.

Tianeurax

Das Medikament Tianeurax, mit dem Wirkstoff Tianeptin, ist ein sogenannter Serotoninwiederaufnahmeverstärker. Das Mittel steht unter dem Verdacht, in kurzer Zeit eine Abhängigkeit hervorzurufen. Es wird häufig zur Behandlung von Depressionen oder Sozialphobien eingesetzt. Häufige Nebenwirkungen sind Unruhe, Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten.

Lamotrigin

Lamotrigin ist ein häufig verwendetes Antileptikum. Es wird vor allem bei der Behandlung von Epilepsie angewendet, aber auch bei affektiven Störungen eingesetzt. Aufgrund seiner guten Verträglichkeit wird es auch bei Schwangeren angewendet. Bei höheren Dosen können jedoch Hautreaktionen, Schwindel und Kopfschmerzen auftreten.

Carbamazepin

Das Medikament Carbamazepin wird schon seit vielen Jahren zur Bekämpfung von Epilepsie und Krampfleiden, aber auch bei akuten Fällen von Manien, Autoagressionen und Persönlichkeitsstörungen eingesetzt. Es können jedoch einige Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auftreten.
Die Nebenwirkungen treten in den meisten Fällen dosisabhängig auf. Es werden dämpfende Wirkungen, Gewichtsstörungen und Schläfrigkeit beschrieben.

Lithium

Lithium wird schon seit dem Jahr 1949 bei Depressionen, Manien und bipolaren Störungen angewendet. Wie genau Lithium im Körper wirkt, ist nicht bekannt. Vermutlich nimmt es einen positiven Einfluss auf die Noradrenalin- und Serotoninkonzentration im Gehirn hat. Das Salz wird oral eingenommen. Trotz seiner guten Wirkung bei Depressionen können auch bei einer Lithiumtherapie Nebenwirkungen auftreten. Insbesondere Schäden an den Nieren und Schilddrüsen kamen vor. Auch Gewichtszunahmen wurden verzeichnet.

Hydroxyzin

Das, unter dem Handelsnamen Atarax bekannte, Medikament Hydroxyzin wird bei Angstzuständen, emotionaler Unruhe und Schlafstörungen angewendet. Auch schwerwiegende Hauterkrankungen, aufgrund allergischer Reaktionen, werden mit Hydroxyzin behandelt. Das Mittel hat eine sedierende Wirkung.

Flupentixol

Der Wirkstoff Flupentixol hat eine gute Wirkung bei der Behandlung von Psychosen, Schizophrenien und psychotischen Zuständen. Das Mittel wird oral, in Tropfenform oder als Tablette eingenommen, kann aber auch mittels einer Depotinjektion verabreicht werden. Die Dosis von 200 mg sollte dabei nicht überschritten werden. Üblicherweise wird der Anwender mit einer 40 mg Dosierung eingestellt. Nebenwirkungen wie Sitzunruhe, Sehstörungen und eine Beeinträchtigung des Bewegungsablaufes können auftreten.

Oxazepam

Die angstlösende und sedierende Wirkung des Mittels Oxazepam, macht es zu einem erfolgreichen Mittel, bei der Behandlung von Schlaf- und Angststörungen. Die Einnahme erfolgt oral, meist in Tablettenform. Die Dosen von 30-60 mg können vor dem Schlafengehen oder, bei Angstzuständen, über den Tag verteilt eingenommen werden. Unerwünschte Nebenwirkungen, wie Schläfrigkeit, Benommenheit und Kopfschmerzen können als Begleiterscheinungen auftreten.

Olanzapin

Bei bipolaren Störungen und Schizophrenien kann das Mittel Olanzapin eingesetzt werden. Auch Zwangserkrankungen können behandelt werden. Es kann, zusammen mit einem Antidepressivum, eingenommen werden. Die beruhigende und entspannende Wirkung kann einen positiven Einfluss auf die Schlafphasen des Patienten nehmen. Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Müdigkeit, ein erhöhter Blutzuckerspiegel und Kreislaufstörungen können auftreten.

Risperidon

Risperidon wird bei der Behandlung von Schizophrenie eingesetzt. Einige Studien belegen, dass das Mittel weniger Nebenwirkungen auslöst, als andere, vergleichbare Substanzen. Es können jedoch trotzdem Nebenwirkungen wie, Gewichtsveränderung, Erektionsstörungen und Gynäkomastie auftreten. Das Mittel wirkt kaum sedierend.