Amitriptylin

Amitriptylin: Anwendungsgebiete, Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Grundsätzlich handelt es sich bei Amitriptylin um einen Wirkstoff, der in erster Linie eingesetzt wird, um Depressionen zu behandeln. Zusätzlich eignet er sich jedoch auch zur Behandlung und zur Therapie von chronischen Schmerzen. Da Amitriptylin ein Antidepressivum ist, kommt bei neben der Einnahme oftmals zu Nebenwirkungen. Im folgenden Artikel erfahren Sie alles über die Nebenwirkungen, die Wirkungsweise, die Dosierung und die Gegenanzeigen von Amitriptylin.

Die Wirkungsweise von Amitriptylin

Amitriptylin ist ein Wirkstoff, der aus der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva. Im Normalfall liegt Amitriptylin also als Amitriptylinhydrochlorid in Salzform vor. Zur Gruppe der trizyklischen Antidepressiva gehören nicht nur Amitriptylin, sondern auch die Wirkstoffe Trimipramin und Doxepin. Da Amitriptylin stimmungsaufhellend und beruhigend wirkt, wird es in der Regel zur Behandlung von Depressionen eingesetzt, die mit Unruhegefühlen und mit Angst verbunden sind.

Amitriptylin wird jedoch nicht nur bei Depressionen eingesetzt, sondern auch zur Behandlung von chronischen Schmerzen. Der Wirkstoff ist auch zur Vorbeugung von Spannungskopfschmerzen oder von Migräneattacken geeignet. Da Amitriptylin auch beruhigend wirkt, wird der Wirkstoff in manchen Fällen auch eingesetzt, um Schlafstörungen zu behandeln, die krankheitsbedingt sind.

Amitriptylin hat den Vorteil, dass es seine Wirkung sehr schnell entfalten kann, so dass die Wirkung bereits innerhalb einer kurzen Zeit nach der Einnahme einsetzt. Die stimmungsaufhellende Wirkung entfaltet sich hingegen nicht schnell, sodass bis zu dieser Wirkung durchaus einige Tage oder Wochen vergehen können. Wird ein Patient mit Amitriptylin behandelt, sind Selbstmordgedanken insbesondere zu Beginn der Behandlung durchaus möglich. Aus diesem Grund sollten Patienten, die gefährdet sind, stets überwacht werden.

Die Dosierung und Einnahme von Amitriptylin

Für die Einnahme von Amitriptylin gibt es grundsätzlich mehrere Möglichkeiten, denn es kann entweder als Injektionslösung gespritzt oder oral in Form von Tropfen oder Tabletten eingenommen werden. Hinsichtlich der Dosierung des Wirkstoffes ist es wichtig, dass diese vom behandelnden Arzt festgelegt wird. Die Dosierung variiert von Patient zu Patient. Aus diesem Grund sind die folgenden Dosierungsangaben keine Richtlinien, die für jeden Patienten gültig sind.

Erfolgt eine Behandlung mit Amitriptylin, wird die Dosis langsam gesteigert. Das Ziel ist es hierbei, die Dosis zu ermitteln, die so klein wie möglich ist und dennoch wirkt. Häufig werden bei Depressionen zu Beginn zwischen 50 und 75 Milligramm auf zwei oder drei Dosen verteilt eingenommen. Ambulant beträgt die maximale Dosis jedoch 150 Milligramm. Bei älteren Patienten genügt eine Behandlung mit einer deutlich geringeren Dosis häufig. Insbesondere ältere Menschen sollten den Wirkstoff jedoch nicht unüberlegt, sondern erst nach einer sorgfältigen Abwägung einnehmen.

Wir der Wirkstoff hingegen nicht zur Behandlung von Depressionen, sondern zur Behandlung von chronischen Schmerzen eingenommen, wird oftmals mit einer geringen Dosis von 25 Milligramm begonnen. Auch hier kann die Dosis in kleinen Schritt auf bis zu 100 Milligramm gesteigert werden. Amitriptylin sollte in der Regel immer vor dem Einschlafen eingenommen werden. Dies gilt auch dann, wenn der Wirkstoff zur Behandlung von Schlafstörungen eingenommen wird.

 

Die Nebenwirkungen von Amitriptylin

Insbesondere zu Beginn der Einnahme von Amitriptylin kann es häufig zu Nebenwirkungen kommen, die jedoch oftmals mit der Zeit nachlassen. Die meisten Patienten klagen zu Beginn der Einnahme über Schwindel, Zittern, Kreislaufstörungen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, niedrigen Blutdruck und Benommenheit. Zudem können auch Herzrasen, Verstopfungen, Herzrhythmusstörungen, Mundtrockenheit oder eine Gewichtszunahme auftreten.

In einigen Fällen treten durch die Einnahme des Wirkstoffs auch Durstgefühl, Verwirrtheit, Konzentrationsstörungen, Hautausschläge, Störungen der sexuellen Erregbarkeit, innere Unruhe, Blasenentleerungsstörungen oder Geschmacks- und Bewegungsstörungen auf. Manchmal kann es außerdem zu Angst, Verfolgungswahn, Durchfall, Ohrensausen oder zu Bluthochdruck kommen. Nebenwirkungen, die nur selten auftreten sind ein Darmverschluss, eine Leberfunktionsstörung und eine Darmlähmung.

Ganz besonders selten, aber nicht unmöglich sind Nebenwirkungen wie Nervenschäden, Herzmuskelschäden, Wahnvorstellungen, Gehirnkrämpfe, Bewegungsstörungen oder eine Erhöhung des Augeninnendrucks. Auch eine Agranulozytose, also eine Zerstörung der weißen Blutkörperchen ist durch die Einnahme von Amitriptylin möglich, kommt jedoch nur in seltenen Fällen vor.

 

Was passiert bei einer Überdosierung von Amitriptylin?

Wenn die Einnahme von Amitriptylin aus bestimmten Gründen nicht erfolgt oder vergessen worden ist, dann ist eine Nachnahme zwar grundsätzlich möglich, dennoch ist der Zeitpunkt entscheidend dafür, ob die Einnahme nachgeholt werden sollte oder lieber nicht. Liegt der Zeitpunkt des Vergessens relativ nah am Zeitpunkt der nächsten Einnahme, so ist es ratsam, die Einnahme nicht nachzuholen. Ist dies der Fall, sollte der Rat des Arztes eingeholt werden.

Wenn eine zu hohe Dosis eingenommen wurde, sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Schließlich kann der Wirkstoff gefährliche Nebenwirkungen entwickeln, wenn die Dosis zu hoch ist. Probleme beim Wasserlassen, ein erhöhter Puls oder Mundtrockenheit sind einige Symptome, die auf eine Überdosierung hinweisen können.

Bei einer Überdosierung des Wirkstoffes kann es nicht nur zu den oben genannten Symptomen kommen, sondern auch zu einer Störung des Herz-Kreislauf-Systems oder zu einer Störung des Zentralnervensystems. Liegt eine solche Störung vor, äußert sich diese zumeist in Symptomen wie Krampfanfällen, Verwirrung, Herz-Rhythmus-Störungen oder Bewusstseinstrübung. Noch dazu kann es zu Verstopfungen, Sehstörungen oder Störungen der Harnausscheidung kommen.

 

Wie kann Amitriptylin abgesetzt werden?

Wenn Amitriptylin abgesetzt werden sollte, muss beachtet werden, dass dies nicht unüberlegt und sofort passieren sollten. Ist dies der Fall, können Nebenwirkungen wie Unruhe, Erbrechen, Übelkeit, Schweißausbrüche, Angstgefühle oder Schlaflosigkeit auftreten. Beim Absetzen ist wichtig, dass die Dosis schrittweise und über einen längeren Zeitraum verringert wird. Auch hierbei sollte nicht selbst entschieden, sondern alles genau mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Manchmal kommt es vor, dass die Nebenwirkungen sehr stark sind und das Medikament somit nicht gut vertragen wird. In solchen Fällen muss ebenfalls der behandelnde Arzt informiert werden. Unter keinen Umständen sollte das Medikament leichtfertig abgesetzt werden. Treten während der Einnahme manische Phasen auf, sollte der Arzt ebenfalls kontaktiert werden. In einem solchen Fall setzt der Arzt den Wirkstoff oftmals direkt ab. Dies ist auch dann der Fall, wenn sich neue depressive Symptome während der Behanldung mit Amitriptylin zeigen.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Amitriptylin wird zur Behandlung von Depressionen, chronischen Schmerzen oder krankheitsbedingten Schlafstörungen eingesetzt
  • Während der Behandlung sind einige Nebenwirkungen möglich
  • Amitriptylin sollte nie leichtfertig und auf eigene Faust abgesetzt werden
  • Treten während der Behandlung zahlreiche Nebenwirkungen oder neue depressive Symptome auf, muss der behandelnde Arzt in jedem Fall kontaktiert werden

 

Quellen: